Ein Hörbuch, ein Buch

Ich habe “Wiener Straße” gehört, Sven Regener liest seinen Roman und natürlich macht er das großartig, wie nicht anders zu erwarten. Äußerst unterhaltsam ist das, ich warne allerdings vor einer Nebenwirkung: Man bekommt beim Hören auch zu völlig unpassenden Tageszeiten Lust auf Bier und Kneipe. Man bekommt ferner Lust, fremde Menschen im Berliner Dialekt grundlos anzupampen und das Wort Grabgabel ohne jeden Sinnzusammenhang mehrfach zu wiederholen. Ich habe es ja nicht so mit Hörbüchern, die funktionieren bei mir so wenig wie Podcasts, aber das hier war großartig.

Ich habe außerdem in “nachts” gelesen, Erzählungen von Mercedes Lauenstein, hier eine Rezension in der Zeit. Das sind Konzepterzählungen, in allen Texten geht es darum, dass eine Frau nachts durch Straßen zieht und dort klingelt, wo zur Unzeit noch Licht brennt. Und dann erfragt, wer da warum noch wach ist, wie und in welchem Zustand, das sind also kleine Schicksalsskizzen, was eben in einen kurzen nächtlichen Besuch passt. Ein hervorragendes Nachttischbuch, besonders für Menschen, die beim Lesen im Bett schnell unmenschlich müde werden, das soll ja ein verbreitetes Leiden sein. Denn die Texte umfassen durchweg jeweils nur ein paar Seiten, da kann man also bequem ein, zwei Szenen schaffen und sich ein wenig Gedanken machen, warum andere nachts wach sind. Vielleicht sieht man aus dem eigene Schlafzimmerfenster auch noch irgendwo Licht brennen da draußen, das ist ein ideales Arrangement zum Einschlafen. Für Sie getestet! Am nächsten Abend muss man sich nicht fragen, wo man beim Wegdämmern den Faden verloren hat, es gibt einfach keinen längeren Faden, das ist auch mal schön. Außerdem sind die Wohnungsbeschreibungen gut, das hat man gar nicht mal so häufig, wenn man mal drauf achtet. Wohnungen sind schwierig, Zeichner kennen das von Händen, die sind auch schwierig. Bestimmt gibt es auch eine Entsprechung in der Musik, aber da kenne ich mich nicht aus.

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Egal. Jetzt wieder ein Buch über Gemüse lesen (Cora Leroy: “Gemüsesamen selbst gezogen”. Auch interessant!)

Raben und Zippen


Thomas Bannerhed: “Die Raben”, aus dem Schwedischen von Paul Berf. Die Zitronen haben mir dem Buch nichts zu tun die lagen da einfach nur gerade herum. Ein Buch, das in den deutschen Feuilletons seltsam wenig vorkam, ich habe nicht verstanden, warum das so war. In Schweden viel gerühmt und mit Preisen beworfen, hier eher unter ferner liefen. Nanu? Mir hat es sehr gut gefallen, es kommt meiner etwas befremdlichen Aversion gegen komplexe Handlungsstränge weit entgegen. Es gibt einen Sohn und es gibt einen Vater, Figur hier, Figur da, das reicht ja manchmal schon. Der Vater ist wirtschaftlich versagender Kleinbauer, der pubertäre Sohn soll demnächst übernehmen, guckt aber viel lieber Vögel im Wald. Oder Bäume und Blümchen. Oder überhaupt Natur. Der Vater versinkt langsam in Depressionen, man ahnt den Bezug zum Titel, der Sohn lernt ein Mädchen kennen mit all den Folgen, die das in dem Alter so hat, und das ist alles dicht, beeindruckend und überzeugend geschrieben. Ob der verhängnisvollen Schwere der seelischen Verwicklungen ist es auch ein gutes Winterbuch, das passt gerade jetzt ganz hervorragend in den sinnlosen Restwinter nach den Feiertagen. Feines Buch, klare Empfehlung, auch wegen der Naturbeschreibungen.

