Lauch-Börek aus der Pfanne

Türkei Vegetarisch

Rezepte gab es hier schon erstaunlich lange nicht mehr, es wird wieder Zeit. Und es geht los mit einem wirklich einfachen Rezept, mit sehr wenig Zutaten. Es kommt sogar ganz ohne Gewürze aus, es ist ratzfatz fertig und es schmeckt ganz außerordentlich gut.

Türkei Vegetarisch

Es ist ein Rezept aus dem ohnehin empfehlenswerten Buch “Türkei vegetarisch”, von Orkide & Orhan Tancgil, in der von Katharina Seiser herausgegebenen Vegetarisch-Reihe, die kam hier auch schon mit den Bänden zu Deutschland, Österreich und Italien vor. Der gerade erschienene USA-Band ist zwar noch in der Warteschleife (September 2016), aber bei mir fest im Programm. Das Buch zur Türkei ist – wie alle Bände der Reihe – nach Jahreszeiten eingeteilt, wer also saisonal kochen möchte, wird das zu schätzen wissen. Meinetwegen könnten sich gerne mehr Kochbücher so aufteilen, ich finde das sinnvoll.

Orkide und Orhan sind übrigens vielleicht von ihrem Blog bekannt, auch das kann ich sehr empfehlen. Die türkische Küche empfinde ich ja ohnehin als permanent unterschätzt, es lohnt wirklich, sich damit zu beschäftigen.

Nun zum Lauch-Börek, zur schnellen Küche. Das ist wirklich fix gebastelt, und man kann die Mengen der wenigen Zutaten auch aus dem Handgelenk schätzen, das Rezept verzeiht ein wenig Ungenauigkeit.

Lauch-Börek Zutaten

Wir brauchen bloß:

1 kleine Zwiebel

2 Stangen Lauch

150 g Beyazs Peinir, das ist türkischer Salzlakenkäse, den man in türkischen Läden in diversen Fettgehaltstufen bekommt

2 Eier

2 – EL Olivenöl

100 ml Milch, natürlich gerne Bio, nicht wie in meinem Bild, Bio war aus.

2 runde, große Yufka-Blätter, die bekommt man auch mit Sicherheit in jedem türkischenGeschäft oder in größeren Supermärkten.

Vor dem eigentlichen Rezept eine Entschuldigung, die gleichzeitig eine Empfehlung ist. Es gibt nämlich kein attraktives Foto vom fertigen Gericht, weil wir es, das ist mir tatsächlich noch nie passiert, aus lauter Gier zu schnell gegessen haben. Wie auch die anderen Bilder diesmal eher nebenbei entstanden, es musste alles sehr schnell gehen. Pardon, aber wir hatten wirklich großen Hunger. Das ist eine gute Gelegenheit, etwas zur Menge zu sagen: Für zwei richtig hungrige Menschen reicht das Rezept so wie hier beschrieben reichlich aus, beim letzten Bissen hat man dann vielleicht schon etwas Mühe. Wenn die Menschen aber nur normal hungrig oder auch einfach gesittet und bescheiden sind, reicht die oben angegebene Menge auch locker für vier Personen. Man kann Reste auch sehr gut kalt im Büro essen.

Die Zwiebel wird zerhackt, der Lauch wird in Scheiben geschnitten, laut Kochbuch mit 2/3 vom Grün. Beides in einer Pfanne mit etwa Olivenöl bei geschlossenem Deckel dünsten, rund zehn Minuten, mehr schadet erwiesenermaßen nicht.

Käse

Den Käse mit einer Gabel zerdrücken, nach zehn Minuten auch in die Pfanne geben und gründlich untermischen.

Lauch und Salzlakenkäse

Die Eier mit dem Olivenöl und der Milch in einer Schüssel verrühren.

Und nun zitiere ich das Kochbuch, weil es so herrlich kompliziert klingt, aber eigentlich ganz einfach ist: “In eine beschichtete Pfanne […] 2 EL Olivenöl geben, 1. Yufka-Blatt mittig plazieren, so dass die Ränder überhängen.Das 2. Yufka-Blatt vierteln, ¼ davon leicht knittrig in die Pfanne legen und etwas Milch-Ei-Sauce darauf tröpfeln. Wieder ¼ Teigblatt in die Pfanne geben, Hälfte der Lauch-Füllung darauf verteilen. Die beiden letzten Teigteile ebenfalls locker einlegen und mit etwas Milch-Ei-Sauce begießen. Den rest der Füllung darüber verteilen. […] Überhängende Teigränder in die Pfanne falten. Mit dem Rest der Sauce bestreichen.”

