Untitled

 

Drei. Also vier, denn er legt, wenn er gefragt wird, immer ein Jahr drauf, schon seit er damals zwei geworden ist. Beziehungsweise drei.  Es ist kompliziert.

 

Ich: „Na, mein Kleiner?“

Sohn II: „WER IST HIER KLEIN?“

 

Drei. Alt genug, um fast alles alleine, selber, ohne Hilfe, geh weg! hau ab! zu machen. Oder natürlich mit der Geliebten. Beide Söhne haben ganz selbstverständlich eine Freundin, das unterscheidet sie von so ziemlich allen anderen Jungs in ihrem Alter und das ist auch das Erste, was mir einfällt, wenn ich nach den Gemeinsamkeiten der Söhne suche. Mir fallen nicht viele andere ein. Sagen wir: gar keine.

 

Ich: „Warte, wo gehst Du denn hin?“

Sohn II: „Nach Mallorca.“

Ich: „Ach. So ganz alleine?“

Sohn II: „Nein, mit meiner Freundin.“

 

Drei also. Alt genug, um sich wie ein Großer zu benehmen, wie ein Starker, wie ein großer Bruder, wie eine Actionfigur.

 

Ich: „Gehen wir heute zur Fuß zur Kita oder willst Du den Roller nehmen?“

Sohn II: „Ich fahre Motorrad.“

 

Drei. Wenn man ihn fragt, wie alt er ist, dann sagt er vier und hebt fünf Finger. Drei ist ein sehr cooles Alter. Es gibt Fünfjährige, die eine Tüte Capri-Sonne noch nicht aufbekommen, Sohn II kann das schon seit einem halben Jahr. Er braucht manchmal eine halbe Stunde dafür, denn das ist wirklich sehr schwer, den Strohhalm da ins Loch zu fummeln, aber er konzentriert sich, hält durch, müht sich, schafft das. Macht danach dann großzügig auch noch die von seinem großen Bruder auf.

 

Drei. In seinem Gesicht passieren abenteuerliche Dinge, wenn er lächeln muss, denn Chuck Norris und Sohn II lächeln nicht gerne. Lachen, okay, Lachen geht, aber Lächeln geht gar nicht. Rosa Wölkchen oder was. Pfff.

 

Ich: „Was machst Du da?“

Sohn II: „Ich gucke gefährlich.“

 

Drei. Niemand hat die Absicht, Sohn II klein zu nennen.


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