Denn da ist, logisch, enorm viel Natur im Buch, sonst könnte das Konzept auch nicht aufgehen. Der Vater fährt über die Felder und sprüht Gift, der Sohn sucht Nester und liest über aussterbende Falken und andere Vogelarten, darunter solche, die mir nicht einmal bekannt waren. Und bei den Zippen habe ich dann doch einmal gegoogelt. Die kommen im Buch häufig vor, singen da im Gebüsch und sind überhaupt bei jedem Spaziergang präsent. Mir war beim ersten Lesen der Begriff seltsam vertraut, haben wir nicht damals, also vor hundert Jahren etwa, die Freundinnen der Jungs so genannt? “Da kommt Sven mit seiner neuen Zippe.” War das nicht so? Je länger ich darüber nachdachte, desto fragwürdiger kam mir das aber vor, haben wir das denn wirklich so gesagt? Und war es eigentlich abwertend gemeint? Das gibt es ja, dass ein Wort beim Herumgrübeln immer komischer wird, immer bedeutungsleerer, immer fragwürdiger. Es gab damals, die Älteren erinnern sich, nur drei Fernsehsender, das Zappen war in Deutschland noch nicht bekannt, sonst hätte man das häufige Wechseln der Freundin als Zippenzappen benennen können, das ist doch eine verpasste Chance, also sprachgeschichtlich gesehen. Wobei bei mir von Zippenzappen eh keine Rede sein konnte, in dem Alter, in dem wir das Wort in Jungskreisen mutmaßlich benutzt haben, fanden meine Beziehungen zu Mädchen noch komplett im Konjunktiv Irrealis statt.

Was beim Googeln jedenfalls herauskam: Die Zippe, das ist ein veralteter Ausdruck für die Singdrossel. Und von der hat man natürlich sehr wohl schon einmal gehört, sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Buch spielt in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts, vielleicht ist das Wort erst seit der Zeit veraltet, so dass der Übersetzer es hier also korrekt verwendet, was ich ihm sofort zutrauen würde, denn das liest sich alles ganz hervorragend.

Ich weiß es aber nicht genau. Wobei ich schwören würde, in den Siebzigern garantiert nichts von der ornithologischen Bedeutung des Wortes Zippe gewusst zu haben. Egal. Lesen bildet jedenfalls, das wäre damit wieder bewiesen.

Bücher und Begriffe

Wieder so eine unleidliche Phase, in der mir die meisten Bücher nicht gefallen, wofür sie aber gar nichts können. Ich hole mir hohe Stapel aus der Bücherei, lese reihenweise Romane an und werfe sie nach ein paar Seiten zur Seite. Ich weiß nicht, was ich lesen soll, es passt alles nicht, ich finde alle Handlungen furchtbar, was interessiert mich das, wer da was macht, ich möchte die ganze Zeit “Mir doch egal!” rufen. Normal, das habe ich alle paar Wochen, das gibt sich wieder. Einige schöne Szenen immerhin bei Tove Jansson gefunden, “Die Tochter des Bildhauers”, Deutsch von Brigitta Kicherer, auch ein bemerkenswerter Nachname, aber das nur am Rande. Wenn da mal keine albernen Vorfahren im Spiel waren! Schon schön.

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In dem Buch jedenfalls geht es um die Kindheit, wenn nicht sogar um den – Achtung! Schwer abgenutzter Begriff! – Kindheitszauber, man traut sich gar nicht, das hinzuschreiben, pfui Spinne. Aber gleich zu Anfang wird da kindlich-religiöse Verzückung geschildert und die Kleinen spielen im Garten das Volk Israel und ziehen umher und murren, weil die das in der Bibel auch gemacht haben, das ist ganz groß. Schon die Vorstellung, murrend umherzuziehen, die sprach mich an, sogar sehr, eventuell mache ich das einfach auch gleich mal. Dann wird in dem Buch in heidnischer Verkommenheit noch ein goldenes Kalb gebaut, das die depperten Erwachsenen später für ein frommes Lamm halten werden, und darin liegt so viel von der Dramatik der stets verkannten Kinderspiele, man erinnert sich nur mit Schaudern an ähnliche Erfahrungen. Empfehlenswertes Buch! Es ist, kommen Sie mal näher ran, ich muss ein peinliches Wort benutzen, das schreibt man nicht gerne laut, es ist poetisch. Ja, schlimm. Als würde man André Heller sagen, huah! Dabei kann das Wort ja gar nichts dafür, es ist eben nur etwas unzeitgemäß und abgenudelt.

Mir kommen im Zuge meiner Beschäftigung mit Gartendingen übrigens dauernd Wörter von besonderem poetischem Reiz unter, ich hatte das neulich schon am Beispiel des Mulchens erläutert, aber das hört gar nicht auf. Und irgendwo hatte ich gerade einen Artikel verlinkt, in dem es um das Verschwinden der Natur aus der Sprache ging, wir alle und natürlich besonders die Jüngeren benutzen angeblich immer weniger Vokabeln und Metaphern aus der Natur, stand da. Und da möchte man ja aus reiner Reaktanz sofort zum Naturdichter werden und ostentativ Gänseblümchen besingen, mir fällt nur gerade gar kein Reim darauf ein, irgendwas ist immer. Was bohrt sich durch die Ackerkrume? Ist das nicht eine Gänseblume? Na ja. Da nochmal drüber nachdenken!

