Sonntagsväter

Während sich Väter an den Werktagen auf dem Spielplatz eher nicht blicken lassen, auch nicht nach Büroschluß, betreiben viele Frauen anscheinend Sonntagsboykott und schicken Ihre Männer an diesem Tag mit dem Nachwuchs alleine draußen spielen. An den Gesprächen, die die Herren dort mit den Kindern führen, kann man dann manchmal sehr schön die Besonderheiten der elterlichen Beziehung ablesen.

Ein Vater schaukelt sein Kind, das stark gelangweilt ist, weil es nicht doll genug geschaukelt wird. Der Vater will und will einfach nicht verstehen, daß man doch bis zum Himmel schaukeln muß, damit es richtig Spaß macht – er läßt eher unangebrachte Vorsicht walten und schubst nur dezent. Schließlich macht das Kind einfach die Augen zu, legt den Kopf nach hinten und singt halblaut und im Takt des schleppenden Schaukelschwungs: „Om… om… om.“

Der Vater hört einen Moment genau hin und fragt dann sehr scharf: „Om? Oh nee, was für eine Esoterik-Scheiße hat dir deine Mutter da wieder beigebracht?“

9 Kommentare

  1. Dann sind die sich allein mit ihren Kindern am Sonntag in der Stadt befindlichen Männer also gar keine Singles und potentiellen Partner für mich sondern nur Familienväter welche an die frische Luft geschickt wurden?

  2. Danke giardino, dass Sie mir die Hoffnung lassen. Ansonsten müsste ich um meine Fassung weiterhin ringen. Wahrscheinlich müsste ich selber nun nur noch meine McDo- und Kinderfilmfrequentierung steigern.

  3. Na ja, eher sind es Sonntagsväter die ihre Kinder nur jedes 2. Wochenende oder so sehen dürfen.
    Scheint mir mehrheitlich so zu sein.

    Mit Dank ans deutsche Sorgerecht und dessen Umsetzung.

    Bei der Gelegenheit, diese Väter sind dann oft auch Single …

  4. Naheliegender Gedanke, aber zumindest in dem Umfeld hier nicht zutreffend. Es sind tatsächlich die normal sorgenden, ungetrennt lebenden Väter.

  5. An dieser Stelle muss ich eine kleine Anekdote loswerden, wenn Herr Merlix erlaubt:

    Eine Kindergärtnerin hat mir einmal erzählt, in der Runde der Kinder sei einmal zur Sprache gekommen, welche Berufe die jeweiligen Väter hätten. Eines der Kinder meinte nur: „Mein Papa sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher !“, woraufhin die Pädagogin sich ihren Reim darauf machte und davon ausging, dass der Mann eben arbeitslos sei. Wenig später stand ein Ausflug auf dem Programm; die Gruppenleiterin bot der Mutter des betreffenden Kindes an, die anfallenden Kosten aus der Kindergartenkasse zu finanzieren, weil der Mann ja schließlich arbeitslos sei und man die Familie nicht weiter belasten wolle. Die Frau fiel aus allen Wolken, und als sie wieder ihre Fassung erlangt hatte, stellte sich heraus, dass der Vater des Kindes keineswegs arbeitslos war, sondern vorwiegend zu Hause als Programmierer arbeitete …

  6. auch wenn es ein wenig vom eigentlichen Thema abtrifftet so kann ich nicht anders als auf walküres Beitrag folgendes beizutragen.

    Ich habe einen Kollegen, der ebenfalls Programmierer ist. Sofern ich das beurteilen kann, ist er ziemlich gut und macht ganz tolle, hochkomplexe Sachen – so Software für Röntgengeräte und so was. „Nebenher“ ist er auch noch Vater dreier Töchter und seine Frau hat genauso gewissenhaft wie er programmiert die Aufgabe der Kindererziehung übernommen. Wenn es bei Gesprächen nun dazu kommt, dass sie nach dem Beruf Ihres Mannes gefragt wird, so sagt sie lässig „der ist Eintipper“. Immerhin schon ein stückweit besser als vorm Fernseher-sitzer, ob es seiner Tätigkeit jedoch entspricht sei mal dahin gestellt.

  7. Hi hi hi… richtig ausgedrückt Sonntagsväter…ist doch aber schön das die Väter sich zumindest dann am Wochenende intensiver mit ihrem Nachwuchs beschäftigen, wenn es schon die Woche über nicht geht. Na klar Mama kann das besser…. ist aber nur Gewohnheit.

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