Sommerloch

Sohn I und sein Kumpel spielen Fußball mit dem zerbissenen Gummispielzeug eines Hundes, irgendwo auf der dritten Deichlinie der Halbinsel Eiderstedt. Sohn II und sein Kumpel lassen sich dazwischen kichernd deichabwärts rollen, um dann den langen, langen Weg wieder nach oben zurückzukehren. Auf dem Feld gegenüber reifes Korn, dahinter eine Weide, dahinter hört man Schafe. Auf der anderen Seite Kühe, eine davon steht bis zum Euter in einem algengrünen Tümpel, um sich abzukühlen. Wir essen Brötchen mit fingerdick geschnittenen Mettwurstscheiben vom Markt. Eine Wolke von Bienen belagert die Kletterrosen vor den Fenstern unter dem Reetdach. Das Wetter wird ganz, ganz langsam schlechter, wenn es so weitergeht, wird man in wenigen Tagen noch irgendwas mit langen Armen anziehen müssen – wenn man es denn wiederfindet. Dunkel dämmert uns, so etwas einmal besessen zu haben. Die Seite mit dem Wetterbericht baut sich gemächlich und Zeile für Zeile auf dem Bildschirm auf, das Internet ist hier langsam wie eine Wanderdüne. Wir schlagen „Regen“ im Lexikon nach und erinnern uns.

Und mehr ist gerade nicht los.

8 Kommentare

  1. Da ich hier arbeiten muss, gebe ich gerne Sonne/Wärme/Hitze ab und zieh‘ dann auch was ‚Langes‘ an!
    Schöne Tage noch!

  2. Aha…ein Urlaub also, der genau so aufregend ist, als würde man einem Nagel beim Rosten zugucken!

    Mit anderen Worten: ein Super-Urlaub!

    Viele Grüße und weiterhin gute Erholung,
    Stephan

  3. Wie immer zauberhaft geschrieben. Ich mag Ihren Stil sehr und finde, dass diese Fernweh heraufbeschwörende Momentaufnahme der richtige Anlass ist, das mal mitzuteilen.

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