Zu den poetischen Begriffen aus dem Gartenbereich gehört zum Beispiel einer, der bezeichnet ein Mittelchen, das man einfach so kaufen kann. Aber wie das klingt! Es klingt so, als würde man es beim Zauberer seines Vertrauens holen müssen. Als würde man dort ganz verstohlen hingehen, wenn die Nachbarn gerade nicht hinsehen, in der Abenddämmerung vielleicht, als würde man da leise anklopfen und warten, dass der alte Mann endlich öffnet. Man würde schüchtern seinen Wunsch murmeln, während der Greis sich am selbstverständlich sehr langen Bart krault. Er würde eine Augenbraue heben und sagen, dass das aber schon wirklich lange niemand mehr bei ihm bestellt hat. Und er würde einen hinein bitten, man würde ihm zögernd ins Lager folgen, durch unvorstellbar unaufgeräumte Gänge. Lauter Kisten und Kasten und Tiegel und Schachteln und verstaubte Gläser mit dem absonderlichsten Inhalt und Beutel und Fässer, aus denen hier und da etwas ragt, das man lieber nicht so genau ansieht. Er würde kramen und wühlen und räumen und endlich würde er ein schillerndes Reagenzglas sinnend ins allerletzte Tageslicht halten, sachte dagegenklopfen und sagen: “Ich wusste doch, ich habe noch etwas.” Und er würde einen erstaunlich geringen Betrag nennen, bevor es dann den Besitzer wechselt, das Bewurzelungspulver. Das doch beim besten Willen überhaupt nicht so klingt, als sei es ein normales Mittel im Garten, eher so, als würde man es ruhelosen Menschen heimlich nachts in die Schuhe stäuben, damit sie endlich irgendwo ankommen. Wir haben das Zeug jetzt jedenfalls hier und ich überlege noch, was ich damit mache. Und bei wem.

Ein anderes Wort, einem Gartenblog entnommen, ist eine wunderschöne Beleidigung für missliebige Senioren. Und wer würde da nicht irgendein Beispiel kennen, die alte Hexe von nebenan, den Rumpelgreis von um die Ecke, den besorgten Nörgelrentner vom Dienst in der Warteschlange vor einem. Für diese Beispiele bitte einmal vormerken, sie bei passender Gelegenheit mit “Sie Fruchtmumie!” zu beschimpfen, einfach nur, um das Wort einmal im Leben so wunderbar treffend angebracht zu haben. Und nicht, wie es eigentlich gemeint ist, als Bezeichnung für verschrumpelte Äpfel oder Birnen, die aus irgendeinem Grund nicht vom Baum gefallen, sondern oben vergammelt sind, als hätten sie ein Recht auf ewiges Leben.

Egal. Ich lese weiter Bücher an und werfe weg. Macht dann doch auch Spaß.

 

Die Herzdame geht ins Konzert: Shantel & Bucovina Club Orkestar

Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, seit 100 Jahren zum ersten Mal wieder im Mojo Club und das erste Mal bei Shantel gewesen.

Ich war im Konzert. Das war am 22. November. Schon etwas her. Aber auch ich komme ja zu nichts und frage mich immer, wie das die ganzen „echten“ Blogger machen, regelmäßig und zeitnah Texte zu veröffentlichen. Ich will immer so viel schreiben – wenn die Kinder groß sind vielleicht.

Stefan Hantel, eher bekannt unter seinem Künstlernamen Shantel begleitet mich schon seit dem Ende der 1990er: ich Anfang 20, neu in Hamburg und möglichst jeden Abend in Clubs unterwegs. Ach, das waren noch Zeiten als man endlich 21 war und in den Mojo Club durfte ohne zu mogeln.

Was viele nicht wissen, Shantel hat nicht immer Balkan-Pop gemacht. Angefangen hat er als DJ in den 90ern mit Downbeat – elektronische, eher langsame Lounge-Musik. Das Album „Higher than the Funk“ von 1998 steht immer noch bei mir im Regal und ist auch immer noch gut.

Zwischendurch hatte ich ihn aus den Augen verloren und mich dann erstmal kurz gewundert, dass es noch einen weiteren Künstler mit dem Namen Shantel gibt, der aber nicht Downbeat sondern Balkan-Pop macht. Die Sache war aber schnell aufgeklärt. Stefan Hantels Großeltern kamen aus der Bukowina und bei einer Reise in deren Heimatstadt Czernowitz in der heutigen Ukraine begann er sich für osteuropäische Musik zu erwärmen und diese mit elektronischen Klängen zu mixen.

