Beifang vom 03.07.2017

Katastrophentourismus im Wald.

Gleicht weiter mit dem Tourismus, aber ganz anders. Das hätte ich als Begriff bisher nicht parat gehabt: Dark Tourism.

Noch eine Meldung für den Freundeskreis Insel: Go, Trischen, go.

Hier geht es um ein afghanisches Frauenmagazin

Frau Novemberregen fährt Bus.

Ich lese gerade Frank Witzel: “Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969”. Der Anfang ist der grandioseste Anfang, den ich in letzter Zeit gelesen haben , wirklich, das ist mal ein Romaneinstieg! Danach wird es etwas anstrengend, dann wieder flotter, dann denkt man zweifelnd, dass man gerade eher gar nichts versteht, dann vielleicht doch etwas, dann ist es wieder großartig – dem Kaffeehaussitzer ging es ähnlich. Ich bin auf Seite 150 und gebe so leicht nicht auf. Es ist auf jeden Fall ein großes BRD-Buch.  

Und es ist ein neues Album von “Der Plan” auf dem Markt (auch auf Spotify verfügbar), da sind sie schon wieder, die Westdeutschlanderinnerungen. Es klingt bei manchen Stücken auf eine Art nach damals, man möchte fast noch einmal auf Klassenreise gehen. Aber nur fast.

Alte Witze und eine neue Insel

Ich schätze es ja, mich vom Alltag zu Erkenntnissen treiben zu lassen. So ist es zum Beispiel überaus interessant, was man an Satzwiederholungen so von sich gibt. Diese Sätze, die es bei jedem Menschen gibt, die man von jemandem immer wieder hört, weil sie sich in seinem Hirn irgendwie festgefressen haben. Einer dieser Sätze von mir lautet “Ich möchte jetzt lieber Laub harken” und bezieht sich auf Situationen im Büro oder auch am Schreibtisch zu Hause, in denen sich die Technik, die Kolleginnen, die politische Weltlage oder die Gesamtsituation um mich herum so unerfreulich gestalten oder benehmen, dass eine brauchbare Problemlösung nicht in Aussicht steht. Den sage ich seit vielen Jahren in solchen Momenten, diesen Satz. Erst nur als Witz, dann als etwas verzweifelte Anmerkung, dann als zusehends verbittertes Statement, weil es eben manchmal tatsächlich netter wäre, irgendwo einen Weg zu harken, als sich stundenlang mit komplett sinnlos erscheinenden Problemen wie fehlschlagenden Updates oder versagender Hardware und dergleichen zu beschäftigen.

Irgendwo einen Weg harken und hinterher ist dann eben geharkt, da kann man sich umdrehen und das sehen, es ist völlig zweifelsfrei geharkt, das ist richtig so und fertig. Und über Nacht fällt dort neues Laub, dann harkt man das eben wieder weg, das ist überschaubar und meditativ und von eigener Schönheit. Wer das nicht nachvollziehen kann, hat vermutlich noch nie einen typischen Bürojob mit dazugehörigen Komplikationen gehabt.

Dann haben sich Freunde ein Haus in Mecklenburg gekauft, eine dezent verfallene Hütte, an der so einiges zu tun ist. Und obwohl weder die Herzdame noch ich handwerklich irgendetwas können, haben wir unsere Hilfe angeboten und dort mit unseren arg bescheidenen Möglichkeiten etwas mitgemacht. Es gab zwar kein Laub zu harken, es gab aber z.B. Steine zu schleppen. Dabei merkte ich, dass mir das nicht nur im Spaß, sondern tatsächlich gefällt. Zeugs von link nach rechts bewegen, ohne dabei denken zu müssen. Wirklich gar nichts denken. Außer vielleicht “Hepp!”, und das auch nur bei jeder dritten Schaufel. Doch, das war gut.

Einer meiner ältesten Scherze steht im Impressum dieser Seite, wo es wahrheitsgemäß heißt, dass es in diesem Blog seit Jahren um einen komischen Themenmix geht und, ich zitiere mich mal eben selbst: “Sollte ich ab morgen das Basteln von Deko oder Schrebergärten spannend finden, ich würde auch darüber schreiben.”

