Wir ziehen allmählich doch in Erwähnung, tatsächlich andere Stadtteile bei der Immobiliensuche zu berücksichtigen. Langfristig. Das ist kein leichter Entschluss, denn die anderen Stadtteile haben ja alle den eklatanten Nachteil, dass sie andere Stadtteile sind und wie alle Großstädter wissen, sind andere Stadtteile in der Regel doof und voller seltsamer Typen. Sie liegen falsch, sind unschön bebaut, schwer zu erreichen und voller falscher Geschäfte und Cafés mit schlechtem Latte Macchiato. Allerdings soll es hier und da noch Mieten unterhalb von 17 Euro /Quadratmeter kalt geben, das klingt dann doch wieder interessant.

Im Zuge dieser Überlegungen fiel mir auf, dass ich zwar eloquent und argumentreich gegen Gegenden wie Farmsen oder Rahlstedt agitieren kann, tatsächlich aber noch nie da war. Diese Stadt ist genau genommen sogar voller Stadtteile, die ich überhaupt nicht kenne. Wahrscheinlich völlig zu Recht, versteht sich. Sinstorf? Marmstorf? Lokstedt? Eidelstedt? Rönneburg? Keine Ahnung. Letzteres habe ich sogar noch niemals gehört. Das geht Berlinern sicherlich genau so, darauf würde ich wetten, die kennen auch nur die vier, fünf wichtigen Gegenden, das war es dann. Der Rest ist Brandenburg. Was man hier so Pinneberg nennt.

Daher demnächst in diesem Blog: Besichtigungstouren durch Stadtteile, die nie zuvor ein Mensch aus dem kleinen Bahnhofsviertel in der Stadtmitte betreten hat. Mit Kamera und entschlossener Bereitschaft, gar nicht alles wirklich sehr schlimm zu finden. Man ist ja so weit weltoffen. Theoretisch.

Womit fängt man an, damit es nicht allzu niederschmetternd ist?


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