Kleine Anmerkung zur Rolle des Vaters

Natürlich macht man als Mann heutzutage bei allem mit, was die Kinder betrifft. Man weiß, welche Größen ihre Hosen haben, man weiß, welche Windeln zu kaufen sind, man kann die Lieder aus dem Kindergarten mitsingen. Man kann Breichen kochen, geht souverän mit Anzeichen für Kinderkrankheiten um, hat immer einen Schnuller in der Anzugtasche und singt die Kleinen abends brummend in den Schlaf. Alles kein Problem, man ist voll integriert in das Familienprogramm, man gibt sich kompetent und die Frau, sie gibt sich partnerschaftlich. Sie diskutiert hin und wieder mit dem Mann, welche Strampler man kaufen sollte, sie bespricht abends den Speiseplan der Kleinen im Bett, es wirkt alles ganz so, als wären Kinder ein Fall für Zwei, als ginge es um Teamwork.

Nur ganz selten merkt man noch, was Frauen wirklich von uns halten und welche Kompetenz sie uns beim Management der Familie tatsächlich zubilligen. Heute zum Beispiel ein erhellender Moment beim Babyschwimmen – im Becken nur Männer, jeweils mit einem Kind auf dem Arm. Engagierte Männer gehen natürlich zum Babyschwimmen, keine Frage. Die Kursleiterin, die da mit uns planschte, kündigte die Folgekurse an, sie sprach vom kommenden Jahr und was da zu erwarten wäre. Und sagte dann einen Satz, der Bände spricht:

“Ihr könnt mir gerne heute schon einmal sagen, welche Kurse ihr nächstes Jahr besuchen wollt. Ich schreib mir das auf. Und dann bespreche ich mit euren Frauen, was wir wirklich machen.”

Rätsel des Alltags

In unserem heiteren kleinen Bahnhofsviertel gibt es eine Tanzveranstaltung, die sich laut Plakat an “Singles, Paare, Pädagogen” richtet. Ich grübele schon den ganzen Tag, welches Detail im Liebesleben der Lehrer diese Aufzählung so rechtfertigt. Aber egal, ich habe sie immer im Verdacht gehabt, die Saubande.

Wochenende

Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß!

Mission complete

Wenn Sohn I morgens auf dem Weg zur Kita oder nachmittags auf dem Spielplatz bekannte Menschen trifft, grüßt er sie nun mit einem lässigen “Moin”. Wenn man ihn fragt, ob es ihm gut geht, ob er Mama lieb hat, ob der Kuchen schmeckt oder wie das Wetter wird, antwortet er jetzt mit einem selbstverständlichen “Jo”.

Für einen durchschnittlichen Norddeutschen ist die Sprachentwicklung damit praktisch abgeschlossen.

You’ll never walk alone

Manchmal findet man Einträge in Blogs, die man als zutiefst tröstlich empfindet. Texte, die einen über schwarze Stunden voller Selbstzweifel hinwegretten, Texte, die einem die Gewißheit geben, daß da draußen noch andere Menschen leben, die unter denselben Obsessionen leiden wie man selbst. Menschen, die von den gleichen abgründigen Themen umgetrieben werden, Menschen die nachts dasitzen und zweifeln, forschen und grübeln.

Heute zum Beispiel die wunderbare Erkenntnis, daß ich gar nicht der Einzige bin, der die vollkommen meschuggenen Wechsel der Konjunkturprognosen bei Spiegel Online mitschreibt und dann kopfschüttelnd davor sitzt.

Gucken Sie mal hier.