Die Herzdame veranstaltet ein Kettensägenmassaker

Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, brrmmmm, brrmmm.

Ich bin auf den Geschmack gekommen. Seit einiger Zeit. Genau genommen, seitdem wir uns für einen Garten entschlossen haben.

Aufgewachsen als Tochter eines Bauunternehmers und zwischen Baumaschinen hatte ich schon als Kind eine Leidenschaft für Bagger und schweres Geschütz. Aus nicht mehr rekonstruierbaren Gründen bin allerdings nie damit gefahren, was wahrscheinlich zum Kindheitstrauma geführt hat. Denn wer mich kennt, der weiß, dass es mein größter Traum ist, endlich einmal Bagger zu fahren. Oder noch lieber Bobcat (keine bezahlte Werbung).

Darüber hinaus habe ich während meiner Kindheit auf dem Bau aber eigentlich nichts wirklich Brauchbares gelernt. Leider. Ich kann gerade mal einen Nagel krumm in die Wand schlagen und habe dabei auch noch Angst, etwas kaputt zu machen. Da ich dazu noch einen Mann geheiratet habe, der zwar mit Füller und Bleistift umgehen kann, sonst aber zwei linke Hände hat, wird in unserem Haushalt quasi gar nicht gehandwerkt. Sehr zum Bedauern von Sohn 2, der gerne und sehr kreativ mit Hammer und Schrauber hantiert.

Ich bin auch immer wieder erschüttert über unsere Beziehung, zwei Handwerkerkinder, die nichts können. Egal …

Als wir uns mit dem Thema Strebergarten befasst haben, habe ich mich auch gedanklich intensiv damit auseinandergesetzt, dass man dann nicht alles extern machen lassen kann und irgendwie selbst ran und dazulernen muss. Nun habe ich mir einen Ruck gegeben und gleich mal mit der Kettensäge angefangen.

Freunde von uns haben sich ein Wochenendhaus auf dem Land gekauft, welches sie gerade zum Großteil selbst komplett renovieren. Anfangs fand ich es ziemlich meschugge, dass sie die Bruchbude nicht einfach abreißen und neu bauen. Soo viel Arbeit! Mittlerweile habe ich aber kapiert, dass das ja der Witz ist … selbst zu renovieren. Und so sind wir auch schon ein paar Mal damit hingefahren und haben mitgeholfen.

Weil aber immer nur Rasenmähen und Steineschleppen auf Dauer uncool ist, habe ich darum gebeten, dort Kleinholz zu machen. Mit der Kettensäge. Natürlich.

Brrrrmmmm brrrrmmm

A post shared by Maret Buddenbohm (@hildchen77) on

Und weil das so ein befriedigendes Gefühl ist, wenn der Holzhaufen zentimeterweise kleiner wird, und weil es toll ist, wenn man sich körperlich verausgabt, und weil es so befreiend ist, wenn man bei seiner Arbeit mal nicht nachdenken muss, bin ich jetzt voll auf den Geschmack gekommen und möchte das öfter machen.

Weil man aber nach der Arbeit nicht immer aufs Land rausfahren kann, habe ich mir jetzt bei uns im Garten was für die Kettensäge gesucht: Die Koniferen.

Auf unserer Parzelle haben wir 10, in Worten „zehn“ Koniferen. Und wo die Koniferen stehen, wächst kein einziger Grashalm mehr. Deshalb spricht man davon wahrscheinlich auch als Friedhofsbaum. Alles drumherum ist tot. Nicht nur auf dem Friedhof.

Außerdem hat unser Vorgänger einen Großteil der Koniferen als Sichtschutz direkt vor der Laube gepflanzt. So dicht, dass absolut kein Licht mehr reingekommen ist. Wobei ich mich da frage, wozu er dann überhaupt Fenster in die Laube gebaut hat. Egal, die Koniferen müssen weg.

Jetzt hätte es natürlich auch die Möglichkeit gegeben, wieder mal jemanden damit zu beauftragen. Oder vielleicht den Abrissunternehmer, der hoffentlich bald mal die Laube abreißt, das auch machen zu lassen. Aber das ist unsportlich. Das kann man ja auch selbst machen, dafür muss man niemanden bezahlen.

Der Ehrgeiz hatte mich gepackt und ich habe mich kurzerhand mit unserem Kettensägen-Freund verabredet und brrrrmmmm … Kettensägenmassaker.

Die ersten drei von zehn Koniferen haben wir geschafft. Angefangen haben wir mit den beiden direkt vor dem Fenster unserer Laube. Ehrlich gesagt, hatte ich anfangs dann schon noch ein bisschen Angst, dass es mir vielleicht doch nicht so gefallen würde, wenn alles gerodet ist.