2003 und 2005 veröffentlichte Shantel dann zwei Compilations unter dem Titel „Bucovina Club“, mit dabei eigene Songs, Remixe sowie Songs anderer osteuropäischer Künstler. Der Sound ist super tanzbar und trug massiv zum Erfolg des Balkan-Pops bei.

Seitdem tourt Shantel abwechselnd mal alleine als DJ durch die Clubs oder gibt mit seinem extra hierfür ins Leben gerufene Bucovina Club Orkestar Konzerte.

Zu seinen erfolgreichsten Stücken gehören „Disko Partizani“ oder „Disko Boy“. Ich glaube, die hat der Gatte hier im Blog auch schon mal verlinkt:

Seit Jahren schon wollte ich immer mal zu einem Konzert des Bucovina Club Orkestars gehen, aber irgendwas war immer. Nun habe ich es endlich mal geschafft, mir meine Freundin S. geschnappt und sie dahingeschleppt. Und es hat sich wirklich gelohnt.

Das Konzert fand, wie geschrieben, im Mojo statt, wo ich seit der Neueröffnung auch noch nicht gewesen bin. Der Sound war eher die Kategorie „geht so“. Ich weiß nicht, ob das an der Akustik des Clubs lag, ob ich ungünstig gestanden habe oder ob die Trompeten verbogen waren. Aber wirklich schlimm fand ich das nicht, wenn ich guten Sound möchte, kann ich auch die teuren Boxen meines Vaters aufdrehen.

Viel entscheidender als den Sound fand ich die Stimmung und die war großartig. Mit den ersten Klängen fingen auch gleich die ersten Leute um mich herum an zu tanzen. Es dauerte auch nicht lange und der ganze Saal hüpfte und tanzte mit. Und das, obwohl bestimmt so manch steifer Hanseat anwesend war. Auch die haben es nicht ausgehalten, nur mit dem Fuß zu wippen. Und schön war auch, dass die ganzen „Ausdruckstänzer“, über die man sich normalerweise gern lustig macht, nicht großartig auffielen.

Das Orkestar hat es immer wieder geschafft, die Menge neu anzuheizen und zum Schluss stand das halbe Publikum auf der Bühne zwischen den Musikern und hat da getanzt. Meine Freundin und ich hatten lange nicht mehr so viel Spaß und sind ganz beglückt nach Hause.

Der Schweiß läuft in die Schuhe: Shantel & Bucovina Club Orkestar

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Leider habe ich den Anfängerfehler begangen und mich für den Weg „schön warm“ angezogen – mit meinen dicken Winterstiefeln. Sehr schlau. Nicht nur, dass es sich beim Tanzen anfühlte, als hätte ich Beton an den Füßen, es dauerte auch keine 15 Minuten und in den Schuhen stand das Wasser bis zum Rand. Das nächste Mal weiß ich es besser und es wird ein nächstes Mal geben. Da bin ich sicher!

Shantel & Bucovina Club Orkestar

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Last-Minute Geschenktipp: Glücksorte in Hamburg

Cover: Glücksorte in Hamburg

Für HamburgerInnen, Hamburgbesucher und was sonst noch alles durch diese Stadt läuft und sich fragt, was hier schön und besonders ist: “Glücksorte in Hamburg” von Cornelius Hartz. Darinnen Beschreibungen von achtzig Orten in der Stadt, jeweils mit einem Bild und einer ausführlichen Erklärung vorgestellt, es wird also erläutert, was dieser Ort mit dem speziellen Hamburger Glück zu tun hat. Ich bin ja überhaupt kein Anhänger dieses ewigen “Schönste Stadt der Welt”-Gefasels, ich halte Hamburg in seiner baulichen Mehrheit eher für eine unschöne Stadt. Aber es gibt eben doch tolle Stellen, gar keine Frage. Und die wollen erst einmal gefunden sein.

Ich habe gerade gezählt, ich habe 31 dieser Orte im Buch noch nicht besucht, da habe ich also noch etwas vor, auch schön. 31 klingt viel, aber so ist das, wenn man nicht als Tourist in die Stadt kommt und nie Tourist hier war, dann denkt man eben, ja, in den Jenisch-Park könnte ich demnächst auch mal, das soll da ja ganz hübsch sein. Dann vergehen die Jahre und man kommt zu nix und zack, sind es schon Jahrzehnte und man war da immer noch nicht und weiß nur, der liegt da hinten irgendwo. Und alle anderen waren längst da. Oft.

