Beifang vom 18.02.2017

Bei Wired Hinweise auf Podcasts gesehen, die doch noch einmal einen Versuch wert sind. Ich scheitere bei Podcasts immer an den Gelegenheiten, sie in Ruhe zu hören. Ich dachte eine Weile, beim Kochen könnte es gut gehen – aber ich brate und klappere und rühre einfach zu laut, ich müsste das sehr laut hören. Aber dann würden die Kinder in die Küche kommen und fragen, was ich da denn höre, dann müsste ich das erklären, dann würden sie interessiert nachfragen, dann würde ich mehr erklären, dann würde wieder nichts hören. Schlimm.

Bei Read on geht es um heißes Essen. Heißes Essen ist hier eine der Sollbruchstellen in der familiären Harmonie, denn aus nicht nachvollziehbaren Gründen fängt die Herzdame mit dem Decken des Tisches, dem Suchen der Kinder, dem Befüllen der Trinkgläser etc. immer erst an, wenn ich fertig gekocht habe. Und es kann dann natürlich dauern, bis sich alle überlegt haben, was sie trinken wollen, welchen Teller in welcher Farbe sie wollen, wo sie sitzen wollen, in welchem Raum sie überhaupt essen wollen und oh! Da ist ja gar kein Tisch frei! Dann räumen sie erst einmal auf. Währenddessen stehe ich am Herd, esse beleidigt und direkt aus der Pfanne, alleine aber heiß und ja, ich habe es auch nicht immer leicht.

Zu Gerhard Henschels Arbeiterroman. Sollten Sie versehentlich Gerhard Henschel nicht kennen, lesen Sie alles von ihm, es ist großartig. Ich habe einen Band bisher noch nicht gelesen, einfach nur um noch einen ungelesenen Band zu haben. So gut ist das.

Peter Glaser verweist auf das Blog “What’s in your bedroom”. Ich wundere mich schon seit ein paar Wochen, dass wir noch keine neue Wohnung gefunden haben, wo wir doch erstmals in all den Jahren das perfekte Schlafzimmer eingerichtet haben, das uns beiden gefällt. Dabei waren beide ganz sicher, dass diese Methode verlässlich klappen würde. Sie hat bei der letzten Wohnung auch geklappt, damals hing alles an der letzten Lampe im Flur. Da hing längere Zeit nur eine nackte Glühbirne, schäbig und gemein. Nach mehreren Jahren haben wir dort endlich eine feine Lampe montiert, es gab wundervolles Licht, zack, sofort neue Wohnung gefunden, Lampe wieder abgebaut. So einfach! Der Wohnungsmarkt muss wirklich kaputt sein, wenn solche althergebrachten Methoden nicht mehr funktionieren.  

Hier noch ein weiteres Blog mit “Was schön war”. Und gleich so besonders schön.

Und dann noch etwas, das mich auch gerade beschäftigt. “Die Logik ist irre: Je mehr schlechte Nachrichten konsumiert werden, desto größer der Gewöhnungseffekt. Ohne schlechte Nachrichten, das ist, als hätten wir keine Frisur. Apokalypse geht immer, sie ist unsere Religion, sie ersetzt das Heilige. Sie ist unsere Droge gegen die Langeweile und man kann sie immer rausholen, wenn man mal wieder gar nichts zu sagen hat. Schlechte Nachrichten relativieren unsere Existenz: So schlimm wie Trump kann ich gar nicht sein. Es geht immer noch schlimmer.”

Ansonsten denke ich verschärft über bunte Rollkragenpullover nach.