Untitled

 

Detail aus der Windrose, einer Installation, zu der man hier mehr lesen kann.

Regelmäßig liegen Blumen auf den Steinen. Das ist gleich neben dem Spielplatz, Kinder sammeln die Blumen auf und manchen Eltern sieht man dann die Unsicherheit an – sollte man sie nicht lieber liegen lassen? Oder ist es gerade gut, wenn sie mitgenommen werden? Unentschlossen gemurmelte Anweisungen an die Kinder, die emsig Blüten für Mama bündeln.

Wenn es regnet, dann liegt da trüber Blumenmatsch. Wenn die Sonne scheint, dann leuchten abends die Blüten auf dem Boden. Die Touristen bleiben stehen, lesen Namen und sagen nanu, guck mal, Fredie Mercury. Und wer ist Franz?  Und wer ist der da? Und der da?  Und dann gehen sie grübelnd weiter und denken an Freddie und an irgendwen und der Schriftzug, der auf einem anderen Stein steht: „Mémoire nomade“, also Nomadisierendes Gedächtnis“, er trifft die Sache verblüffend gut.

Wenn da keine Blumen liegen, dann holpern die Rollkoffer der Touristen und die Kinderwagen so darüber hinweg.

Ein paar Meter weiter dann Stolpersteine aus einem ganz anderen Kontext. Wenn man hier spazieren geht, kann man den Boden lesen.


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