Sohn I konferierte zum ersten Mal nach der Urlaubszeit wieder mit seinen Kumpels. Wie in Konferenzen üblich, sprach man zuerst über das Wetter. Das ist zurzeit besonders verständlich, das Wetter bietet tatsächlich mehr Gesprächsstoff als je zuvor, das wird nicht nur uns in Hamburg so vorkommen. Während wir Erwachsenen aber meist nur über den verregneten Sommer jammern und vielleicht noch in den Erinnerungen wühlen, wann es solch ein Elend schon einmal gegeben hat – wenn überhaupt -, gehen die Kinder als stolze kleine Wutbürger einen sinnvollen Schritt weiter und denken intensiv über Zuständigkeiten nach.

Das Wetter wird von Petrus gemacht, so weit ist es einfach, da wird man sich schnell einig. Nach neueren Erkenntnissen untersteht dieser allerdings wiederum Gott, der in seiner Rolle als Oberchef daher vielleicht der bessere Kontakt für Beschwerden ist.  Er hat aber, das weiß man auch, einen jungen Vertreter, der eventuell doch etwas netter und ansprechbarer als der Alte selbst ist, jemand namens Jesus.  Wer da aber nun wie genau an den Entscheidungen über Regenfälle beteiligt ist – nichts genaues weiß man nicht.  Allgemeines Schulterzucken.

Der Kumpel von Sohn I weiß noch zu berichten, dass die Spanier, oder genauer die „Lanzaroten“, ein Volk auf einer Insel wie Mallorca, nur irgendwie anders, aber auch mit Pool, gar nicht Petrus sagen, sondern Pedro. Obwohl das der Gleiche sein soll. Da fragt man sich doch, wenn das ein und derselbe Typ ist, was allerdings nicht sehr glaubwürdig klingt, ob der dann als Petrus und als Pedro in beiden Rollen noch die gleichen Zuständigkeiten hat? Oder ob er nicht vielleicht für Deutsche Wetter macht und für Spanier Gott weiß was? Tiere? Bäume? Oder umgekehrt? Und heißt Jesus auf Lanzarote womöglich auch irgendwie anders? Oder sogar Gott? Da tun sich Abgründe auf, die Themen werden lieber erst einmal vertagt.

Kinder sind natürlich nicht blöd, also können sie nach einigen Überlegungen präzise ableiten, dass vermutlich die spanische Pedro-Variante von Petrus für das Wetter zuständig ist und nicht die deutsche Version, das kann man nämlich sehr leicht daran erkennen, dass auf Lanzarote die Sonne scheint, wie es jeder gerne hätte, in Hamburg aber nicht. Das ewige Problem der nicht geklärten Zuständigkeiten in großen Konzernen, es leuchtet auch Vierjährigen schon ein. Alle Beschwerden über den Regen landen bei uns einfach an der falschen Stelle! So kann es hier natürlich nie etwas werden.

Meine dezenten Hinweise, dass das Wetter sich vielleicht einfach selbst regelt, ganz ohne übergeordnete Zuständigkeiten, eher so nach Naturgesetzen, sie wurden mit Gelächter und kaum verborgener Verachtung aufgenommen. Väter können aber auch zu und zu blöd sein, es ist manchmal geradezu peinlich. Aber das kennt man ja, dass in Konferenzen auch Typen  herumhängen, die von den Themen auf der Tagesordnung deutlich überfordert sind.

Wären sie nicht Vorgesetzte, niemand würde sie einladen.

 


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