Kleiner Hinweis an werdende Eltern

Wenn Sie gerade ein Mädchen erwarten, könnten Sie bitte verbindlich darauf verzichten, dieses Emma zu nennen? Ist Ihnen nicht klar, daß alle Mädchen, die im letzten Jahr geboren wurden, bereits Emma heißen? Gibt es gar keine anderen Namen mehr? Wie soll mein Sohn denn, wenn er später mal Mädchennamen in sein Handy speichert, die alle unterscheiden? Da er im jugendlichen Alter schwerlich zu den Nachnamen greifen wird, gibt er dann womöglich aus lauter Verzweiflung körperliche Merkmale der Mädchen ein, um sich nur ja irgendwie merken zu können, welche Emma zu welcher Nummer gehört und stellen Sie sich nur mal vor, die gerade Angebeteten gehen dann mal aus Neugier bei einem Date heimlich in das Adreßbuch seines Handys und finden dann ihre eigene Nummer da unter einem Eintrag, der womöglich in betont lässiger Wortwahl die Beschaffenheit ihres Pos beschreibt, ist ja immerhin denkbar, man kennt das Alter ja – können Sie sich vorstellen, was das dann für einen Ärger gibt?

Das können Sie doch nicht wollen.

13 Kommentare

  1. An Emma Knackarsch musste ich auch sofort denken. Aber vielleicht fühlt sich ja Emma Dickbauch geschmeichelt, wenn sie eine vorteilhafte Beschreibung ihrer körperlichen Beschaffenheit in einem Mobiltelefon wiederfindet.

    Weiterer Hinweis an werdende Eltern: Weist Eure Emmas rechtzeitig darauf hin, dass sie an fremden Handys nichts zu suchen haben – dann gibt es auch keine Enttäuschungen.

  2. Achwas, die Handys, die es dann geben wird, wählen automatisch die Nummer der Person, an die man gerade denkt. Nix mehr mit Namen einspeichern oder so.
    Aber Sie haben schon Recht. In meinem Jahrgang gibts zu viele Julias und Christians.

  3. Meine erstgeborene Tochter ist nun dreieinhalb Monate alt und heißt Emma. Wir haben lange überlegt, ob wir sie so nennen wollen, denn es heißen gerade seit fünf Jahren schon alle Mädels Emma. Aber ich will meine Tochter schon seit ich zwölf bin, Emma nennen. Es wäre nicht möglich gewesen, einen anderen Namen zu wählen.

    Wir dachten uns dann: Emma soll einen zweiten Namen bekommen, damit sie später wählen kann, falls in der Schulklasse fünf Emmas auf einmal aufstehen. Wir nannten sie Emma Lina, nichtsahnend, dass Lina den Namen Emma gerade ablöst…

    Nun, meine zweitgeborene Tochter heißt Mathilda, davon gibt es noch nicht ganz so viele. Mal sehen, wann dieser Name sich durchsetzt.

    Ich bin übrigens noch keiner anderen Emma begegnet!
    Und wir freuen uns jeden Tag über unsere wundervollen Töchter und auch über die gewählten Namen!

  4. Und falls er sich in einen Jungen verliebt, haben Sie sich ganz umsonst den Kopf zerbrochen 😉 Aber dann wird er wohl ein Lukas-Leon-Problem haben….
    Schlimmer finde ich übrigens allzu ausgefallene Vornamen.
    Das man sein Kind in den Staaten tatsächlich ‚Apfel‘ nennen kann…

  5. Jepp, (Jan-) Paul heisst der Sohn meiner älteren Schwester. (also: mein Neffe!)
    Wahrscheinlich wird Ihr Sohn ohnehin recht wenig an (Namens-) Problemen leiden.

    Kinder müssen beschützt werden – und wollen die Welt entdecken…

    Ihre Fotos geben beides so wunderbar wieder.

    Das wird wohl auch etwas mit Ihnen und Ihrer Frau zu tun haben…

    Ich bin hier nicht wichtig.
    Aber die Klarheit und Intensität/Zärtlichkeit Ihrer Texte und Tochter-Sohn-Eltern-Fotos rührt mich sehr…

    Vielen Dank!

  6. „Mit ‚Emma‘, ‚Karl‘ und ‚Friedrich‘ outet man sich dagegen derzeit noch als höher gebildet“, lese ich gerade in einer einschlägigen Zeitschrift.

    Gute Partien also.

  7. Anekdote.
    Oder: auch Kinder können sich in ihrem Namen verfangen….

    Mein (Ex-) Freund hatte eine Schwester, die eine Tochter hatte: Anna-Sophia.
    Ihr Geburtstag war kurz vor Weihnachten.
    Da fiel Schnee, wir wollten Schlitten fahren.
    Si e hatte etwas Angst vor der Abfahrt.
    Ich sagte: „Wenn du fällst, fällst du in den Schnee, das ist nicht schlimm.“
    Sie fuhr (zum ersten Mal) allein‘ , jauchzte, verfing sich talwärts in einem Weidenbusch,
    war aber glücklich und stolz.
    Am nächsten Tag ihr Geburtstag.
    Alle gratulierten, sangen ihr ein Lied: „Anna-Sophia hat Geburtstag, trallallallallaaah…“
    aber sie korrigierte uns:
    „Ich heiße doch jetzt Anna-so-fünf!“

    Sie hatte so recht…

  8. Also leidende Kinder hin oder her. Ne Emma wirds, das is schon beschlossen. Da gehts mir wie Lilith. Bei meinem derzeitigen Liebesglück wird das allerdings noch ein paar Jahre dauern. Vielleicht ist der Name bis zu der Generation dann schon wieder out. 😉

  9. Meine Tochter heisst Fionka. Gibt es in Deutschland meines Wissens nur ein zweites Mal, und dieses Mädchen wurde nach meiner Tochter benannt, war im KiGa damals zwei Gruppen tiefer.
    Klingt normal genug, ist trotzdem außergewöhnlich. *mirselberaufdieschulterklopf*

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