Das war, als ich es schrieb, nicht einmal ansatzweise ernst gemeint. Aber wo harke ich denn nun das Laub, wenn es doch Spaß macht?

Wir kennen Menschen aus unserem kleinen Bahnhofsviertel, die einen Schrebergarten gepachtet haben. Wir haben die ein paarmal dort besucht, wir fanden das verblüffend nett und entspannt in diesen Kleingärten, so etwas ahnt man ja nicht, wenn man das immer nur mit dem typisch urbanen Zynismus und Sarkasmus betrachtet. Man muss da erst die Sichtweise etwas ändern, um es offener wahrnehmen zu können.

Natürlich war das nun nicht irgendeine Schrebergartenanlage, sondern ein Hamburger Geheimtipp erster Klasse, die Billerhuder Insel. Das ist eine Insel in einem der Hamburger Flüsse, auf der es nur Schrebergärten gibt. Die kennt quasi kein Mensch, die liegt auch noch da, wo man nicht gerade Schönheit vermutet, direkt neben Tierheim und Industriegebiet und schlecht beleumundeten Straßenzügen. Aber eben: Eine Insel!

Nein, in Wahrheit kennen die doch viel zu viele, wie es mit Geheimtipps in Großstädten eben so ist. Natürlich wollen da alle hin, eine Bewerbung ist eher sinnlos, man kennt das.

Aber nach Befragung des Instragram-Orakels …

… und nach ein paar nervenzerfetzend spannenden Wochen, weswegen hier auch fast nichts mehr im Blog passiert ist, haben wir heute einen Pachtvertrag unterschrieben.

Rund 700 qm Land, ein altes Haus, das noch abgerissen wird, eine neue Laube, die wir noch bauen müssen. Zwei Erwachsene, die von Garten und Handwerk nicht die allerleiseste Ahnung haben. Ein Sohn, der dringend viel mit den Händen arbeiten möchte. Ein Sohn, der im Garten dringend Spaß mit seinen Freunden haben möchte, das ist in etwa die Ausgangslage.

Ich freue mich sehr darauf. Ich habe so große Lust, mal wieder bei einem Thema komplett bei Null anzufangen, Idiot zu sein, Schüler zu sein, einfach wissbegierig zu sein. Ich habe gerade eben sämtliche deutschen Gartenblogs abonniert, die nicht bei drei auf den, haha Bäumen waren. Ich weiß ansonsten nicht einmal, wo wir mit was anfangen sollen, ich stelle mich morgen also ganz im Ernst in diesen Garten und gucke ratlos, es ist einfach grandios.

Wir werden berichten, eh klar. Aber nicht morgen – morgen wird geharkt.

Beifang vom 28.06.2017

Jedoch sind gegenwärtig die Worte noch nicht fertig.” Über Song-Lyrics.

“Einsamkeit ist ein Kopfsalat.”

Eine Bilderstrecke in der NZZ: “Architektur für das Zusammenleben”.

Hier noch meine Links zum Wochenanfang bei der GLS-Bank. Allerdings finde ich manchmal doch mehr Links, als ich dort unterbringen kann, ein paar werde ich also hierher retten müssen. Etwa den hier über die Lamas in der Schweiz. Oder diesen mit der kurzen Geschichte der Arbeit. Schon lesenswert.

Falls Sie sich gerade mit einer Frage herumquälen, die man orakelhaft nebenbei klären kann, hier noch schnell die Antwort via Instagram. Bitte, gerne.

Das war es auch schon fast. Der abschließende Musiktipp kommt heute wieder aus der Reihe “Was hören eigentlich die jungen Leute”, stammt also von Sohn I. Er empfiehlt ein Stück, das auch älteren Leserinnen noch geläufig sein könnte, “Emanuela” von Fettes Brot. Man hört eben auch in dieser Generation nicht nur die Lochis und dergleichen, ein paar “alte” Bands haben Bestand, neben Fettes Brot übrigens auch die Beatles, Queen und, nun ja, Torfrock. Wir sind eben norddeutsch, nech.

