Zubehör für stillende Mütter

Ich verbringe einen nicht unwesentlichen Teil meiner Freizeit damit, der stillenden Herzdame Dinge zuzureichen, an die sie gerade nicht ankommt. Sie sitzt irgendwo mit dem Baby am Busen, während dringend benötigte Gegenstände knapp außerhalb ihrer Reichweite herumliegen, was ihr aus offensichtlich prinzipiellen Gründen erst dann einfällt, wenn ich mich anderweitig hinsetze. Solange ich direkt vor ihr stehe, braucht sie nichts, auch nicht, während ich weggehe, der Moment des Bedarfs entsteht aufgrund geheimnisvoller Gesetze erst, wenn ich sitze oder liege. Vorzugsweise, wenn ich in einem anderen Raum liege.

Ich wundere mich etwas, daß es da keine Lösung im Bekleidungsgeschäft gibt. Für den eifrigen Heimwerker gibt es ja auch die unverzichtbare Funktionsweste mit diversen Verstaumöglichkeiten für Schraubenzieher und Phasenprüfer. Wieso gibt es nicht ein Kleidungsstück für die stillende Mutter, in welchem sie ein Festnetztelefon, ein Handy, eine Flasche Wasser, eine Flasche Apfelsaft, eine Tüte Kekse, ein Käsebrot, einen Roman, etwas Ratgeberliteratur, die aktuelle Zeit, eine Stoffwindel, einen Schnuller, ein Notebook, einen Kugelschreiber, einen Notizblock, eine Digitalkamera, einen USB-Stick, einen iPod, die Kontoauszüge des letzten Monats, ein paar Überweisungsformulare, Vitamin-D-Pillen, warme Socken, Hausschuhe, eine Strickjacke, ein Kissen, einen Kalender, die Post von heute, die Fernbedienung des Fernsehers, die Fernbedienung der Stereoanlage, eine Pinzette, eine Nagelfeile und eine Schere elegant so unterbringen kann, das alles mit einem Handgriff schnell erreichbar ist?

Gibt es denn keine Menschen in der Textilindustrie, die noch Herausforderungen suchen? Ich wäre wirklich dankbar.

12 Kommentare

  1. Lindy von http://www.stokx.de/ würde sich bestimmt liebend gerne diesem Problem annehmen und so etwas designen. Praktischerweise arbeitet sie auch besonders gerne mit Stoffen, denen ein Glas Wein beim drüber giesen nichts ausmacht (es fliesst dann eben in die Schuhe). Ihr Kleidungsstücke werden um die Taschen herum desigtn und tragen erstaunlicherweise nicht auf, obwohl man ganze Aktenordner in den Taschen tragen kann. Da sollte doch auch ihre Liste kein Problem darstellen.

  2. Ich bin ja nicht so ein „dauernd-Drunterschreiber“, darum stellvertretend und rückwirkend auf unzählige Ihrer Blogeinträge gemünzt: Merlix, Sie machen mich immer sehr schön lachend, Ihr Blog ist ein Quell der Freude und guten Laune für mich. Danke!

    (Auch gerade eben wieder: Bremen, Billig-Hotelzimmer, bitterer Kaffee mit Milchschaum-Imitat, draußen regenets, alles grau. Kurz mal bei Ihnen reingeschaut und der Tag präsentiert sich plötzlich zumindest als überlebbar.)

  3. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass spätestens wenn niemand in der Nähe sein kann (z.B. wenn Männer aushäusig arbeiten) die Erkenntnis auftaucht, dass stillende Mütter ja nicht gelähmt sind 😉
    Ich weiß nicht, wie oft ich herumwandern musste, mit Baby an der Brust; gelegentlich dabei einarmig kochend, weil drei andere Kinder auch Hunger hatten. Wenn sie größer sind, kann man sie auch ins Tragetuch setzen und futtern lassen. Der Phantasie sind da keinerlei Grenzen gesetzt.
    Übrigens ist es IMMER so, das jemand etwas von einem will, sobald man sich gesetzt hat. Niemals vorher. Muss eine Untergruppe von Murphys Law sein ;-)))

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