Die verrückten Italiener

Wenn man eine ganze Weile darüber nachdenkt, wie man denn bitte darauf kommen kann, ganz im Ernst „eine Handvoll Karpfen“ als Zutat in einem italienischen Kochbuch für Pasta-Rezepte aufzuführen und erst nach langem Nachdenken darauf kommt, daß da womöglich Kapern und nicht Karpfen steht, dann sollte man das Konzept Lesebrille womöglich noch einmal mit dem Augenarzt besprechen.

Wobei man natürlich eventuell interessante Erfahrungen am Herd verpaßt.

Neu auf dem Nachttisch

Es gibt nicht gerade viele lebende Autoren, bei denen ich reflexmäßig alles kaufe und lese, was so erscheint – und es gibt ganz bestimmt nur einen Krimiautoren, bei dem das so ist, da mich das Genre eigentlich überhaupt nicht interessiert. Wolf Haas: Der Brenner und der Liebe Gott, erschienen 2009. Wenn Sie Wolf Haas nicht kennen, ändern Sie das, dringend. Das Buch beginnt so:

„Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, dann muß man das Maul extra erschlagen. Und da sieht man, wie ein Mensch sich verändern kann. Weil heute bin ich die Ruhe in Person. Und müßte schon etwas Besonderes passieren, daß ich mich noch einmal aufrege. Die Zeiten sind vorbei, wo mich alles gleich aus der Fassung gebracht hat. Hör zu, warum soll jedes Blutbad mein persönliches Bier sein? An und für sich sage ich da schon lange, sollen sich die Jungen drum kümmern, quasi Credo.“