Woanders – Der Wirtschaftsteil

Urban Gardening hat zweifellos das Potential, ein eher lauschiges Thema zu sein, es gibt aber auch andere Seiten. Denn in öffentlichen Gärten treffen Menschen aufeinander, was an sich schon  ein Problem sein kann, und es treffen auch jene Menschen auf Pflanzen, die Grünzeug eher idiotisch finden. Zumindest erst einmal. Dazu eine lange Reportage in der SZ über den “Garten der Harten” in Berlin. Und weil es vielleicht etwas nervtötend ist, immer nur nach Berlin zu sehen, hier noch ein Film über Andernach, die erste essbare Stadt Deutschlands. Schon etwas älter, das ist bei dem Thema allerdings völlig unerheblich.

Ein wenig mehr zur Utopie des Grüns im urbanen Raum gibt es bei der FR, das reicht im Text sogar bis zur sicherlich gewagten Formulierung von der “Generation Garten”. Utopisch mutet auch der Gemüseanbau in U-Bahntunneln an, das Thema hatten wir vor längerer Zeit schon einmal. Hier ein Update dazu, eine gute Gelegenheit, London ganz ohne Brexit zu erwähnen.

Wenn man das utopische Denken noch etwas weiter treibt, kommt man auf neue Formen der urbanen Siedlung, dazu hier ein Beispiel aus Holland (englischer Text).

Für den Smalltalk zu grünen Stadtthemen nehmen wir den Begriff Guerilla Grafting mit, da geht es auch um Essbares an erstaunlichen Stellen (englischer Text). Wichtig im Zusammenhang mit öffentlichem Grün ist auch die Bezeichnung “Urban Commons”, dazu ein Interview mit einem Stadtforscher.

Man sollte aber nicht vergessen, dass es nicht nur darum geht, Grün in die Stadt zu bringen, man muss auch Menschen in das Grün bekommen. Dazu am Rande noch ein kleiner Hinweis auf einen Designspaß aus Polen, man beachte das Multifunktionskonstrukt im Park.

Dann verlinken wir noch ganz passend zum Thema Designspaß ein wenig Amüsement für den Freundeskreis Fahrrad – da werden Räder gebaut, wie sie aus der Erinnerung gezeichnet wurden. Der Spaß wird noch besser, wenn man jetzt sofort zum nächsten Zettel greift und ein Fahrrad zeichnet.

GLS Bank mit Sinn

Gelesen: Kleiner Panda Pai

Kleiner Panda Pai

(Dies ist ein Text von Johnny Buddenbohm, auch bekannt als Sohn II, sechs Jahre alt)

Ich schreibe heute über Kleiner Panda Pai, das ist ein Buch von Saskia Hula, mit Bildern von Kerstin Schoene.

Das Buch hat uns der Verlag zugeschickt, obwohl das Buch eher was für Kleinkinder ist. Wir haben es aber trotzdem gelesen, weil ich das so wollte, und mir hat das Buch gefallen. Es geht um einen Panda, der klein und rot ist, weil Kleine Pandas eine ganz andere Art sind, die haben eigentlich gar keine große Ähnlichkeit mit den großen und schwarzweißen Pandas. Keiner hier hat gewusst, dass es überhaupt Kleine Pandas gibt. Der Kleine Panda büxt jedenfalls von zuhause aus und findet erst einmal nicht zurück zu seiner Familie. Er fragt andere Tiere nach dem Weg, z.B. einen Waschbären, der sieht auch wieder so ähnlich wie kleine Pandabären aus. Er findet aber erst einmal nicht nach Hause, weil er immer von Pandas spricht und die anderen Tiere das nicht verstehen, er sieht ja gar nicht richtig aus wie ein Panda. Am Ende hat er ein Abenteuer erlebt und auch gelernt, was er eigentlich ist.

Das Buch passt am besten für etwa Dreijährige und die Bilder sind auch gut gemalt. Mehr fällt mir dazu nicht ein, das reicht ja auch. Aber es ist jedenfalls gut.

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Hier haben wir noch einen Film über Kleine Pandas gefunden.

Wir verlosen unser Exemplar, einfach am Mittwoch kommentieren, was das Lieblingstier des Kindes ist, für das dieses Buch sein soll. Verschickt wird nur an deutsche Adressen, am Donnerstag losen wir aus.

Neue Chancen

“Ich hätte so gerne eine Kunstgalerie irgendwo an der Küste.” Das sagte die Herzdame neulich, als sie auf dem Sofa lag und verträumt nachdachte.  Das stellte sie sich nämlich schön vor, in Blickweite des Meeres zwischen interessanten Bildern oder Skulpturen entspannt auf Kunden zu warten, das hatte sie plötzlich ganz deutlich vor Augen. Und als helfender Partner hakt man da natürlich sofort nach. Warum soll man denn Träume nicht einfach verwirklichen, das geht doch in jedem Alter und in jeder Lebenssituation, das geht doch auch bei uns. Man kann immer noch und immer wieder über Optionen nachdenken und alles hinterfragen. Sei es nun beim Job, beim Wohnort, beim Alltag, das geht beim ganzen Arrangement, in dem man jahrelang herumlebt.

Es hält jung und flexibel, so positiv und lösungsorientiert nachzudenken, es bringt einen wieder auf Ideen und Möglichkeiten, die man in der Routine allzu schnell übersieht. Es gibt einen Wunsch, gibt es denn nicht auch einen Weg? Man muss doch nur die klassischen Fragen stellen – was hält auf, was kann weg, was muss bleiben, was muss anders werden – und dann mit den Antworten auch ernsthaft arbeiten. Das bringt dann wieder Schwung ins Leben, und Schwung ist immer schön. Ich war ganz begeistert! So eine attraktive Option! Ich sah mich schon im Galeriegarten seeluftumweht Kolumnen schreiben.

