Unter der westfälischen Venus

Vielleicht sollte ich einfach in schönster Schreibschrift hundertmal den Satz aufschreiben „Ich will nie wieder vollkommen sinnloser Weise ankündigen, keinen oder wenig Alkohol trinken zu wollen, wenn ich hinterher auf ein nordostwestfälisches Dorffest gehe“. Herrje.
Während aber andere Frauen ihren angetrunkenen Männern vielleicht Vorhaltungen machen würden, strahlte die Herzdame, die am Sonnabend spätnachts einen äußerst derangierten Merlix über die verlassene Landstraße nach Hause schob, über das ganze Gesicht und wiederholte des öfteren beglückt: „Ich bin sehr, sehr stolz auf Dich. Du hast kein Glas abgelehnt. Feiner Mann!“ Wie hier bereits mehrfach festgestellt wurde: Eine wirklich seltsame Gegend.

Der Himmel war klar, nur die Rauchschwaden der verglimmenden Osterfeuer zogen durch die kalte Nachtluft und über uns leuchtete in wunderbarer Helligkeit die Venus über Westfalen, das immerhin weiß ich noch. Der Rest ist dunkel.

4 Kommentare

  1. Da warst du aber schon sehr früh tilt! Venus war doch schon um halb elf weg.
    Allerdings wäre Venus ein guter Grund für laute Beischlafswillensbekundungen gewesen 😉

  2. Oh, guter Hinweis, danke! Also sagen wir besser so: Auf dem Hinweg habe ich sie garantiert gesehen, die Venus, auf dem Rückweg habe ich irgendwas gesehen 🙂

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