Der Refrain „Lass die Finger von Emanuela” hat beide Söhne hier schon jahrelang begeistert, sie haben das beide wirklich gerne oft und laut gesungen. Und jetzt dürfen alle mal raten, welchen Vornamen die Leiterin der Kita hatte.

Kurz und klein

Terminhinweis für Sankt Georg

Einmal im Jahr gibt es hier im kleinen Bahnhofsviertel einen besonderen Markt. Der findet charmanterweise direkt vor unserer Haustür statt und dieses Blog ist mit einigen Standbetreibern dort auf die eine odere andere Art verbunden. Am 01. Juli von 12 bis 18 Uhr.

(Fotos: Carsten Buck)

Es geht um regionale Lebensmittel – ich zitiere mal aus der Pressemeldung der unterstützenden Kirchengemeinde, mit der dieses Blog bekanntlich auch ab und zu verbunden ist: 

“Es geht ums Entdecken, Probieren, Genießen und Mitnehmen eigenwilliger und selbstgemachter Lebensmittel und Gerichte von überzeugten und überzeugenden Herstellern. Und es geht um deren Wertschätzung.

Im Mittelpunkt steht die selbstbewusste Präsentation von Lebensmitteln – auf die Hand und für Zuhause. Vom Grill oder Küchentisch, auf Strohballen oder in der Sonne auf der Kirchentreppe. Tische unter Bäumen und eine musikalische Atmosphäre laden zum Treffen und Bleiben ein, Stadtimkerei, Grüne Kiste, Regionalwert AG, Mausi die Kuh und Kinderkochbücher werden vorgestellt. Dazu spielt Live-Musik aus dem Stadtteil.”

Unter den Ausstellern auch Patricia, die schon einmal mit Herzdame gebacken hat, und die mittlerweile beruflich komplett auf Food umgeschwenkt ist. Und bei der oben erwähnten Regionalwert AG erinnern sich einige vielleicht noch an das Interview mit dem Regionalulf bei “Was machen die da”? De öko Melkburen wiederum kamen schon diverse Male im Wirtschaftsteil vor, na, und so weiter.

Mit anderen Worten: Das wird gut. Und eine Kuh haben wir auch nicht jeden Tag auf dem Spielplatz.

(Fotos: Carsten Buck)

Projektidee, ab in den Zettelkasten

Wo ich neulich schon bei Max Frisch war, dachte ich, könnte ich ja noch schnell bei Uwe Johnson hineinsehen. Die beiden kannten sich, die schrieben sich Briefe und waren befreundet, so kommt man als Leser von Dichter zu Dichter. Das ist nämlich auch so eine Bildungslücke bei mir, zu dem Herrn Johnson bin ich bisher noch nie gekommen. Und nach den ersten dreißig Seiten von “Mutmaßungen über Jakob”, was er übrigens “Mutmassungen” schreibt, er war da etwas eigensinnig, bin ich mir auch nicht sicher, ob das nicht vielleicht so bleiben kann. Aber in die “Jahrestage” gucke ich natürlich auch noch, stets bemüht wie ich bin.

“Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen”, das ist der berühmte erste Satz in dem Buch. Einerseits ein erster Satz, bei dem man sich gleich vorstellen kann, wie aus ihm heraus eine Geschichte generiert wird, wie alles aus diesem Satz kommt, sozusagen aus der Überschrift fällt und am Ende einen Kreis schließt. So gesehen ein großer, ein meisterhafter Satz, der klingt schon nach Literaturlexikon, und das schafft nicht jeder erste Satz. Andererseits aber auch ein Satz, der so bierernst vor Bedeutung strotzt, dass es vielleicht doch schon wieder unangenehm ist. Da steckt ein so hemmungsloses “Los, interpretier mich! Du willst es doch auch!” drin, ich weiß ja nicht, das ist womöglich etwas over the top, ist es nicht? “Zur Bedeutung des “quer” bei Uwe Johnson”, man sieht Tausende von Scheinen, von Studentinnen emsig herbeigeschrieben, der Stapel wächst immer noch weiter, noch jahrzehntelang, und immer weiter und weiter geht Jakob quer über die Gleise.

