Gestern ergab sich die wunderbare Gelegenheit, einmal ganz in Ruhe aus der Ferne anzusehen, was Sohn I eigentlich macht, wenn er sich vollkommen unbeobachtet im großen Park wähnt und einen Kumpel aus dem Kindergarten trifft.  Die beiden lungerten zunächst, lässig an eine Mauer gelehnt, etwas planlos herum, beobachteten die anderen Gäste im Park und verglichen die Schärfe ihrer Holzmesser, wollte sagen Entersäbel. Dann untersuchten sie wühlend ein paar öffentliche Mülleimer, bis sie endlich einen fanden, in dem noch Reste von Grillkohle lagen. Damit malten sie sich die Gesichter und Arme an und schlugen sich dann so getarnt in die Büsche. Gelegentlich sah ein Kopf aus dem Gezweig und checkte die Lage. Ein vorbei hüpfendes kleines Mädchen in pinkfarbenem Rock mit Glitzerapplikationen, aufgemalten roten Herzchen auf den Wangen und sehr viel Lippenstift im Gesicht wurde erfolgreich ins Gebüsch gelockt, aus dem man dann lang anhaltendes Gekicher hörte. Kurz darauf flogen Schuhe aus den Büschen. Etwas später kam der Sohn zu mir, zeigte auf den nahen Kiosk und sagte „Papa, ich brauch Geld.“

An den Details wird sich wohl hier und da noch etwas ändern, nehme ich an – aber im Prinzip bleibt das doch jetzt so, bis er achtzehn ist, oder?

 

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