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Weiter in dieser Reihe, es gibt Pilze. In dem Buch findet man nämlich ein paar Rezepte, die wirklich pappeinfach sind, ich begrüße das sehr. Nicht nur wegen des Komplikationsgrades der Zubereitung, über den man evtl. nachdenken muss, während man kocht, was mich manchmal überfordert, wenn parallel dazu zwei Kinder etwas von mir wollen und die Herzdame anruft und es an der Tür klingelt, nein, nicht nur deswegen. Ich begrüße das auch, weil pappeinfache Rezepte in der Regel weniger Zeit kosten. Slowfood in allen Ehren, ich verstehe das alles, super Bewegung, alles Gute, aber es nützt nichts, ich habe nun einmal keine Zeit.  Fast immer muss das Essen hier abends schnell auf den Tisch. Weil die Kinder sonst binnen Minuten verhungern, weil die Kinder völlig übermüdet ins Bett müssen, weil ich noch dringend an den  Schreibtisch muss, weil die Herzdame noch unbedingt arbeiten muss, weil sie noch tanzen geht oder was auch immer.

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Eine Pilzpfanne kostet sehr wenig Zeit. Pilze mögen hier außerdem seltsamerweise ausnahmslos alle, Pilze sind also super. Pilze brate ich dauernd, was ist dann an dem Rezept neu und anders? Das sind nur zwei Zutaten, aber die sind eben gut, die merke ich mir jetzt. Man kocht nämlich vor dem Braten 10 Gramm getrocknete Steinpilze in 100 ml Brühe auf, das gibt dem Ganzen deutlich mehr Kawumm. Das habe ich zwar gewusst, aber nie gemacht, manchmal ist es ja geradezu albern, was man alles jahrelang auslässt, das kann man mit dem Buch sehr schön lernen. 750 Gramm gemischte Pilze klein schneiden, scharf anbraten, dann nur noch kurz weiterbraten. Blätter von zwei Zweigen Majoran dazu, das habe ich sonst auch nicht gemacht, ich war eher die Paprika-Fraktion, das ist aber super mit dem Majoran. Eine kleingeschnittene Stange Lauch rein, etwas Butter und die Brühe mit den Steinpilzen, dann ist das quasi fertig. Saure Sahne mit Pfeffer und Salz würzen und drüberträufeln. Ins Wohnzimmer tragen, Fotos machen, bloggen, kalt essen.

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Man kann es natürlich auch heiß essen, schon gut. Auf den Fotos unten sieht man, wie kritische Leserinnen sofort bemerken werden, die saure Sahne nicht – weil ich auch mit dieser überschaubaren Zutatenliste anscheinend schon überfordert bin, es ist wirklich schlimm. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass die Herzdame gerade im Sturmtief verloren ging, während ich kochte, das lenkt dann doch etwas ab. Sie war auf der falschen Elbseite, und da passiert es in Hamburg erstaunlich schnell, dass man nicht mehr zurückkommt, wenn die Natur mal etwas aufdreht. Ich kochte und briet, während ich gleichzeitig auf dem am Kühlschrank hängenden Ipad nach Busverbindungen über die Elbe suchte und die Herzdame am Telefon durchs unwegsame und mir außerdem unbekannte Harburg dirigierte, während draußen vor den Fenstern verblüffende Mengen Holz vorbeiflogen und das Dach über uns bei jeder Böe bemerkenswert seltsame Geräusche von sich gab und ich zwischendurch immer wieder auf Twitter nachsah, wie es eigentlich Helgoland im Orkan erging. Es ist wirklich nicht immer ganz einfach, wenn es im Norden stürmisch wird.

Zu der Pilzpfanne gab es Kartoffelkarottenbuttergemüse. Das gibt es hier gerade aus seltsam zwingenden Gründen zu jedem Essen, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Demnächst auf diesem Sender!

Im Glas war ein Störtebeker Kellerbier. Zumindest bei mir.

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