Der viel bekanntere erste Satz ist der gebetsmühlenhaft bei dem Thema erwähnte “Ilsebill salzte nach”, natürlich vom ollen Grass. Im direkten Vergleich würde ich den tatsächlich in diesem Fall bevorzugen, das Erwecken des Leserinteresses durch den seltsamen Namen Ilsebill ist doch ganz gelungen, finde ich, fast könnte man dabei Humor vermuten, hätte man nicht immer das Bild des griesgrämig herabhängenden Schnauzers vor Augen.

Egal. Man soll von den Großen lernen, deswegen ziehe ich gerade in Erwägung, eine Geschichte in ihrer Tradition zu schreiben, natürlich mit ihren Themen. Es muss also um Deutschland gehen, gerne mit den früheren Ostgebieten dabei, unbedingt geschichtlich weit ausholend, am besten gleich bis in die Steinzeit. Tragisch muss es sein, eh klar. Die Hauptfigur ist, was weiß ich, Foodbloggerin, da kenne ich mich halbwegs mit aus, das ist modern und weckt Interesse, da hat man gleich die Blogszene an Bord und dann noch die ganzen Foodies, das wird quasi ein Selbstläufer. Und diese Foodbloggerin macht, irgendwo muss der Bezug ja herkommen, vielleicht etwas mit pommerscher Küche, das hat nämlich auch schon ihre Großmutter gemacht – und deren Mutter und immer so weiter. Selbstverständlich ist sie irgendwie seltsam, vermutlich geht es in ihrem Blog um den Verzehr von Fleischbergen, weswegen sie dauernd im Kriegszustand mit der veganen Schickeria ist, so etwas in der Art. “Kraut und Rüben haben mich vertrieben”, das gibt es doch als Volkslied, fällt mir gerade ein, wenn das kein einladendes Detail ist! Das reicht doch schon für ein Kapitel. Mindestens. Wo war ich?

Pommersche Küche also, die durch diese Foodbloggerin in Berlin plötzlich total hip wird und dann aber auf einmal in der falschen Szene gegessen wird, bei den Rechtsradikalen also, dabei hat sie das doch nie gewollt, na, und so weiter. In Rückblenden werden zwischendurch selbstverständlich und in epischer Breite die Geschichten der vorhergehenden und mal mehr, mal weniger unterdrückten Generationen eingebaut, immer schön sinnlich um die Ernährungstraditionen der Gegend herum gruppiert, so dass die Leserinnen sich irgendwann vor Lust auf Räucherfisch und Klackerklüten gar nicht mehr lassen können, wobei ich Klackerklüten gar nicht kenne, das habe ich nur gerade schnell gegoogelt, Recherche, Baby!

Den Namen der Protagonistin entnehme ich am besten direkt einem bekannteren Werk, denn man muss Bezüge für spätere Literaturwissenschaftlerinnen auch ansprechend klar machen und bedeutungsschwangere Namen sind dabei unbedingt von Vorteil. Und überhaupt kann man sich mittlerweile bekanntlich großzügig an fremden Werken bedienen, das geht kulturell klar, hey, es ist 2017.

Ich bin noch nicht sehr weit, aber der erste Satz ist schon einmal der Hammer: “Ilsebill salzte quer.”

Krachendes Blau

“Aber am besten war es, wenn die Jungen zusammen ans Ruder durften, mit Tom Platt in Rufweite, und die We’re here ihre Leereling ins krachende Blau schmiegte und über dem Spill ungebrochen einen kleinen selbst gemachten Regenbogen hochhielt. Dann wimmerte die Klau jedes Baums gegen den Mast, und die Schoten knirschten, und die Segel füllten sich brüllend; und wenn sie in eine Mulde glitt, zappelte sie wie eine Frau, die sich in ihrem Seidenkleid verfangen hat, und kam wieder hoch, der Klüwer nass bis zur halben Höhe, und sehnte sich und spähte aus nach dem großen Doppelfeuer von Thatcher’s Island.”

