Naturschauspiel Hamburg Mitte

Ich gehe mit Sohn I zur Kita, wie jeden Morgen an der Mauer des Spielplatzes entlang. Als ich um die Ecke biegen möchte, um zum Bäcker zu gehen, bleibt er auf einmal stehen und guckt entgeistert. Er dreht sich um und geht ein Stück zurück, beugt sich vor und guckt auf den Boden. Geht ein paar Meter, dreht sich wieder um und sucht die Steinplatten noch einmal genau ab. Dann setzt er sich hin und sieht sich seine Schuhe an, alles mit großem Erstaunen im Gesicht. Er sitzt, denkt nach und guckt ratlos. Ich möchte weiter, es ist sehr früh, es ist sehr kalt, ich habe keine Lust auf ein Sit-In an der Spielplatzmauer. Da nimmt er mich an der Hand, zieht mich zurück, zeigt auf das letzte Stück Weg, geht zwei, drei Meter mit mir gemeinsam und teilt mir dann mit, was ihn so verwundert, was so gar nicht in sein Weltbild passen will: „Keine Hundekacka! Bin ich in nichts reingetretet!“

Man muß die Wunder nehmen, wie sie kommen.

8 Kommentare

  1. Ui. Dann ist es ihm wohl schon sehr oft passiert, dass ihm so eine Tretmine auflauerte… Aber er hat es doch hoffentlich nicht vermisst?

  2. Ich würde mehr drüber lachen können, wenn es nicht die bittere Wahrheit wäre. In Hamburg bin ich zur Hundehasserin geworden – oder genauer gesagt: zur Hundehalter-Hasserin.

  3. Oh, man kann immer und überall auf Tretminen stoßen, in Groß- wie auch in Kleinstädten oder Dörfern… und es gibt immer solche und solche Halter, denn die Hunde können ja nichts dafür. Ebensowenig, wie wenn sie unangeleint rumlaufen, wo sie angeleint sein sollten und andere es sind und es dann auch zu Unannehmlichkeiten kommt. Herr Hund Anton hat aber ein ganz akzeptables Frauchen erwischt…

  4. *schmunzel* der kleine is knuffig
    ja das thema hundesch… auf den Gehwegen is auch uns hier gut bekannt, das is nicht in hamburg nur so und ich kenne wohl beide städte
    deshalb bin ich auch für ganz harte geldstrafen gegen die hundehalter, was das angeht, aber ich bin auch dafür das städte an parks tütenspender anbringen
    ich mag hunde sehr und kann leider selber keinen halten, aber wer ein tier, egal welches, übernimmt der übernimmt auch die verantwortung für das tier, inklusive seiner ausscheidungen.
    hundehalter allgemein zu hassen ist den gegenüber unfair die die haufen ihrer lieblinge ordnungsgemäß weg machen und davon gibt es wirklich viele
    und wenn wir schonmal beim meckern sind dann sollten wir vielleicht auch gleich die raudis mit reinnehmen die ihre leeren glasflaschen in die ecken donnern
    schlecht für kinder, aber auch für tierpfötchen

    lg
    fio

  5. einfach köööstlich!!!!!
    kein anderer Blogger schafft es auf so geniale Schreibweise, mir – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit – immer wieder ein derart herzhaftes Lachen abzuringen !!!

  6. köstlich geschrieben – und so wahr

    und es erinnert mich an unser Wochenende, wo unser Kleiner mit dem Laufrad über ein Stück Acker (Erde, wie es bei anderen heißt) rollte und meine es sei „Hundestinker“. Danach wurde jede bräunliche Unebenheit auf dem Weg genau inspiziert und entschieden, ob man darüber oder doch lieber nebenher fahren sollte. Letzteres hat dann bei mir für Aufregung gesorgt, weil die Gefahr bestand, dass statt Reifen nun die Schühchen im „Hundestinker“ landeten. Der Kleine Mann hat es aber mit Bravour geschafft Erde zu überrollen und alle „Hundestinker“ ohne jegliche Berührung zu umfahren.

    Der ernste Aspekt ist aber, dass mir wieder einmal bewusst wurde, wie viele Hundehaufen dort herum liegen. Was die vielen Hundebesitzer offensichtlich auch in Dörfern gar nicht interessiert. Dabei müssen doch auch die Slalom laufen. Es interessiert auch nicht wenn die Gemeindeverwaltung regelmäßig auf die Pflichten und die Gefahr des Bußgeldes hinweist. Wo kein Kläger – kein Bußgeld. Aber wer will schon ständig auf der Lauer liegen und dann auch noch den Nachbarn anzeigen?

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