Eine Seite aus "Glücksorte in Hamburg"

Natürlich sind Klassiker wie der Isemarkt drin, die auch in Reiseführern prominent vorkommen, es dürfte aber wirklich für alle auch die eine oder andere Überraschung dabei sein. Und ein paar dieser Orte, zu denen sich viele aus Hamburg noch nie aufgerafft haben, das dürfte besonders für Naturschutzgebiete und andere Ziele etwas weiter draußen gelten. Bei einigen Orten merkt man übrigens deutlich, wie die Zeit vergeht, den im Buch erwähnten ganz besondere Plattenladen etwa, den kenne ich noch als ganz normalen Plattenladen. Da ging man eben Platten kaufen, kein Ding. Aber kaum hält man etwas ein paar Jahre aus, schon ist man speziell, es geht den Plattenläden also wie den Leuten.

Selbstverständlich sind auch Orte zu finden, bei denen die eigene Erfahrung eher unglücklicher Art war, Orte, die irgendwie einfach nicht passen wollten, weil das Wetter doof war, das Personal schlecht gelaunt, die eigene Stimmung verheerend – aber hey, gib mir eine zwölfte Chance, wie Bernd Begemann sang.

Eine Seite aus "Glücksorte in Hamburg"

Mit dem Buch kann man quasi überhaupt nix falsch machen, sofern der zu beschenkende Mensch eine Hamburgreise nicht gerade kategorisch ausschließt. Und wer würde das tun. Bevor eine gewisse Bloggerin aus Berlinerin jetzt kommentiert: Ja, ich weiß. Ausnahme/Regeln.

Eine Seite aus "Glücksorte in Hamburg"

Ein Hinweis noch für all die Suchenden, die in den nächsten Tagen hektisch in der dezent überfüllten Innenstadt herumrennen und Geschenke suchen: Das Buch ist meines Wissens im Moment nicht bei Thalia lieferbar, sonst aber schon. Und die kleinen Buchläden sind ja eh interessanter.

Eine Seite aus "Glücksorte in Hamburg"

Gastbeitrag: Unter meinem Bett 3

Cover der CD "Unter meinem Bett 3"

Kurz vorweg: Es handelt sich nicht um bezahlte Werbung, allerdings wurde uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Da die Söhne schon die ersten beiden Folgen der Reihe besprochen haben (hier und hier) war bei ihnen etwas die Luft raus, deswegen habe ich die CD weitergegeben an eine sechsjährige Nachwuchsautorin aus der Nachbarschaft, die hier bitte unter dem Namen Unicorn schreiben möchte. Unicorn hat die CD also intensiv testgehört und hier ist ihr Befund:

“Die CD höre ich ziemlich oft und tanze auch dazu. Als ich meiner Freundin das erste Mal davon erzählt habe, hat sie gedacht, wir hören die wirklich unter meinem Bett. Hihi.

Mama und ich haben die jetzt noch einmal zusammen gehört und Mama ist heute sozusagen mein Ghostwriter. Was ein Ghostwriter ist, weiß ich aus der Serie „My Little Pony“, da kommt das in einer Folge vor.

Ich habe ein paar Lieblingslieder auf der CD, zum Beispiel „Mein neuer Bruder sieht aus wie’n alter Mann“ von Sven van Thom, da singe ich immer ganz laut mit.

Direkt danach kommt ein anderes Lieblingslied von mir, „Supermänsch“, das finde ich gut, weil er da sein kann, wie er will. Die Musik und der Text sind so schön und man kann dazu gut tanzen. Deshalb ist das auch mein Lieblingslied.

Allerdings muss ich jetzt kurz unterbrechen, um einen Bissen von meinem Berliner zu essen.

Zum nächsten Lied kann man nicht tanzen, deshalb mag ich das nicht.

Aber das danach, der „Schweinhornschnabelohrwurm“ von Klee, das ist wieder ein Lieblingslied wegen der Musik und dem Text. Die Musik ist so richtig wild und der Text so richtig witzig.

Auf der zweiten Hälfte der CD sind mehr Lieder, die nicht so wild und so schnell sind, deshalb mag ich die nicht so gerne. Wobei, das Lied „Ein neuer Tag“ von Clueso mag ich doch, auch den „Hummelsong“, das letzte Lied auf der CD.

Insgesamt gefällt mir die CD gut, ich würde die auch anderen Kindern empfehlen, zum Beispiel meinen beiden besten Freundinnen. Sonst höre ich gerne „Deine Freunde“, die sind noch wilder. Ich glaube, wer „Deine Freunde“ mag, mag auch „Unter meinem Bett 3“. Die anderen beiden CDs von „Unter meinem Bett“ kenne ich noch nicht, will die aber ganz dringend mal hören, vielleicht sind die ja noch wilder als die dritte.”