Neu auf dem Nachttisch

Zwischendurch etwas gepflegte Comedy – als Dachgeschoßbewohner kann ich bei diesen Temperaturen sowieso nichts anderes mehr konsumieren. Also lese ich jetzt eines der frisch bestellten Sommer-Bücher, die nach der Lektüre dann unweigerlich so mit Melone zugesaut sind, daß man sie schon deswegen behalten muß. Frank Goosen, Radio Heimat – Geschichten von zuhause. Das Buch erschien im Januar dieses Jahres und ist wahrscheinlich der einzige legitime Grund, Bochum zu mögen, was ganz sicher viel heißen will. Es beginnt so:

„An lauen Sommerabenden stehe ich gerne auf der Eisenbahnbrücke am Lohring in Bochum und schaue auf meine Stadt. Ich sehe das Mercedes-Hochhaus der Stadtwerke (das ein bisschen aussieht wie der Monolith aus „2001“), die Türme von Probstei- und Christuskirche, und ganz rechts erkenne ich sogar noch den Förderturm des Bergbaumuseums. Und dann denke ich: Boah! Schön ist das nicht!

Wir im Ruhrgebiet laden Auswärtige gern ein, zu uns zu kommen, um ihren Begriff von Schönheit zu erweitern. Eine mittelalterliche Garnisonsstadt mit Stadtmauer, Fachwerkhäusern und Fürstenresidenzen schön finden, das kann jeder. Aber auf dem Gasometer in Oberhausen stehen, sich umgucken und sagen: Wat ne geile Gegend!, das muß man wollen. Dafür muss man von hier sein.“

11 Kommentare

  1. Also ich mag Bochum seit H.G. und seiner Hymne an diese Stadt … aber dort war ich noch nie und ob das jemals auf der must-see-Liste kommt …
    Da sind noch eine Menge andere dt. Städte die auf mich warten!

  2. Da hat er recht, der Herr Goosen. Schöner Satz 🙂

    Mein Opa hat nach dem Krieg am Wiederaufbau des Gasometers mitgearbeitet, das Ding war sehr zerschossen. Heute darf man ihn ja besichtigen, aber er gehörte schon vorher zu meiner Kindheit dazu, ich bin zu seinen „Füßen“ aufgewachsen und kenne jedes Detail daran. Er wird für mich immer mit meinem großartigen, geliebten Opa in Verbindung stehen.

  3. Es gibt übrigens ein tolles Hörbuch von Herrn Goosen über seine Mitstreiter und das Leben im Pott, sehr zu empfehlen, und das sage ich als jemand, der die Gegend nicht wirklich kennt. Aber irgendwie vertraut ist sie mir dann jetzt schon, nicht wahr, Herr Goosen…

  4. Tja, das kenn ich irgendwo her … dieses Gefühl, nur einem Ortsansäßgen kann so was auch nur gefallen …. :o) Ist halt so :o)

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