Ich habe mir das nach dem ersten gefällten Baum noch mal genau angeschaut, aber es war alles richtig so. Der Blick durch den Garten auf die Laube… eigentlich schade jetzt, dass sie abgerissen wird. Mit ein bisschen Farbe könnte sie noch ganz hübsch werden.

Und drinnen erst! Da hat man jetzt richtig Tageslicht. Und einen tollen Ausblick auf den Garten. Das müssen wir unbedingt bei der Ausrichtung der neuen Laube berücksichtigen.

Hier kann man sich bei Instagram durch die Vorher-/Nachherbilder klicken:

Und es werde Licht! #Kleingarten #Schrebergarten #Garten #BillerhuderInsel

A post shared by Maret Buddenbohm (@hildchen77) on

Und wo wir gerade so gut dabei waren, haben wir uns auch sofort an die größte Konifere im Garten gemacht. Immer alles sportlich angehen!

Es war nicht ganz einfach, da die Konifere doch deutlich größer war als wir. Aber wir haben es dann zu zweit geschafft, sie Stück für Stück umzulegen. Ein bisschen schade war es dann, dass es so stark zu regnen anfing, dass wir abbrechen und den Stumpf stehen lassen mussten. Jetzt dient er den Söhnen als Kletterbaum und Hochsitz. Ich befürchte, er wird auf ewig da stehen bleiben müssen.

Da musste ich also erst fast Ende 30 werden, um meinen ersten Baum zu fällen. Und das fühlt sich richtig gut an. Brrrmmm.

Frauen bei der Arbeit:

Frauen bei der Arbeit #Kettensäge #Kleingarten #Schrebergarten #Garten #BillerhuderInsel

A post shared by Maret Buddenbohm (@hildchen77) on

Hier kann man sich bei Instagram durch die Vorher-/Nachherbilder klicken:

#BillerhuderKettensägenmassaker #Kettensäge #Schrebergarten #Kleingarten #Garten #Billerhuderinsel

A post shared by Maret Buddenbohm (@hildchen77) on

Sämtliche Sicherheitsbelehrungen über fehlende Ausrüstungsgegenstände und Sicherheitsvorkehrungen sind übrigens schon reichlich durch den Gatten erfolgt. Mehrfach.

PS: Beim Schreiben dieses Blogposts musste ich an den Horrorfilm „Texas Chainsaw Massacre“ denken und weil ich dann mal „kurz“ recherchieren musste, ob ich den Film in meiner Jugend eigentlich gesehen habe und wenn ja, worum es da noch ging, bin ich dann die nächsten zwei Stunden im Internet hängen geblieben und habe die Trailer sämtlicher Splatterfilme gesehen. Um dann festzustellen, dass ich offensichtlich ziemlich wenig dieser Filme geguckt habe und auch nicht das Bedürfnis habe, dieses jemals nachzuholen.

PPS: Als ich Sohn 2 dann am nächsten Abend zu Bett brachte, in sein Hochbett kletterte und dann am Regal, an der weißen Wand, am Bettrahmens und auf dem Bettlaken die weiträumig verteilten Blutspritzer des letzten Niesers mit Nasenbluten sah … brrrmmmm.

Beifang vom 02.11.2017

Es ist gerade nicht so einfach, weswegen hier ungewöhnlich lange nichts erschienen ist, nun aber doch wenigstens ein paar Links. Das ist ja kein Zustand, so ganz ohne Blog.

Lars Fischer über die Pest: “Wir werden alle sterben”.

Eine Dachfarm in New York. So etwas gibt es meines Wissens in Hamburg noch nicht, auch erstaunlich. Oder ich bekomme wieder nichts mit.

Ein Nachruf auf die Rowohlt-Monographien, die Älteren erinnern sich.

Thalia als Muse der Mafia.

Auf Twitter wurde die Herzdame um einen bebilderten Produkttest zur Guldkannan gebeten. Wobei ich mittlerweile so im Gartenwahn bin, ich finde das Produkt durchaus einleuchtend. Der Preis ist allerdings etwas gaga.

Sie haben keinen Fährmann mehr.

Es übersteigt mein musikalisches Wissen dramatisch, aber ich lese dennoch gerne solche Erklärungen zu Liedern, die ich kenne.

Ein Filmverriss. Ich habe mich beim Titel verlesen und war zuerst bei “Barbie – die Magd der Delfine”, seitdem habe ich allertrashigste Drehbuchfantasien. Schlimm.

Und gerade gefunden: Jan Johansson. Man müsste Klavier spielen können, müsste man nicht?