Mit Bildern von Anna-Clara Tidhold, aus dem Schwedischen übersetzt von  Ole Könnecke.

Herr Muffin ist sehr, sehr alt, er ist schon sieben Jahre, und das ist schon ziemlich viel für ein Meerschweinchen. Seine besten Jahre liegen hinter ihm, seine Frau ist schon seit Jahren tot, die sechs Kinder längst aus dem Haus. Er sitzt in seinem blauen Haus, das eigentlich ein Schuhkarton ist, und denkt nach und denkt an früher. Er ist krank, es geht ihm nicht sehr gut und es ist bald klar, das wird nicht mehr. Er hat einen Briefkasten vor seinem Haus und gelegentlich bekommt er Briefe von einem Kind, das sich Sorgen um ihn macht. Er freut sich sehr über die Briefe, allerdings isst er sie immer auf. Fraglich, ob er sie liest, aber das macht irgendwie nichts.

Ein Bilderbuch über das Sterben im Alter also. Wir haben gerade einen Todesfall im Freundeskreis, der Großvater von den besten Kumpels der Söhne ist gestorben, wir haben natürlich viel darüber geredet. Wir haben dieses Buch gelesen und ich kann es sehr empfehlen, das Buch zu lesen, es ist wirklich gut und geht das Thema sehr freundlich, aber direkt an. Die Geschichte bietet viele Gesichtspunkte zum Einhaken, man kann dies oder jenes mehr betonen, das Kind kann sehr vieles nachfragen und es ist ein guter, angenehmer Kontext, um einiges zu erklären.  Das Buch ist nicht auf ein Weltbild festgelegt, der Autor reißt die Frage nach dem Danach sehr geschickt an, verbleibt aber im Ungefähren, nennt Möglichkeiten, ganz unverbindlich – und das ist auch gut so. Klare Kaufempfehlung, denn irgendwann stirbt immer irgendwer und Kinder sind nicht doof, Kinder bekommen das mit, auch Kleinkinder.

Man kann mit dem Buch also einiges erklären – sofern man denn überhaupt etwas erklären kann. Als nicht religiöser Mensch kommt man eventuell schnell ins Schlingern, wenn man plötzlich mit dem Thema konfrontiert ist, aber das ist auch kein Problem. Da kann man sich dann von seinen Kindern helfen lassen, die kennen sich viel besser aus, als man denkt. Mir  hat zum Beispiel, als ich etwas zu zögerlich war,  Sohn I genau erklärt, wie das mit dem Himmel ist, und das ist, wenn man das einmal verstanden hat, tatsächlich  eine sehr gute Einrichtung. Fast möchte man selbst dran glauben. Weil nämlich, ich zitiere ihn einmal: „Wenn man stirbt, dann ist jeder alleine. Aber hinterher ist man dann mit allen den Seinen, und zwar genau in dem Himmel, wo man hingehört. Hunde im Hundehimmel, Katzen im Katzenhimmel und Menschen eben im Menschenhimmel. Es gibt irrsinnig viele Himmels, damit das alles so klappt.“

Das ist schön, nicht wahr, so etwas zu glauben.

Was wollte ich sagen? Gutes Buch, genau.


%d Bloggern gefällt das: