Empathie

In guten Ehen können beide Partner mit tiefem Verständnis rechnen, auch dann, wenn es um persönliche Schwächen geht. Man fühlt mit, nimmt Rücksicht und geht liebevoll und hilfreich auf leichte Mängel am anderen ein. Ich zum Beispiel habe, nicht wenige werden es verstehen, panische Angst vor Zahnärzten.

Ein aktuelles Gespräch dazu:

Herzdame: Ich habe einen Zahnarzttermin für den großen Sohn gemacht.
Ich: Ah ja.
Herzdame: Muß ja mal sein. Kennt er noch nicht.
Ich: Der Glückliche.
Herzdame: Und weil er ein Vorbild braucht, gehst du mit und kommst zuerst dran. Er guckt dann zu. Was Papa macht, ist ja gerade so wichtig.
Ich: Äh…
Herzdame. Und laß dir bloß nichts anmerken, er muß denken, es macht Spaß.
Ich: Äh…
Herzdame: Und am besten verzichtest Du auf die Betäubung, Spritzen sehen immer so gruselig aus.
Ich: Bitte?
Herzdame: Und hör endlich auf mit dieser Anstellerei.

Auf der Straße

Wenn ein Häuflein junger Menschen über eine gesperrte Straße marschiert und es dabei auf einer Länge von über einem Kilometer nicht schafft, sich auch nur halbwegs auf einen einheitlichen Sprechgesang zu einigen, statt dessen aber wild in Kleinstgrüppchen debattiert und dabei Transparente hochhält, die in sehr kleiner Schrift mit so viel Text beschrieben sind, daß garantiert kein Passant erkennen kann, worum es überhaupt geht, dann handelt es sich um eine handelsübliche Studentendemo 2009.

Gibt es denn nicht so etwas wie Demo-Coaches? Diesen trostlosen Anblick hält man als Brokdorf-Veteran gar nicht aus.  Opa erzählt vom Krieg, ja, ja.