Theorie

Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an, die Eltern wollen ins Theater. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin.  Die Eltern nehmen sich Zeit und führen ein ernstes und langes Gespräch mit dem Kind, sie stärken sein Selbstbewusstsein, nehmen Ängste, schaffen Vorfreude. In einem konstruktiven Dialog wird der Besuch des Babysitters vom Schreckensszenario in ein freudvolles Bild umgewandelt. Danke, setzen, sehr gut.

Praxis

Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an, die Eltern wollen ins Theater. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin.  Die Eltern nehmen sich Zeit und führen ein ernstes und langes Gespräch mit dem Kind, sie stärken sein Selbstbewusstsein, nehmen Ängste, schaffen Vorfreude. In einem konstruktiven Dialog wird der Besuch des Babysitters vom Schreckensszenario in ein freudvolles Bild umgewandelt. Das Kind weint gänzlich unbeeindruckt weiter und verzweifelt zusehends.  Ein plausibler Grund für dieses Verhalten ist nicht erkennbar. Babysitter bekannt, Babysitter super, Kind gesund, Lieblingsessen im Kühlschrank. Die Eltern wechseln aus Zeitgründen zu aus Film und Fernsehen bekannten Verhörmethoden, um der Ursache für den neuen Spleen des Kindes auf die Spur zu kommen. Entdecken dabei eine ganz neue und existentielle kindliche Angst, zu der es vermutlich noch gar keine Fachliteratur gibt, eine Lücke, die es schnellstens zu schließen gilt.  Ein neues Problem der modernen Zeit, ein neues und bedrohliches Schrecknis für unschuldige Kinderseelen. Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin. Und wir wissen jetzt auch warum. Es ist tragisch, aber irgendwie nachvollziehbar. Das Kind leidet so furchtbar unter der Angst, der Babyistter könnte eventuell nicht wissen, wie ein iPad angeht.

Den Fachbegriff mit griechischer Wortwurzel darf hier gerne jemand vom Fachpublikum einwerfen. Danke.


 

%d Bloggern gefällt das: