Beifang vom 22.06.2017

Für die GLS Bank habe ich sieben Links zum Thema Fahrrad zusammengestellt. Wobei ich den Artikel weggelassen habe, in dem Hamburg neulich in einem Ranking der fahrradfreundlichen Städte recht weit oben war, der kann eigentlich nur ein Scherz gewesen sein.

Weil es irgendwie keiner richtig mitbekommt – es gibt Neues vom Überwachungsstaat.

Die Zeit über das Hamburger Phänomen Budni. Budni kann ich recht kurz erklären, das ist der Laden, in dem die Verkäuferin, wenn ich zufällig doch einmal im Jahr mit der Herzdame gemeinsam einkaufe, uns ansieht und sagt: “Das ist ja schön, dass man sie beide mal zusammen sieht.”

Kiki über die Bundeswehr und G20 und überhaupt. Ich bin ja immer froh, wenn auch andere die Abschaffung der Wehrpflicht für eine eher fortgeschritten dumme Idee halten. Und warum man sie dann nicht zumindest gegen ein soziales Jahr für alle getauscht hat – für mich völlig unbegreiflich.

Und immer wieder HONY. Etwa das hier. Solche Postings ersetzen glatt zwei bis drei Kurzgeschichten.

Meine Timelines bejubeln gerade den Artikel in der Zeit, in dem der Chefredakteur online einmal mit einem spricht, der nicht seiner Meinung ist. Das ist sicher ehrenwert, dass der das mal tut, allein mich wundert, wieso er das nicht öfter tut. Genau genommen verstehe ich bei dem Thema gerade die Welt nicht mehr. Kennt der denn keine Menschen? Begegnet er keinen? Nicht einmal beruflich? Er hat doch sogar in seiner Redaktion Meinungsabweichler, recht bekannte sogar, schweigt er die an? Hat er keine Nachbarn, fährt er nie U-Bahn, geht er in keine Kneipen? Ich bin nun wirklich ausgeprägter Stubenhocker und eher Sozialmuffel, aber ich kenne Wähler aller gängigen  deutschen Parteien, sogar von der FDP. Ich kenne arrogante Managerinnen und wütende Hartz-IV-Empfänger, ich kenne verbissene Ökos und egozentrische SUV-Fahrer, ich kenne komplette Klimagnoranten und auch Autofetischisten, Offiziere und Friedensforscherinnen, erstaunlich stolze Deutsche und Ausländerinnen aus was weiß ich wie vielen Staaten, ich kenne Bayern und Hessen und Sachsen und Inselbewohner und Südtiroler und Milchbauern und Medienhausbesitzer und auch leidenschaftliche Fußballfans, die denken alle irgendwie seltsam anders als ich – und das ist doch nun beim besten Willen kein Kunststück, die alle zu kennen, ich mache doch gar nichts dafür? Ich verstehe es wirklich nicht recht. Ich bin umzingelt von Menschen, die nicht meiner Meinung sind und in anderen Welten leben. Aber wieso sind das denn nicht alle?

Anne über eine der Sollbruchstellen in Beziehungen. Vermutlich eine der Top-3-Sollbruchstellen. Und auch in der Erziehung, by the way: “Wir haben aufgeräumt!” Nein, habt ihr nicht!”

Patricia hat bei der Bahnhofsmission geholfen.

Die Musik ist heute wieder eine Empfehlung der Herzdame, hat also etwas mehr Kawumm. Quasi passend zum Gewitter heute. Das sah übrigens von meinem Büro aus so aus:

Beifang vom 16.06.2017

Sven über die Hamburger Schulen und ihre langsam fortschreitende Digitalisierung. Ich fand ja die Sache mit den privaten Mailadressen der LehrerInnen auch ziemlich befremdlich. Und ich verstehe nach wie vor nicht recht, warum man dieses typische Ganztagsschulproblem, dass die Eltern rein gar nichts über den Schulalltag erfahren, nicht online und nebenbei löst. Mir würde es z.B. schon weiterhelfen, wenn ich wüsste, die dritten Klassen machen in Sachkunde gerade das Skelett. Das sind zwei Wörter, Sachkunde und Skelett, die würden schon etwas bringen. Das müsste doch möglich sein? Ist es aber bisher nicht: “Zu viel Aufwand.” Ich sehe das anders. Und diese ganzen Zettel sind die Pest, niemand will Zettel, der Zettelprozess ist abzuschaffen, darüber kann ich mich endlos aufregen. Zettel führen zur Beschäftigung mit Zetteln, sie führen nicht oder nur selten zu Problemlösungen. Wenn man beruflich was mit Prozessen macht, kann man Zettel heutzutage einfach nicht mehr so gut ertragen. Zettel sind total unpraktisch, gefährden den Familienfrieden und sind zur falschen Zeit am falschen Ort – und zwar falsch ausgefüllt.

Noch ein Text zur Ehrenrettung von Phil Collins. Fast möchte man mal wieder was von ihm hören. Na, immerhin fast.

Lesezeit: 100 Minuten. Hihi.

Patricia Cammarata über Elternschaft und Betriebswirtschaft. Mich nervt es ja nicht sehr, ein krankes Kind zu betreuen, das gehört mit dazu, mich nervt der bürokratische Akt dabei, da gibt es nämlich bei der Krankmeldung so Zettel – na gut, das hatten wir weiter oben schon. Himmel.

Apropos Betriebswirtschaft: Für die GLS Bank habe ich fünf Links zum Thema Konsum zusammengestellt. Es reicht eben nicht, einfach nur zu konsumieren, man muss es auch kompliziert finden.

In der Schlange vor Kasse Sieben.

Der Roman “Ein Leben” von Guy de Maupassant wurde verfilmt. Den könnte man vorher glatt nochmal lesen, von Guy de Maupassant könnte man sowieso alles doppelt lesen, wenn man schon dabei ist, so viel hat der gar nicht geschrieben.

“Die Schwierigen” von Max frisch durchgelesen und zwar gerne. Ein Liebesroman von der Sorte, die einen ohne jedes Lächeln zurücklässt, aber so etwas hat selbstverständlich seine Berechtigung. Interessant aber auch, dass man hier ganz wunderbare Naturschilderungen findet, ich meine, erwartet die jemand bei Max Frisch?

Außerdem ein anderes Buch über die Liebe gelesen, und da kann man dann sehr wohl lächeln, reichlich sogar, alt und weise wie man ist. “Ich bin sie” von Naira Gelaschwili, aus dem Georgischen von Lia Wittek. Habe ich schon jemals ein Buch aus Georgien gelesen? Vermutlich nicht. Hier eine schöne Rezension zum Buch.


Außerdem bin ich etwas verliebt in diese Version der Bohemian Rhapsody. Die ist auch sehr gut als Soundtrack vorstellbar, etwa zu verwackelten und farbstichigen Handkamerabildern einer Kindheit in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts. Doch, das kann ich mir sogar ganz hervorragend vorstellen.

Beifang vom 13.06.2017

SPON über Roger Waters neues Album, das hier auch gerade rauf- und runterläuft. Siehe dazu auch bei Don Dahlmann.

Wie die Hippies schwarze Musik links liegen ließen.

Ein Artikel über den härtesten Baum von Berlin.

Christian Fischer (und dort verlinkt Meike Winnemuth) über das Nettsein.

Für die GLS Bank habe diesmal nicht ich etwas gesammelt, das hat Patricia Cammarata übernommen. Zum Thema Mobilität.

Und wo wir hier gerade beim Einkaufen waren – sehr viele Informationen über Rindfleisch und Kuhhandel.

Wir sollten machtkranke Menschen trösten, sie halten, ihnen ruhig zusprechen und ihnen helfen, aus dieser vermutlich deprimierenden Spirale von Größenwahn zu einem kurzem Aufflackern von Erkenntnis zu gelangen.

Die Musik kommt heute wieder von der Liste der Herzdame. Den Song hat sie zwar nicht empfohlen, aber die Gruppe – und wir brauchen ja auch ein nettes Video dazu. Entspannte Sommerabendmusik. 

Beifang vom 06.06.2017

Hüffenhardt und hippe Ernährung: Für die GLS Bank habe ich hier sechs Links zum Wochenanfang zusammengestellt.

“Er sieht nun aus wie eine Figur von Charles Dickens aus einem Londoner Hinterhof kurz nach der letzten Pest, melancholisch und räudig, er könnte einen Zylinder aufhaben und dazu einen schmutzigen Frack.” Nachdenken über Phil Collins. So ein Name, bei dem viele sofort weiterklicken, der Artikel ist aber interessant.

Hier geht es um die ausbleibende Begeisterung von kleinen Großstadtjungs für Autos, ich kann das aus Hamburger Sicht bestätigen: Autos sind doof, uncool, uninteressant. Elektroautos werden bejubelt, kein Lärm, kein Dreck, die sind in Ordnung. Aber sonst: Autos können weg.

Das Moralische muss wieder stark werden”: In der taz werden die Beziehungen zwischen den Hippies, den politischen Richtungen und der Moral untersucht. “Statt des Technokratischen muss das Spielerische, Amateurhafte und Rebellische im Vordergrund stehen.” Im Rahmen meines Projektes “Langhaariger Zausel 2017” begrüße ich natürlich alle Artikel zum Summer of Love.

Zwischendurch auch einmal grandios an einem Buch scheitern! Das Elefantengedächtnis von António Lobo Antunes (Deutsch von Maralde Meyer-Minnemann) überfordert mich komplett, das braucht wesentlich mehr Konzentrationsvermögen, als ich abends zur Zeit noch über habe. Selbstverständlich kann es dennoch ein prächtiges Werk sein, das möchte ich gar nicht ausschließen. Ich würde auch so etwas wie den Ulysses im Moment nicht schaffen.


Stattdessen lese ich jetzt in den Schwierigen von Max Frisch, das ist im Vergleich zum Werk des Portugiesen geradezu locker-flockig geschrieben.


Und zur Belebung zwichendurch ein paar Gedichte, das kann ja nicht schaden. Und die Werke des Herrn Bernstein gehören eh stets auf Wiedervorlage.


Der Musiktipp kommt heute wieder einmal von der Herzdame, sie hat mich ja mit Tipps reich bevorratet, etwa auf zwei Jahre im Voraus. Es spielen zwei musikalisch stets verlässliche Herren:

Beifang vom 03.06.2017

Glumm über den Drummer von “Ain’t no sunshine”.  Das Stück hatte ich mal als Klingelton für eine gerade vehement angebetete Dame, fällt mir gerade ein, und die Titelzeile war mehr als passend für unser Verhältnis. Das war noch zu einer Zeit als man stolz war, wenn man so einen individuellen Klingelton selbst eingestellt bekam, und dann noch mit Kontaktzuordnung! Damit war ich technisch damals ganz vorne. Es klingelte allerdings einmal, mit ihrem Namen im Display, während ich mit einer anderen Dame in einem Restaurant saß, zum Zwecke der Beziehungsklärung. Das war dann ein insgesamt eher schwieriger Abend. Nun ja, ich habe zu beiden Damen leider keinen Kontakt mehr. Aber das ist sowieso ein Thema für den November, das hat hier gar nichts verloren. Und heute ruft mich eh kein Mensch mehr an, wer telefoniert schon noch.

Gleich noch ein Stück Kulturgeschichte – die Bad Salzuflener Schule. Wichtig natürlich auch für Hamburg,

Hier geht es um die hohe Kunst der Meinungslosigkeit.

Eine abgefahrene Geschichte aus dem Wirtschaftsteil: In Dänemark gibt es ein Austernproblem.

