Am Straßenrand liegt eine tote Taube. Mattes Gefieder, schon leicht zerfleddert, der Hals seltsam verdreht. Der Schnabel steckt halb im Boden, der hier wahrscheinlich fast nur aus Hundescheiße besteht. Die Söhne bleiben stehen und gucken. Bücken sich, gucken ganz genau. Fragen, ob die abgelebt habe? Fertig sei? Ich bejahe und lasse ihnen Zeit, sich das in Ruhe anzusehen. Eine großmütterliche Passantin bleibt stehen, beugt sich runter und fängt ungefragt an, den Jungs das Leben und den ganzen Rest zu erklären: „Wisst ihr Kinder, wir leben ja nicht immer. Wir müssen alle  mal sterben, nicht wahr?“

Sohn II sieht sie ernst an und sagt: „Ja. Du auch. Du bist alt.“

Und da ist die Dame dann doch lieber schnell ohne weitere Erklärungen gegangen .

 

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