“Über Bord” von Rudyard Kipling, Deutsch von Gisbert Haefs. Und was für ein Deutsch! Maritim bis zum Anschlag, absatzweise sogar so maritim, dass man als stinkige Landratte nur man gerade so halbwegs ahnt, was da gemeint ist. Und dass man da beim Lesen glatt die Hälfte seiner Ahnung verliert, das ist ganz seltsam erholsam, als würde man eine Woche auf einem Segelboot zubringen, mitten drin in dem krachenden Blau.

Ein äußerst verwöhnter Millionärssohn, halbwüchsig und schwer verzogen, geht auf einem Passagierschiff über Bord, als er sich seekrankheitsbedingt etwas außenbords hängt. Das passiert mitten im Atlantik (eingeschworene Element-of-Crime-Fans murmeln hier zwanghaft was von “Niemand ist gern allein mitten im Atlantik”, der Rest ignoriert diese Klammer bitte einfach), der Jüngling ertrinkt aber nicht, er wird von Fischern aus dem Meer gezogen. Fischer, die monatelang auf Kabeljau gehen und überhaupt nicht daran denken, den kuriosen Passagier vor Ablauf der Saison zurück an Land zu bringen, da könnte ja jeder kommen, bzw. vorbeischwimmen. Erst die Arbeit und dann.

Mangels anderer Wahl muss der Gerettete also an Bord mitarbeiten, wobei er sich erstaunlich prächtig entwickelt, was aber auch egal ist, wen interessiert schon die Handlung – viel wichtiger für die Lesenden ist doch, dass man da auf diese angenehm altmodische Schmöker-Art dabei ist, an Bord ist, im krachenden Blau ist.

In einigen Bundesländer sind schon Sommerferien, hört man. Vielleicht ist das Buch aber gerade für die eine Empfehlung, die noch keinen Urlaub haben, keine Ferien, keine Reisezeit, die also nichts als Alltag und Routine und immerwährenden Landgang haben. Mit diesem Buch kommt man nämlich doch kurz mal raus. Und sogar ziemlich weit.

“Über Nacht waren weitere Schoner angekommen, und die lange blaue Dünung war voll von Seglern und Dorys. Weit weg am Horizont besudelte der Rauch eines Liners mit unsichtbarem Rumpf das Blau, und im Osten war es viereckig eingekerbt von den eben auftauchenden Bramsegeln eines großen Schiffs. Disko Troop lehnte am Kajütendach und rauchte – ein Auge bei den Schiffen ringsum, das andere beim kleinen Windanzeiger am Haupttopp.”

Beifang vom 22.06.2017

Für die GLS Bank habe ich sieben Links zum Thema Fahrrad zusammengestellt. Wobei ich den Artikel weggelassen habe, in dem Hamburg neulich in einem Ranking der fahrradfreundlichen Städte recht weit oben war, der kann eigentlich nur ein Scherz gewesen sein.

Weil es irgendwie keiner richtig mitbekommt – es gibt Neues vom Überwachungsstaat.

Die Zeit über das Hamburger Phänomen Budni. Budni kann ich recht kurz erklären, das ist der Laden, in dem die Verkäuferin, wenn ich zufällig doch einmal im Jahr mit der Herzdame gemeinsam einkaufe, uns ansieht und sagt: “Das ist ja schön, dass man sie beide mal zusammen sieht.”

Kiki über die Bundeswehr und G20 und überhaupt. Ich bin ja immer froh, wenn auch andere die Abschaffung der Wehrpflicht für eine eher fortgeschritten dumme Idee halten. Und warum man sie dann nicht zumindest gegen ein soziales Jahr für alle getauscht hat – für mich völlig unbegreiflich.

Und immer wieder HONY. Etwa das hier. Solche Postings ersetzen glatt zwei bis drei Kurzgeschichten.

