Beifang vom 18.01.2017

Nur zwei Links zwischendurch, es sind schon wieder etliche Termine in meinen Alltag hineingeraten, weiß der Teufel, wo die immer alle herkommen. Tanzen gehen, weiterführende Schulen besichtigen, Elternabende, Lernzielentwickungsgespräche, Kindersport, Theater, ein Neujahrsempfang, Zahnarzt, Handwerker, die irgendwas in der Wohnung anstellen, was dann weitere Handwerkerbesuche nach sich zieht, wir haben da gerade eine Serie gewonnen, dauernd ist irgendwas, meistens muss man dafür sogar vor die Haustür, schlimm.

Hier aber immerhin ein hervorragender Text über Rammstein.

Ein Interview mit Max Goldt. Die Stelle über das gute Benehmen ist ganz wunderbar. Ansonsten geht es da um Schreibblockaden, auch interessant. Erich Mühsam übrigens hat sich mit seinem Tagebuch vor dem Schreiben gedrückt. Ein typischer Eintrag dort fängt an mit “Heute nur ein paar Zeilen” an, weil er ganz dringend Texte abgeben muss, in dieser Nacht noch und es ist doch bereits zwei Uhr durch, er ist wirklich in Not, er muss liefern, er hat überhaupt kein Geld mehr, er braucht das Honorar – und dann beschreibt er erst einmal seitenlang, wer am vorigen Abend wen in welcher Kneipe wohin geküsst hat, wer neben wem gesessen hat, wer mit wem mitging, stellt zwischendurch entsetzt fest, dass er auf diese Art seine Arbeit nicht schaffen kann, unmöglich schaffen kann, schreibt aber im Tagebuch immer weiter, zur Not eben genau darüber. Es ist nicht so, dass wir die Prokrastination erfunden hätten, das konnten sie damals auch schon ganz gut.