Und noch eine kleine Pause

Nachdem die Herzdame und ich in der Reihe „Wir erkunden bürgerliche Urlaubsformen“ im letzten Jahr als Frühbucher an einem Bergsee in Österreich landeten, versuchen wir es jetzt einmal mit einem Ferienhaus in Dänemark, direkt am Ostseestrand. In etwa einer Woche können wir dann hoffentlich kompetent darüber Auskunft geben, ob es sich hierbei um eine empfehlenswerte Ferienart handelt oder nicht.

Wobei ich aber bereits im Vorwege bedauernd festgestellt habe, daß die dänischen Bezeichnungen für Lebensmittel nicht halb so schön sind wie die österreichischen. Ich halte ja schon die Lektüre österreichischer Speisekarten für einen vollkommen legitimen Grund, in die Berge zu reisen – aber vielleicht wird sich ja mit etwas gutem Willen doch noch auch für Dänemark ein ähnliches Argument finden lassen.

Minimerlix

Obwohl man natürlich viel davon liest, wie schlimm die Zeit mit Kleinkindern sein kann, wie übel der Schlafmangel sein wird, wie anstrengend der schreiende Säugling, wie entnervt das Elternpaar und wie angespannt das ganze Umfeld, scheinen die meisten Paare, die wir kennen, eher sehr gute Erfahrungen zu machen. Seltsamerweise sind wir umgeben von friedlichen Durchschlafkindern, die so nebenbei schnell zahnen und hier und da mal etwas Bauchweh haben, aber sonst scheint das alles bemerkenswert problemfrei zu laufen.

Ich habe sicherheitshalber meine Mutter gefragt, wie ich selbst als Kleinkind war, um mich rechtzeitig als Vorbild für den eigenen Sohn in Szene setzen zu können und, wenn wir denn auch ein friedliches Kind bekommen sollten, der Herzdame gegenüber gleich auf die gelungene Vererbung meiner Gene hinweisen zu können. Meine Mutter dachte einen Augenblick nach und erklärte dann, ich wäre in den ersten drei Lebensjahren durchgehend im Hungerstreik gewesen, hätte entgegen aller biologischen Wahrscheinlichkeit gar keinen Schlaf gebraucht und durchgehend geschrieen, abgesehen von den wenigen ruhigen Stunden voller familiären Friedens, in denen ich damit beschäftigt war, Versandhauskataloge in kleine Schnipsel zu zerreißen, eine Tätigkeit, die eine anscheinend wundersam beruhigende Wirkung auf mich hatte.

Ich habe dann gar nicht weiter nachgefragt, denn es schlägt ja doch ohnehin eher die Großvatergeneration durch, sagt man. Aber vielleicht ist es eine gute Vorsichtsmaßnahme, schon mal ein paar Versandhauskataloge zu bestellen. Nur für den Fall.