Zwischendurch ein Dank an die Leserin B.A.K., die den Söhnen einen Film und ein, wie nennt man das denn, ein Puzzleding geschickt hat. Große Freude bei den Kindern, “Nachts im Museum” wurde sofort gesehen, allerdings ohne uns, ich kann dazu also nichts sagen, wir haben uns abends auf Partys herumgetrieben. Ich erinnere mich zwar ganz dunkel, den Film früher, viel früher auch einmal gesehen zu haben, aber ich weiß überhaupt nichts mehr davon. Das Puzzleding ist tangram-ähnlich und ich sehe gerade, zu Tangram gibt es eine Entstehungslegende auf Kalenderspruchniveau. Haben wir das auch gelernt, fein.

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Ich nehme an, alle Eltern mit auch nur dem geringsten Schulhofkontakt in Hamburg kennen den Satz “Zeig mal Respekt, Digga”, mit dem viele Kinder ab dem Grundschulalter auf vermeintliche Unfreundlichkeiten anderer Kinder reagieren. Die obligatorische Antwort darauf ist “Zeig du mal Respekt”, mit verschärfter Betonung auf dem DU, versteht sich, und es gehört zum korrekten Sprachgebrauch des Nachwuchses, den Satz so auszusprechen, dass er nach gebrochenem Deutsch klingt, ganz egal, wo man herkommt und wie bildungsbürgerlich sich das Elternhaus gibt. Was ich nur erzähle, weil es neulich in irgendeinem Familiendialog hier auf Kinderseite eine Verwechslung von Respekt und Prospekt gab, weswegen jetzt jeder, der hier im Haushalt etwa eine Werbung aus dem Briefkasten in der Hand hat, sofort mit “Zeig mal Prospekt, Digga” angesprochen wird. Und so etwas schleift sich dann ein, irgendwann denkt niemand mehr an den Ursprung dieses Scherzes und man verwendet den Satz ganz selbstverständlich so und alle anderen halten die Familie für komplett irre, wenn sie das zufällig hören. Kann man nichts machen.

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Wir waren kurz im Garten, wo jetzt ein ziemlich großer Bagger auf dem Rasen herumsteht, außerdem ein riesiger Container. Die Koniferen stehen dafür nicht mehr, es ist ungewohnt hell in den Beeten, da die trostlosen Nadelsäulen dem Licht nicht mehr im Weg herumstehen. Die Laube ist schon etwas demontiert, das geht jetzt vermutlich alles schnell. Den Rasen kann man nach den Bauarbeiten natürlich vergessen, ich googele also bei Gelegenheit schon mal “Rasen neu anlegen”, ich habe ja keine Ahnung von gar nichts. Dafür ist der Herr Abrissunternehmer bisher recht kunstvoll und geradezu liebevoll um meine ersten stümperhaften Gärtnerversuche herumgekurvt, das ist alles noch da, jeder Staudenrest noch am Platz, der Knoblauch steht ebenfalls weiter aufrecht und grün und irgendein einsamer Frühblüher bricht doch tatsächlich gerade durch. Keine Ahnung, was das wird, ich habe mir nicht gemerkt, welche Zwiebel im Herbst wo gelandet ist, das wäre ja auch langweilig. Es war aber so rattenkalt, wenn ich Blume wäre, ich würde noch ein wenig warten.

Die Söhne haben zum Aufwärmen eine Stunde lang Abrissunternehmer gespielt und eine weitere Laubenwand zerlegt, das ist im Grunde ein schöner und befriedigender Sport, der Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer verlangt und ausgezeichnet zum Aggressionsabbau beiträgt. Nur ist der Laubennachschub auf Dauer schwer zu organisieren.

Bagger vor Laube

 

(Foto: Herzdame)

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Ein Terminhinweis für Hamburgerinnen: Das Jahresendzeitteam gastiert wieder im Politbüro, das ist empfehlenswert, aber sowas von. Bov Bjerg! Manfred Maurenbrecher! Horst Evers! Und Christoph Jungmann als Angela Merkel, viel lebensechter und überzeugender als die wahre Kanzlerin, dazu Hannes Heesch als beinahe alles. Es wird ein Fest, wie in jedem Jahr.

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