Kinderlieder

Die Herzdame hat nach bedeutender Selbstüberwindung ein Kinderliederbuch bestellt, denn weder sie noch ich sind als sehr kompetent zu bezeichnen, was so etwas angeht. Ich dachte bisher allerdings immer, ich könnte wenigstens die einfachen Sachen, so etwa „Alle meine Entchen“ und dergleichen – was eben jeder kann.

Ein Blick in das Buch läßt mich aber erschüttert feststellen: „Alle meine Entchen“ hat zwei Strophen! Ich würde jeden Eid ablegen, von der zweiten noch nie im Leben etwas gehört zu haben. Unfaßbar.

20 Kommentare

  1. Alle meine Entchen
    schwimmen auf dem See,
    schwimmen auf dem See,
    Köpfchen unters Wasser,
    Schwänzchen in die Höh‘.

    Alle meine Täubchen
    gurren auf dem Dach,
    gurren auf dem Dach,
    fliegt eins in die Lüfte,
    fliegen alle nach.

    Alle meine Hühner
    scharren in dem Stroh,
    scharren in dem Stroh,
    finden sie ein Körnchen,
    sind sie alle froh.

    Alle meine Gänschen
    watscheln durch den Grund,
    watscheln durch den Grund,
    suchen in dem Tümpel,
    werden kugelrund.

    Und meine Nichte singt sogar noch beharrlich irgendwas von alle meine Püppchen, ich weiß aber nicht, ob das echt ist…

  2. Alle meine Entchen
    schwimmen im Spinat
    rutschen über die Spiegeleier
    und landen im Salat

    Is‘ auch echt, singen hier die Kleinen!

  3. Um dem unsäglichen Zuckowski zu entgehen, könnten Sie sich nach den CDs mit klassischen Kinderliedern des Kinderchors „Flohhaufen“ aus Wien umsehen, die meines Wissens nach allerdings nur mehr antiquarisch zu kaufen sind. Meine Tochter hat diese Aufnahmen geliebt und ich hab die Lieder auch nach oftmaligem (ok, sehr, sehr oftmaligem) Hören noch schön gefunden, weil die Stimmen wirklich angenehm sind und die CDs eine bunte Mischung aus neueren und bekannten Kinderliedern beinhalten. Die Texte sind im jeweiligen Folder enthalten, sodass auch Mitsingen Spaß macht !

  4. Mich hat die Mutterschaft musikalisch abgehärtet. Während ich früher bestenfalls mal leise irgendwo mitgesummt habe, ist mit nach 3 Jahren Schlafliedern mittlerweile völlig egal, wer alles zuhört – sogar wenn mir grad der Text ausgeht.
    Auch der vielgeschmähte Zuckowski geht mir langsam recht geschmeidig durch die Gehörgänge. Ich finde, daß es da viel, viel Schlimmeres gibt! Von Erwachsenen „kindlich“ vorgetragene Volkslieder zum Beispiel (man ahnt ja nicht, welche Geschmacklosigkeiten man geschenkt bekommt). Für den Gipfel des Grauens halte ich aber nach wie vor die Kinderlieder von Nena. Die war ja schon mit ihren Luftballons schlimm genug, aber die Kleinkindbeschallung von ihr….weia!

  5. Ich kann mich auch noch dunkel an die Liedersingerrei erinnern, vor allem meine Oma trällerte den lieben langen Tag irgend ein Lied.
    Was mir als Kind manchmal auf die Nerven ging, fehlt mir Heute manchmal doch.
    Wenn im Radio so etwas gespielt wird, wird mir immer ganz warm ums Herz.
    Also singt eurem Nachwuchs schön was vor. So bleibt ihr in Erinnerung….
    irgend wann mal?! Grins!!

  6. Ach ja…. ich ereinnere mich, dass meine Mutter mir immer Schlager vorgesungen hat, die sie selbst aus ihrer Jugend kannte.

    So bin ich mit der alten Säuferhymne „Wasser ist zum Waschen da“ und dem verruchten „Yes Sir“ aufgewachsen, mit den liedern von Zara Leander und mit Alexandras „Zigeunerjunge“. Auch die Ballade vom Mörder Haarmann hat meiner Kinderseele nicht nachchaltig geschadet. Hier zur Inspiration der Text:

    Warte, warte nur ein Weilchen,
    Dann kommt Haarmann auch zu Dir.
    Mit dem kleinen Hackebeilchen
    Macht er Hackefleisch aus dir.

    Aus den Augen macht er Sülze,
    Aus dem Hintern macht er Speck,
    Aus dem Darm, da macht er Würste,
    Und den Rest, den schmeißt er weg.

  7. Alle meine Entchen
    schwimmen auf dem Fluß,
    schwimmen auf dem Fluß.
    Wenn es nicht mehr weiter geht,
    nehmen sie den Bus.

    Singen die Kleinen hier. Manchmal. Und lachen so.

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