Meine Timelines bejubeln gerade den Artikel in der Zeit, in dem der Chefredakteur online einmal mit einem spricht, der nicht seiner Meinung ist. Das ist sicher ehrenwert, dass der das mal tut, allein mich wundert, wieso er das nicht öfter tut. Genau genommen verstehe ich bei dem Thema gerade die Welt nicht mehr. Kennt der denn keine Menschen? Begegnet er keinen? Nicht einmal beruflich? Er hat doch sogar in seiner Redaktion Meinungsabweichler, recht bekannte sogar, schweigt er die an? Hat er keine Nachbarn, fährt er nie U-Bahn, geht er in keine Kneipen? Ich bin nun wirklich ausgeprägter Stubenhocker und eher Sozialmuffel, aber ich kenne Wähler aller gängigen  deutschen Parteien, sogar von der FDP. Ich kenne arrogante Managerinnen und wütende Hartz-IV-Empfänger, ich kenne verbissene Ökos und egozentrische SUV-Fahrer, ich kenne komplette Klimagnoranten und auch Autofetischisten, Offiziere und Friedensforscherinnen, erstaunlich stolze Deutsche und Ausländerinnen aus was weiß ich wie vielen Staaten, ich kenne Bayern und Hessen und Sachsen und Inselbewohner und Südtiroler und Milchbauern und Medienhausbesitzer und auch leidenschaftliche Fußballfans, die denken alle irgendwie seltsam anders als ich – und das ist doch nun beim besten Willen kein Kunststück, die alle zu kennen, ich mache doch gar nichts dafür? Ich verstehe es wirklich nicht recht. Ich bin umzingelt von Menschen, die nicht meiner Meinung sind und in anderen Welten leben. Aber wieso sind das denn nicht alle?

Anne über eine der Sollbruchstellen in Beziehungen. Vermutlich eine der Top-3-Sollbruchstellen. Und auch in der Erziehung, by the way: “Wir haben aufgeräumt!” Nein, habt ihr nicht!”

Patricia hat bei der Bahnhofsmission geholfen.

Die Musik ist heute wieder eine Empfehlung der Herzdame, hat also etwas mehr Kawumm. Quasi passend zum Gewitter heute. Das sah übrigens von meinem Büro aus so aus:

Verlosung: Ninjago-Hausaufgabenheft

Ein Text von Johnny Buddenbohm, sieben Jahre alt.

Mir wurden wieder Bücher vom Ameet-Verlag zugeschickt, die waren auch ganz toll, aber mit einem davon kann ich nichts anfangen: “Mein Hausaufgabenheft”. Weil ich gar keine Hausaufgaben habe, denn ich gehe zu einer Ganztagsschule. Deswegen verlosen wir das jetzt. Das Buch passt für alle in der Grundschule. Es sind auch Comics zum Selberbetexten drin und das kleine Einmaleins und so etwas.

Ich würde es eigentlich ganz gut finden, wenn wir Hausaufgaben hätten, dann könnte man auch in den Ferien arbeiten. Ich liebe Schule nämlich und kann mich ohne Hausaufgaben nicht so gut entscheiden, was ich alles machen soll.

Wir machen einfach eine Liste mit allen, die hier drunter bis einschließlich Donnerstag etwas kommentieren, und da suchen wir dann per Zufall aus, wer gewonnen hat und schicken das Buch zu.

Und das hier ist keine bezahlte Werbung.

Ein Update bei „Was machen die da“

Isa und ich haben eine neue Folge online gestellt, diesmal haben wir eine Dame befragt, die einen recht charmant gelegenen Arbeitsplatz hat:

Katrin Roeske spielt dort die Wasserfontänen bei den Wasserlichtkonzerten im Hamburger Park “Planten & Blomen”. Ein wirklich ziemlich spezieller Job. Und einer, bei dem ich als Fotograf dieser Interviews ziemlich begeistert von den sich dort bietenden Motiven war.

Zum Interview bitte hier entlang.