Die Buddenbohms im Bild

Ich habe vor einiger Zeit meine Aversion gegen alle Formen des Bastelns hier bereits ausführlich beschrieben, ich muss aber doch noch einmal auf das Thema zurückkommen.  Und zwar wegen der Buchbinderei um die Ecke, die in dem Text damals vorkam. Die wurde, steht da, von zwei unfassbar freundlichen Damen betrieben, das war eine sehr richtige Feststellung. Allerdings kann ich die nicht mehr länger aufrechterhalten, denn die beiden Damen haben sich vor ein paar Wochen zur Ruhe gesetzt.

Da ist es natürlich überaus erfreulich und angesichts der Branche auch gar nicht unbedingt zu erwarten, dass die Firma eine Nachfolgerin gefunden hat – und noch weniger konnte man natürlich damit rechnen, dass diese Dame auch wieder superfreundlich ist. Zwischen ihr und Sohn II war es anscheinend Liebe auf den ersten Blick, er war vom ersten Tag an hingerissen von ihr. Und wenn man vier Jahre alt ist, dann kann man auch schon mal selbst einen kleinen Besuch in der Nachbarschaft machen, ein wenig Smalltalk halten und sich selbst verabreden. So nahmen wir etwas überrascht zur Kenntnis, dass sich Sohn II mit der Buchbinderin  zum Kastanienbasteln verabredet hatte. Und vermutlich habe ich bei seinem Satz “… mit mir bastelt hier ja keiner” sogar etwas schuldbewusst geguckt, jeder hat einmal schwache Momente. Und dann haben wir natürlich die Gelegenheit genutzt, Sohn I dort mitbasteln zu lassen, einen Kuchen gebacken und daraus gleich ein Familien-Event gemacht. Damit hätten wir das Thema Basteln dann für das zweite Halbjahr auch komplett erledigt.

So kann sogar ich mir das Basteln gefallen lassen, wenn Profis mit Kindern etwas werkeln, ich dabei Kaffeee und Kuchen bekomme und mir gelegentlich ein vorzeigbares Ergebnis hingelegt wird, doch, das geht sehr gut. Die Buchbinderin hatte eine Kollegin da und gemeinsam fabrizierten sie aus Kastanien und Eicheln die ganze Familie Buddenbohm. Das hat man auch nicht oft, dass man von so einem Künstler-Ensemble nachgebaut wird! Ich fand es ziemlich spannend, wie ich aussehen würde, ich zog vorsichtshalber die ganze Zeit den Bauch ein und war doch erleichtert, als die Figur mir am Ende auf eine sympathische Art entsprach. Aufrecht, würdevoll, freundlich. Wie ich eben so bin.

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Auch die Herzdame ist als Frau mit Stil und Anmut nicht zu verkennen, aber selbst wenn das nicht so gewesen wäre: Hauptsache, die Frisur sitzt.

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Wobei man da noch etwas nacharbeiten musste, denn die Herzdame ist ohne Brille irgendwie nicht vorstellbar.

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Sohn I, bemerkenswert präzise erfasst, man möchte fast sagen: wie aus dem Gesicht geschnitten.

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Sohn II mit der 06:30-Frisur. Er bestand auf einem etwas extravaganten Outfit, das ist morgens vor dem Kleiderschrank auch nicht anders. Liberace nichts dagegen.

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Das ist doch schön, dass ich hier entgegen aller Gewohnheit auch einmal ein Familienbild posten kann, nicht wahr.

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