Patricia über Fidget Spinner. Seit gestern gibt es die auch in diesem Haushalt, ich übe noch Tricks. Man kann damit jedenfalls, um noch eine sinnvolle Anwendung für den späteren Abend beizusteuern, auch Bierflaschen öffnen.

Die 17 Hippies spielen demnächst in Hamburg. Die kamen hier vor längerer Zeit schon einmal vor, das sind die hier:

Beifang vom 29.05.2017

Eine etwas längere Ausgabe als sonst, offensichtlich habe ich in den letzten Tagen anderes gemacht. So war ich etwa bei einem Treffen meines 87er Abiturjahrgangs, zack, schon sind dreißig Jahre vorbei. Da sitzt man dann und staunt, aber dazu vielleicht später einmal mehr.

Ich habe für die GLS Bank einige Links zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen gesammelt. In den dort verlinkten Blogs findet man gute, sachliche und konstruktive Diskussionen zum Thema, das gibt es ja heute kaum noch.

Und dann, das ist eigentlich auch ein Thema für den Wirtschaftsteil, diese kleine Meldung heute zur irreführenden Bezeichnung “Klimawandel”. Im Kontext dieser Meldung brachte mich der Herr Bielinski auf einen Vortrag zum Thema Framing, und dieses Thema muss man ja aus gleich mehreren Gründen spannend finden, als Vater, Wähler, Angestellter usw. Das Ding ist 56 Minuten lang, aber es lohnt sich tatsächlich. Eine erhellende Geschichte, sehr empfehlenswert.

Jetzt etwas kultureller weiter: Frisch und Dürrenmatt und ein sehr kurzer Auftritt in einem Film.

Sven ist raus und keiner merkt was.

Mimimi – ein Ausdruck und seine vermutliche Herkunft. Wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer.

Schiffe gucken ist schön, man sollte nur nicht dabei atmen.

Patricia über Verhandlungen, Abmachungen und Kommunikation in Beziehungen. Die Herzdame und ich hatten neulich erst ein ungeplantes und ergiebiges “Was machen wir hier eigentlich?”-Gespräch, das war überaus sinnvoll. Ab und zu mal gemeinsam überlegen, sich gegenseitig der völligen Planlosigkeit versichern und dann dennoch mal eben abstimmen, wie die nächsten Meter aussehen könnten. Weitermachen und auf Sicht fahren. Läuft.

Ruedi und die Eritreer. Eine Geschichte von der Integration.

Ich lese in Max Frischs “Montauk”, ein Buch, in dem ich etliche Sätze finde, die ich markieren möchte, wozu ich sonst überhaupt nicht neige. Etwa: “Je älter ich werde, um so weniger halte ich mich aus, wenn ich nicht arbeite.” Danach kann man doch glatt mal den Computer ausmachen und etwas nachdenken gehen, nicht wahr. Auf dem Balkon oder so.

Später auf dem Balkon habe ich dann Frischs “Entwurf zu einem dritten Tagebuch” gelesen, nach Montauk ist das der logische und erhellende Anschluss. Noch später saß mir in der S-Bahn jemand gegenüber, auf dessen T-Shirt “Montauk” stand. Der Passagier zum Buch! Ich machte auf dem Handy Instagram auf, ein Exkollege postete da gerade Bilder von einem Strand in den USA – der Hashtag sagte: Montauk. Und im Bahnhof hingen Bilder, die den anlaufenden “Montauk”-Film bewarben. Manchmal ist es ja etwas unheimlich.

Der eher unergiebige Briefwechsel Frisch-Dürrenmatt dagegen ist wohl nur etwas für Hardcore-Fans der beiden, der sagte mir gar nichts. Jetzt bin ich bei Homo Faber angekommen (in der schönen Büchergildenausgabe mit Bildern von Felix Scheinberger), den ich seltsamerweise nie in der Schule gelesen habe. Nanu.

Und hier noch völlig zusammenhangslos der unlängst erwähnte Fabrizio de André, von dem auf Youtube ziemlich wenig zu finden ist. Seltsam.