“Was hält dich denn bloß auf?” habe ich die Herzdame also gefragt, vollkommen bereit, alle Hindernisse entschlossen anzugehen. Ihre Antwort fiel allerdings so aus, dass es auch für mich als krisenerprobten Optimisten nicht ganz leicht war, damit umzugehen. Denn das Bild der kleinen Galerie an der Küste war zwar wirklich schön und anziehend, aber es gab etwas, das sie ziemlich überzeugend aufhielt: “Ich interessiere mich nur leider überhaupt nicht für Kunst.”

(Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten)

 

Woanders – Mit Hack, Suppe, Brexit und anderem

Grillen mit Hack” – es geht um Medien, logisch. Ich fand es sehr amüsant.

Wesentlich ernsthafter: Über Holocaustleugner in der Freundesliste.

Auch ernsthaft – ein kleiner Hinweis für Überwachungsphobiker, die ja nichts anderes als beinharte Realisten sind.

Im Deutschlandfunk geht es um James Krüss. Mit Grüßen an den Freundeskreis Helgoland!

Ein Artikel von Richard Gutjahr über den Brexit, besonders wichtig darin ist das Zitat von Douglas Adams, das man vielleicht zunächst wie einen Scherz liest, wie ein nettes Bonmot – und das doch eine so grundlegende Wahrheit ist, das es dringend zur Allgemeinbildung werden müsste. Denn es gilt ja für alles, für Technik, für Politik, für Kultur, für alles, alles. Es ist eine geschichtlich neue Situation, dass die Alten über längere Zeit unweigerlich die bestimmende Mehrheit der Gesellschaft  stellen werden, deswegen muss man von Anfang an darauf achten, wie sich diese Mehrheit auswirkt, welche Privilegien die Älteren für sich beanspruchen, welche Rechte sie für sich dauerhaft durchsetzen, wo ihre Sichtweise alles Neue und Andere im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt etc. Und das kann man, q.e.d., auch schreiben, wenn man selbst schon etwas älter ist, man muss ja mit den Jahren nicht naturgegeben aufhören zu denken. Es geht eben nicht nur um kinderfreie Zonen in Hotels und in Restaurants, die ich allerdings auch schon für ein eindeutiges und übles Symptom halte, es geht um das ganz schnell bizarr werdende Durchsetzen eines genrellen Old-School-Lifestyles. Meine Generation etwa hat die Weisheit nicht so dermaßen mit Löffeln gefressen, dass unsere Weltsicht zwingend als Regelwerk erhalten bleiben müsste.  Wenn man Kinder hat und ihnen zuhört, erfährt man sehr schnell, was die jetzt lebenden Älteren verrissen haben, und wenig ist das nicht. Man muss ja nur versuchen, die aktuellen Nachrichten zu erklären und in die staunenden Gesichter sehen.  Wie es in der FAZ heißt: Es wird Zeit dafür, dass die Jungen sich wieder mit den Eltern anlegen. Denn wenn es so weitergeht, wird ihre Welt für sie enger, begrenzter und  eintöniger werden und weit weniger Chancen offerieren, als wir sie noch wahrnehmen konnten.”

Anke Gröner über den Brexit.

Die Kaltmamsell mit ein paar Tweets und Zitaten zum Brexit. Und dann war da noch dieser Tweet:

 

Ansonsten mal wieder diese Suppe gegessen. Immer noch gut.

Ganz kleine Randbemerkung zur Elektromobilität

Ich komme gerade aus dem Lachen nicht mehr raus, weil ich ein bestimmtes Bild einfach nicht mehr loswerde, es ist ein wirklich grandioses Zukunftsbild, ich finde es so dermaßen erheiternd, es amüsiert mich sogar nachdrücklich trotz des verblüffend umfassenden Brexit-Elends, das will etwas heißen. Und damit andere auch etwas Erheiterung in schweren Zeiten haben, teile ich das Bild natürlich gerne, es ist ein Zukunftsbild der besonderen Art.

Wozu wir uns bitte einmal kurz etwas vorstellen, was so unwahrscheinlich und undenkbar gar nicht mehr ist, dass es nämlich gar keine Verbrennungsmotoren mehr gibt. Es ist auf unseren Straßen alles nur noch Elektro, Pedale, Solar, Wasserstoff, Atom, Gott bewahre, was auch immer, jedenfalls brennt und knattert da nichts mehr. Kann man sich vorstellen, ja? Einfach kurz mal geistig ins Jahr 2025, viel weiter muss man da wohl gar nicht.

Und dann! Und dann! Und dann stellen wir uns bitte die Hamburger Harley-Days 2026 vor – wie sich da so ein gestandener Altmöchtegernrocker in Rabaukenlederoutfit betont lässig auf seinen wilden, wilden Hobel schwingt, das Visier des Helms runterklappt, den Schlüssel dreht – und es macht ganz dezent: “summmmmmm”. Und dann gleitet er nahezu geräuschlos in den Sonnenuntergang, wozu er sich vergnügt “Born to be wild” pfeift.  

Ist das nicht zu und zu schön? Ich kann es gar nicht erwarten. Die Zukunft kann schon auch lustig werden, so ist es ja nicht.