Lauch-Börek-Faltkunst

Lauch-Börek-Faltkunst

Lauch-Börek

Wenn jemand Yufka-Teigblätter nicht kennt – die reißen sehr leicht, also unbedingt vorsichtig anfassen, denn zumindest das untere, das zuerst als Boden in die Pfanne kommt, muss heil bleiben. Beim Rest ist es eigentlich egal, in welchem Ausmaß der Unordnung das in der Pfanne landet, ob nun Viertel, Drittel, Fetzen – das wird schon.

Yufka-Blätter

Das wird dann, nachdem man die Ränder zugeklappt hat, bei mäßiger Hitze gebraten, bis es von unten goldbraun ist. Was allerdings gar nicht so einfach festzustellen ist, denn wenn man es zu früh anhebt, zerreißt alles. Man kann es aber recht simpel mit einem Teller stürzen und nachsehen. Dann die andere Seite ebenso braten – fertig. Die braune Farbe wird in “goldbraun” übrigens nicht umsonst erwähnt, die darf schon ausdrücklich vorkommen.

Zum Schluss noch schnell ein belegtes Brot für die Kinder machen, denn Lauch-Börek essen die Banausen natürlich wieder nicht. Also zumindest die Banausen in diesem Haushalt hier nicht, aber darauf nehme ich bekanntlich keine Rücksicht.

Lauch-Börek

Beim ersten Mal denkt man über dieses Falten und Vierteln noch nach, beim zweiten Mal macht es sich schon von selbst. Wie Sohn II sagen würde: “BÄMM, fertig.”

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Ein paar Artikel zu dem, was ungerecht, unsozial oder sonstwie seltsam in der Gesellschaft ist. Und da fangen wir gleich mit der großen Keule an. Sowohl was die Fakten im Text als auch was die Überschrift betrifft: Mehr Gerechtigkeit wagen.Und weil das Thema Boni gerade ein paar Leute mehr aufregt, noch ein Einwurf aus der Schweiz mit einem anderen Vorschlag, wer diese Wohltaten erhalten sollte. Und zwischendurch kann man sich ruhig auch einmal fragen, ob das eigentlich jemanden stört, dass es diese Ungleichheit gibt. Oder ist das eben so, quasi per Naturgesetz, in unserer Form des Wirtschaftens? Es stört tatsächlich. Diese Meldung aus der Zeit kann man da ruhig ein wenig mitdenken, da geht es um den schweren Schritt von “es stört mich” zu “ich mach was”.

Dieses “Ich mach was” kann sich auch anders und sehr unerfreulich auswirken, dazu Heinz Bude in der FAZ.

Aber viele werden jetzt denken, dass sie ja gar nicht dazugegehören, dass sie also weder in irgendeinem Aufsichtsrat sitzen noch bitterarm sind, sondern eher in der Mitte zu finden sind, in einer Mitte, die im letzten Jahr in etlichen Artikel als bedroht dargestellt wurde. In der Zeit hält man dagegen, das ist lang und lesenswert, da geht es auch noch einmal um staatlich festgeschriebene Ungerechtigkeiten. Mitlesende Eltern möchten vielleicht besonders auf die Textpassage mit dem “Mix aus Harvard und Bullerbü” achten – eine wunderbare Formulierung und womöglich ein Treffer.

Beim Spiegel geht es um die anderen, die von allen (nicht nur finanziellen) Boni weit entfernt sind, es geht um die Armen und um die Definition der Armut die, wie könnte es anders sein, auch etwas komplizierter ist, als man zunächst denkt. Vielleicht passt dahinter ganz gut eine Meldung, die eher in den Panorama-Teil der Tagespresse passt, aber doch etwas wirtschaftlich Wichtiges verdeutlicht: Die reichen Familien in Florenz sind immer noch die, die es auch schon vor 700 Jahren waren.

Für den Freundeskreis Fahrrad hatten wir in der letzten Woche eine Meldung zu Dienstfahrrädern, wir machen heute mit Spezialrädern weiter, diesmal geht es um Lastenräder. Einer fahre des anderen Last, das passt doch recht gut zum Rest des Textes heute.
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