Der Weihnachtsbaum ist mittlerweile von unserem Balkon geflogen, das ist natürlich immer eines der wenigen Highlights im Januar, der Monat hat ja sonst meist nicht viel zu bieten. Wir haben den Rest von Weihnachten in den Keller geräumt. Ich verschreibe mich, nanu, schon nach drei Werktagen nicht mehr beim Datum und die erste Arbeitswoche wurde allgemein mit großer Tapferkeit ertragen, zumindest sahen die Leute in der morgendlichen S-Bahn danach aus, so bleich und doch gefasst.

Aus unklaren Gründen habe ich das Jahr übrigens im Anzug begonnen, das fühlt sich ganz seltsam an, wenn man lange keinen Anzug getragen hat, ganz fremd – aber auch nicht schlecht. Oder, wie die Söhne sagen würden: “So viele Taschen sind doch toll.” Daraufhin prompt am ersten Werktag mit dem Anzug ins Büro gegangen, wo mich dann alle irritiert fragten, was ich denn jetzt wieder vorhätte, mit diesem seltsamen Unterton, der mir die wildesten Eskapaden zutraut, warum auch immer. Dabei kennen mich diese Kollegen erst ein paar Jahrzehnte! Schlimm. Wobei mir einfällt, dass einige wenige mich sogar noch in der Mode der Achtziger Jahre erlebt haben, da darf man gar nicht länger drüber nachdenken, man möchte sonst sofort Zeugen beseitigen. Die einzige Kollegin, die noch Fotos aus der Zeit hat und diese gelegentlich sogar herumgezeigt hat, ist allerdings gerade in Rente gegangen. Manches erledigt sich quasi von selbst, man muss nur etwas warten.

Egal, bei näherem Hinsehen brauche ich eh einen neuen Anzug oder zwei, die Modeentscheidung 2018 wird also erst einmal einfach verschoben. Ich sage dann schon noch Bescheid, was jetzt Trend ist, das bleibt hier selbstverständlich serviceorientiert.

Wie das Jahr 2018 überhaupt zu nehmen ist, das ist auch anderweitig vollkommen unklar, es scheinen gerade recht viele etwas irritiert innezuhalten, zumindest in meiner kleinen Filterbubble. Es ist eine seltsame Welle, da denken so viele gerade z.B. über das Bloggen an sich nach, etwa hier, es wird einem ganz retro zumute. Und an anderer Stelle dann diese kleine Randbemerkung: Vermutlich müsste ich eigentlich in einer Punkband spielen. Oder Bloggen. Ja, Bloggen, das wärs.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Journal, also ein eher klassisches Tagebuch, mit einer App führen wollen würde, aber vielleicht ist das in Bezug auf den Garten gar keine schlechte Idee? Da mal drüber nachdenken! So ein Journal in Papierform neigt nämlich dazu, nicht da zu sein, wo ich gerade bin, habe ich in den letzten Wochen gemerkt. Das ist für beliebige Notizen natürlich egal, weil ich mittlerweile in jeder Tasche ein Notizbuch habe, nahezu wahnhaft, aber bei einem Journal zu einem bestimmten Thema ist das doch eher blöd. Außerdem probiere ich neue Apps gerne aus, quasi Spieltrieb. Bei diesem Herumspielen schon gesehen: wenn man bei der im Artikel erwähnten Momento-App die Streams von Instagram und Twitter reinliest und nur ein, zwei Stichwörter pro Tag ergänzt, dann ist das als gut sortierte Erinnerungsliste nur für den Privatgebrauch schon mal ganz fein. Wenn man so etwas denn braucht.

Aber braucht man das? Also abgesehen von Spezialthemen, bei denen das ziemlich klar der Fall sein kann? Ändert das denn was, wenn man alles so nachlesen kann? Ich könnte eigentlich ganz gut im Blog nachsehen, was ich wann gemacht habe, das habe ich den letzten dreizehn Jahren genau nullmal gemacht. Hm.

Dieser Text hat gar keinen vernünftigen Bogen und kein ordentliches Ende, merke ich, aber ich lasse das jetzt so, warum auch nicht, ich kann hier ja so unausgegoren sein, wie ich möchte, nicht wahr. Das Jahr ist es immerhin auch noch, das passt schon.

Zum Schluß nur noch – und auch das ohne jeden Zusammenhang – die Haifischbarpolka, mir ist gerade so. Leichtes Schunkeln nicht unangemessen!

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