Eine ruhige Kugel

Ein ganz normaler Vormittag. Die Herzdame geht zum Schwangerenyoga, ich stehe mit dem Sohn auf dem Spielplatz in einer Pfütze und buddele Schlamm von links nach rechts, weil der Sohn gerade ein Baudawadabida ist, wobei es sich um sein Wort für Bauarbeiter handelt. Mein Handy klingelt, es ist die Mutter der Herzdame. „Ich kann meine Tochter nicht erreichen, ist sie im Kreißsaal?“

Nein, beruhige ich, sie macht nur Yoga. Auch bei Hochschwangeren kommt es vor, daß sie einmal kurz nicht erreichbar sind. Ich lege auf. Kurz darauf klingelt das Handy wieder, es ist ein Freund der Herzdame. „Ich kann sie nicht erreichen, ist es soweit?“

Nein, sage ich, sie macht nur Yoga. Auch bei Hochschwangeren kommt es vor, daß sie einmal kurz nicht erreichbar sind. Ich lege auf. Kurz darauf klingelt das Handy wieder. Es ist eine Freundin der Herzdame. „Na“, fragt die Freundin, „erwische ich dich vor dem Kreißsaal?“

Nein, beruhige ich, sie macht nur Yoga. Auch bei Hochschwangeren kommt es vor, daß sie einmal kurz nicht erreichbar sind. Ich lege auf. Kurz darauf klingelt das Handy wieder.

Ich drücke den Anrufer weg und rufe die Herzdame an, die jetzt auf dem Rückweg sein muß. Ich will ihr von den ganzen Verrückten erzählen, die uns so übernervös belagern. Sie geht nicht ran. Ich warte entspannte zehn Minuten ab. Ich rufe wieder an, sie geht nicht ran.

Ich schreibe ihr eine SMS, ob sie noch ganz bei Trost sei, länger als zehn Minuten nicht erreichbar zu sein.

5 Kommentare

  1. Mal ein Problem, von dem ich weiß, dass es mir erspart bleibt. Die Dame meines Herzens vernachlässigt ihr Telefon dermaßen, dass alle ihre Freunde und Verwandten immer schon von vornherein mich anrufen, weil es bei ihr sowieso nichts nützt.

  2. Und wenn schon, keine Sorge. Bin bei allem was ich bisher so über die Herzdame gelesen habe, überzeugt, dass sie das Baby auch allein zur Welt bringen könnte, nach dem Yoga, auf dem Boden, im Taxi, wo auch immer…

  3. Schön, dass Du selbst wenigstens so gelassen zu sein scheinst. Bei uns war das bei den drei Schwangerschaften meiner Frau irgendwie anders. Am nervösesten von allen war wohl ich. Ich hatte immer das Gefühl eine tickende Zeitbombe im Haus zu haben. 😉

    Das dritte Kind kam dann sechs Wochen zu früh und ich war schon vorzeitig „erlöst“.

  4. Aber Merlix,
    auch bei Hochschwangeren kommt es vor, dass sie mal kurz nicht erreichbar sind… ;))

    Und wenn ich gerade schon dabei bin, auch mal zu posten,
    dann kann ich auch gleich noch das supermega-dicke Kompliment hinterlassen für deine absolut geniale Art zu schreiben!

    Immer wieder aufs Neue:
    Einfach köstlich!!!!

  5. Na, ich nehme mal an, dass Herzdame dann doch noch zu erreichen war.
    Ist ja auch noch ein bisschen Zeit bis euer Kind kommt. Ich wünsche Euch alles Gute.

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