Wilhelmsburg ist einer der Stadtteile in unserer Nähe, einer im Süden, ein aus vielen Gründen etwas spezieller Stadtteil. Vielen wird zuerst einfallen, dass er auf der falschen Elbseite liegt, dabei ist das gar nicht richtig, denn Wilhelmsburg liegt genau in der Elbe, auf einer Insel. Damals die Sturmflut, bekannt aus dem Fernsehen, die Geschichte mit Schmidt, das war Wilhemsburg. Wilhelmsburg ist nicht schick, Wilhelmsburg ist sozial nicht unproblematisch, aber Wilhelmsburg ist verdammt innenstadtnah und ein paar Altbauten stehen auch herum, da weiß man also gleich, was dem Stadtteil droht, da braucht es gar nicht viel Phantasie, wir haben das hier in Sankt Georg ja vorgelebt und kennen uns aus.

Ich habe heute einen Bericht in einem kleinen Hamburger Magazin gefunden, über eine Veranstaltung der Hamburger Handelskammer, in der es um die Entwicklung des Stadtteils geht. Gentrifizierung sei keine Gefahr, heißt es da, sondern eine Chance. Und dann kommt dieses grandiose Zitat zur glorreich gentrifizierten Zukunft der Elbinsel von einem Vertreter der Handelskammer, das mir schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird höherwertiger sein, als die Segmente, die sich in der bisherigen Bevölkerungsstruktur abgebildet haben.“

Ist das nicht grandios? Ist das nicht von kaum zu begreifender Deutlichkeit und Klarheit? Muss man nicht noch dankbar sein, dass es “Segmente” und nicht “Sedimente” heißt? Und warum läuft hier schon den ganzen Tag die alte Platte von Degenhardt?

Fragen über Fragen.



 

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