Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, die seit Tagen nicht geschlafen hat.

Oh! Mein! Gott! Ich habe schon ganz dunkle Ringe unter den Augen. Ich kann seit Tagen nicht mehr richtig schlafen. Und das alles weil der Gatte täglich neue Gartenbücher anschleppt: „Guck mal, Schatz!“, „Lies mal, Schatz!“, „war total günstig, Schatz“, „Hier, Garten im Shabby Chic, Schatz, das gefällt dir bestimmt!“

#Strebergarten #schrebergarten

An sich wäre das ja gar nicht so schlimm – nicken und weiterreden lassen. Das gibt sich wieder. Aber der Gatte will auch direkt alles aus den Büchern nachgärtnern. Am besten sofort. Setzlinge in alten Konservendosen, „Vertical Gardening“ (quasi das neue Urban Gardening) mit Europaletten, Insektenhotels aus Schrott und Blumen in Treckerreifen. Wir haben noch nicht mal die essentiellen Dinge wie Wasser, eine Laube oder einen Rasenmäher, aber der Gatte will mir schon den ganzen Garten zumüllen. Das ist der eine Grund meiner schlaflosen Nächte: Albträume.

Der andere Grund heißt Rasenmäher. Jetzt haben wir einen Garten mit sehr viel Rasen, aber noch nichts um ihn zu kürzen. Wenn es nach dem Gatten gegangen wäre, wäre er gestern schon in den nächsten Baumarkt gegangen und hätte einfach den nächstbesten gekauft. Dabei kann er noch nicht mal einen Rasenmäher von einer Sense unterscheiden.

Ich hingegen gehe so eine Investition gerne strukturiert an und recherchiere erst mal, was es gibt und was das Beste für uns ist. Das Allerbeste wohlgemerkt! Und das zum besten Preis, versteht sich! Eine wahre Herausforderung – vor allem mit dem Mann im Nacken, der schon auf halben Weg in den Baumarkt ist.

Ich habe jetzt so viel über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rasenmäher gelesen und Vergleichsportale bis spät abends studiert, man könnte mich nachts wecken und ich könnte alles im Schlaf runterbeten „Benzinrasenmäher … Akkurasenmäher … Bosch … Einhell … SABO … WOLF … BRAST … BRILL … Makita … HECHT … geeignet für xyz qm Rasenfläche … Leistung … Schnittbreite … Fangkorb … Radantrieb … Lautstärke … Mulchfunktion … gutes Schnittbild … besonders gutes Schnittbild … gute Fahreigenschaften …“. In der Theorie weiß ich jetzt sogar, wie man die Messer wechselt oder einen Benzinrasenmäher richtig wartet. In der Praxis weiß ich aber immer noch nicht, welchen wir überhaupt kaufen sollen. Oder ob doch lieber gebraucht bei…. taddaa… Ebay-Kleinanzeigen. Denn so viel Geld wollten wir eigentlich nicht dafür ausgeben. Immerhin kommt noch eine neue Laube auf uns zu.

Eines kann ich aber schon mal ausschließen, ein Elektrorasenmäher mit Kabel kommt für uns nicht in Frage. Nach spätestens zweimal Mähen ist einer der Jungs (erwachsene inklusive) übers Kabel gefahren. Ein Akkurasenmäher wäre bestimmt besser für die Umwelt, leiser und wartungsärmer als ein Benzinrasenmäher. Aber unsere Rasenfläche ist zu groß dafür, als dass man entspannt mit einer Akkuladung auskommen würde. Außerdem fehlt uns neben der Laube auch noch die Stromversorgung im Garten, vielleicht auch noch für länger. Also bleibt erstmal nur Benzin.

Unverzichtbar finde ich einen zusätzlichen Radantrieb. Man wird ja auch nicht jünger und das schwere Ding durch den Garten zu wuchten, ist mit “Rücken“ und „Knie“ und „Schulter“ bestimmt kein Spaß.

Außerdem liebäugele ich mit einer Mulchfunktion. Dabei wird das Gras so klein gehäckselt und wieder ausgeworfen, dass der Rasenschnitt als Mulch liegenbleibt und somit den Rasen düngt.

Und der Gatte möchte natürlich schnell mit dem Rasenmähen durch sein, damit mehr Zeit bleibt, um all die Treckerreifen, Europaletten und Konservendosen zu bepflanzen. Das heißt: viel Leistung, große Schnittbreite und großes Volumen beim Fangkorb (wenn nicht gemulcht wird). Wir bewegen uns also schon wieder im Luxussegment der Rasenmäher. Es ist doch zum am Rad drehen.

Nun gut. So lange ich noch darüber nachdenke, welcher Rasenmäher jetzt am besten zu uns passt, kaufe ich dem Gatten einen handbetriebenen Spindelmäher, pflocke ihn wie eine Ziege in der Mitte des Gartens an und lasse ihn dann immer im Kreis mähen. Da hat er was zu tun und kommt nicht weiter auf dumme Gedanken.

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