Kleiner Tipp für Restaurantbesuche mit Kindern

Die einen oder anderen Eltern werden das Problem kennen, ein Restaurantbesuch mit Kindern ist nicht in jedem Fall und schon gar nicht mit jedem Kind ganz einfach. Es kommt manchem Kind leider äußerst langweilig vor, da so einfach am Tisch zu sitzen und endlos auf ein fremdgekochtes Essen zu warten, das womöglich nicht einmal schmeckt oder unbekanntes Gemüse und andere Schweinereien enthält oder was es da an Schrecken noch alles gibt. Gläser kippen, Besteck fällt, Stühle kippeln, Fangen spielen um die Tische herum, zischende Eltern, geflüsterte Drohungen wüstester Natur, schmollender Nachwuchs, hektisches Essen, bloß raus hier, na, und so weiter, das hat jeder in der eigenen Familie oder doch bei den verzweifelten Eltern am Nebentisch schon erlebt. Die Lage wird nicht gerade einfacher, wenn man mehrere Kinder dabei hat, die Lage wird auch nicht unbedingt besser, nur weil die Kinder irgendwann ein gewisses Alter erreicht haben. “Du bist doch nicht mehr 5!” (6! 7! 8! Und immer so weiter, wie viele Jahre lang auch immer.)

Weil wir aber gerade eher zufällig herausgefunden haben, wie sich Kinder im Restaurant absolut tadellos benehmen, ohne jeden in welcher Form auch immer angewandten elterlichen Druck, möchte ich dieses Wissen schnell mit eventuell notleidenden Eltern teilen, fast hätte ich gerade etwas von froher Botschaft geschrieben. Es handelt sich um einen Tipp für etwa neun- oder fast zehnjährige Kinder, sie müssen lesen und rechnen können, dann läuft das. Der Trick besteht einfach darin, die Kinder ohne Eltern ins Restaurant zu schicken.

Wir haben hier nämlich einen Neuneinhalbjährigen, der seinen Kumpel zum Geburtstag zum Essen eingeladen hat, wobei Eltern natürlich nur gestört hätten, es gab immerhin Dinge zu besprechen. Das ist übrigens auch als Geburtstagsgeschenk ein wirklich brauchbarer Tipp für die Altersklasse, das kam gut an, aber das nur am Rande. Die beiden hatten genug Geld dabei, sie konnten die Karte lesen. Sie saßen, wie uns hinterher berichtet wurde, gerade und konzentriert am Tisch, warteten geduldig aufs Essen, aßen alles auf, wobei sie das Besteck benutzt haben, wie es unter zivilisierten Menschen üblich ist. Sie haben nicht mit den Kerzen herumgespielt und auch keine Gläser umgeworfen, sie haben das Brot nicht zu Mehl zerbröselt. Sie teilten sich die Reste, sie verzichteten nach sinniger Überlegung auf Nachtisch. Sie rechneten nach Kenntnisnahme der Rechnung mit Feuereifer und vereinten Kräften ein passendes Trinkgeld aus und verließen das Restaurant stolz wie Bolle. Das Kapitel haben wir jetzt pädagogisch abgehakt, Essen gehen können die.

Man muss manchmal als Eltern gar nichts machen, man muss vielleicht nur einfach einen Tisch reservieren und ein nettes oder besser noch sehr nettes Lokal kennen, in dem es zum Beispiel eine anständige Pizza gibt. Zack, fertig. Wir reservieren dann schon einmal einen Tisch im April 2019, wenn das andere Kind auch soweit ist.