Es ist früh am Morgen, es ist wie immer hektisch. Ich beende die Morgenarbeit und fahre den Computer runter, während ich meine Schuhe anziehe und den letzten Schluck Kaffee trinke, neben dem Schreibtisch sitzt Sohn I auf dem Fussboden und kämpft sich schimpfend in seine enge Hose. Die Herzdame streitet im Nebenzimmer mit Sohn II über die Wahl des richtigen Pullovers und die Zweckmäßigkeit von Sandalen bei Regen. Die Zeit drängt, die Stimmung ist gereizt, es ist alles wie immer. Da fällt mir noch etwas zu einem Text ein, an dem ich gerade sitze, eine kleine Idee nur. Aber es ist vielleicht doch besser, ich schreibe sie auf, denke ich mir, bis ich im Büro bin, ist sie sonst bestimmt wieder vergessen. Ich versuche gerade, mir schneller und öfter Ideen aufzuschreiben, es ist vielleicht alles eine Frage des Trainings. Der Computer ist aber schon aus, das iPad ist irgendwo anders, ich nehme also mein Notizbuch und einen Kugelschreiber aus der Anzugtasche und schreibe schnell einen Satz. Sohn I sieht mich irritiert an.

Sohn I: “Papa, was machst du da?”

Ich: “Ich schreibe nur schnell einen Satz auf, den vergesse ich sonst wieder.”

Sohn I: “Wie schreibst du denn da?”

Ich: “Na, mit einem Stift in ein Notizbuch, siehst du doch?”

Sohn I: “Auf Papier?”

Ich: “Ja, auf Papier. So ist das bei Notizbüchern.”

Sohn I: “Aber – das kommt doch so gar nicht bei deinen Lesern an!”

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