Erkenntnisgewinn in herbstlicher Nacht

Als ich gestern sehr spät nach Hause kam, lag die Herzdame schon im Bett und schlief. Es war tiefe Nacht, es regnete und stürmte und ich war sehr froh, in das warme Bett zu ihr steigen zu können. Und weil es mir gerade in dem Moment als besonders erfreuliche Einrichtung erschien, sich nach einem Heimweg durch naßkalten Herbst und Orkantief neben seine Frau legen zu können, herzte und küßte ich sie ein wenig und murmelte leise etwas im Sinne einer Liebesbekundung.

Die Herzdame setzte sich daraufhin auf, machte die Nachttischlampe an, sah mich alarmiert an und fragte: “Hast du ein schlechtes Gewissen?”

Man sollte wohl doch besser so oft nett zueinander sein, daß es gar nicht erst ungewohnt wird.

Kleiner Nachtrag zur Lesung

Ich komme leider gerade überhaupt nicht zum Schreiben, aber wie das Kaffee.Satz.Lesen am Sonntag (unter den strengen Blicken des Kulturvereins Hannover) war, kann man ganz wundervoll beschrieben bei Herrn Paulsen nachlesen, bei Elle, bei Mek – und mit besonderer rosa Färbung auch bei Gunnar.