In der Berichterstattung über die Goldenen Blogger-Preise 2018 wurde an manchen Stellen erwähnt, dass sich in der öffentlichen Wahrnehmung von Blogs etwas verändert habe. Das kann man natürlich auch etwas lustig finden, denn das hat man seit dem Jahr 2000 oder so bisher in absolut jedem Jahr festgestellt, das ist also ein klein wenig redundant. In der Wahrnehmung der Medien hat sich in letzter Zeit womöglich auch etwas geändert. Oder auch in der Wahrnehmung des Wetters. Alles fließt, ne.

Auf dem Europacamp der Zeitstiftung in Hamburg wurden gerade etliche Panelteilnehmerinnen mit einer Wortreihung vorgestellt, die etwa “Journalistin, Publizistin, Bloggerin” oder “Autor, Blogger, Kolumnist” oder so ähnlich hieß, man merkte den teils beeindruckenden Wortballungen jedenfalls an, dass sie zu dem tendieren, was ich neulich hier als “irgendwer schreibt irgendwo irgendwas, alle können es lesen” definiert habe. Man braucht die Begriffe eigentlich gar nicht mehr.

Noch eine Beobachtung am Rande, die mich sehr amüsiert hat, nur ein winziges Detail des Europacamps, zu dem ich im Wiederholungsfall übrigens gerne wieder gehen würde, das war ein gutes Format – Sohn I wird noch etwas darüber schreiben. Im Foyer gab es einen Info-Tisch vom Blog der Republik, das wurde von altgedienten Medienhasen gegründet, man kann das drüben alles en detail nachlesen. Und weil sich die Zeiten eben ändern, ist das ein Blog, zu dem es schick designte Info-Flyer gibt, die lagen da auf dem Tisch auch aus. Wir Steinzeitblogger haben ja früher noch einfach auf Links gehofft, um irgendwann irgendwie bekannt zu werden, wir hatten ja nix! Aber egal, Opa erzählt vom Krieg. Außerdem saßen da jedenfalls drei Herren und eine Dame hinter den Flyern, die waren vielleicht die Betreiberinnen des Blogs, vielleicht aber auch nicht, ich wusste es nicht. Ich konnte sie auch nicht fragen, weil sie nämlich alle hochkonzentriert auf Notebooks herumtippten und energisch nicht hochguckten, auch nicht, wenn man direkt vor ihnen stehenblieb und sich einen Flyer nahm und sie fragend ansah. Vielleicht notierten sie gerade, dass da jemand vor ihnen stand, vielleicht schrieben sie auch gerade auf Twitter “Warten auf Interessierte” oder “Jetzt Blogvorstellung in der Halle” oder so etwas, wie auch immer, ich fand das sehr erheiternd, ein wirklich schönes Gleichnis für das Verhältnis von digitaler zu analoger Kommunikation: “Das Blog ist anwesend.”

(Hätte mir auch passieren können, eh klar. Nur ohne Flyer.)

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Was ganz anderes: Ein langes Stück über eine untergehende Insel. Und bei der GLS Bank habe ich drei Links zu den Themen Umweltschutz, Gemeinnutz und Ilse gepostet. Ja, Ilse.

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Es gibt viele erzählende Gartenbücher, die ungemein lustig sein sollen. Das erste, bei dem ich tatsächlich mehrmals gelacht habe: Max Scharnigg, “Feldversuch”. Kann man bedenkenlos jedem schenken, der einen Garten übernimmt oder neu anlegt, das passt schon. 

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Gestern sehr kurz im Garten gewesen, es war zu kalt und zu ungemütlich für alles, das Wetter im Grunde eine einzige Beleidigung. Im Garten hat sich aber ohnehin nichts verändert, der Bagger steht weiter sinnlos auf dem Rasen herum und rostet, in den beiden riesigen Containern daneben sammelt sich Schneeregen, durch die halb abgerissene Laube fegt der nasse Nordwest, das sieht insgesamt alles nicht schön aus. Auf Nachfrage sagte der freundliche Abrissunternehmer, er warte auf Frost. Ich gucke auf meine Wetter-App: minus ein Grad. Bei mir fällt das ja unter Frost, aber was weiß ich schon.

Immerhin: Ein paar Schneeglöckchen in der hintersten Ecke der Parzelle. Und neben dem Birnbaum, den ich im Herbst gepflanzt habe,  wächst auch noch irgendwas, das spannend werden könnte. Für einen weiteren Fotobeweis dazu hätte ich mich aber in den Schneematsch knien müssen, wir wollen hier nicht übertreiben.

 

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