Kleine, aber sehr nützliche Anmerkung zur Aufsichtspflicht

Ein Vater im Freundeskreis hat seinen fünfjährigen Sohn für ein paar Minuten allein in der Wohnung gelassen, weil er schnell mal in die Garage gehen mußte, um von dort etwas zu holen. Der Sohn spielte friedlich im Kinderzimmer, das Risiko schien überschaubar zu sein. Ausgerechnet in diesen wenigen Minuten kam der Postbote und brachte zwei große Pakete, die der Kleine mit Interesse dankend entgegennahm und natürlich auch gleich auspackte.

Der Vater steht jetzt vor der schwierigen bis unlösbaren Aufgabe, seinem Sohn zu erklären, wieso die Geschenke von seinem Wunschzettel erstens nicht zu Weihnachten und zweitens nicht vom Weihnachtsmann gebracht werden. Er wird darüber hinaus seiner Frau erklären müssen, wieso er das Kind ohne ihr Wissen allein zu Hause läßt, weiterhin womit der Sohn nun am 24. beschenkt werden soll – und was er selbst in diesem Jahr eigentlich an Weihnachten machen möchte.

Es ist immer wieder faszinierend, wieviel sich in ein paar Minuten ändern kann.

15 Kommentare

  1. Erster Gedanke: Welcher Postbote akzeptiert denn bitte einen 5-jährigen als Annehmer der Pakete? Hat der Junge mit einem Strichmännchen unterschrieben?

    Sehr seltsam, das ganze.

  2. würde hier auch klappen, allerdings würden meine kinder die pakete nicht öffnen, dafür aber ne menge löcher in den bauch fragen, ob das gewünschte den auch da ist ^^

  3. da lob ich mir die Provinz – nie nicht würde ein schwäbischer Postbote einem Kind ein Paket geben. Nie. Da komme ich schon Mal vom Bäcker zurück und finde Kind und Postbote friedlich nebeneinander auf der Bank vor unserer Haustür sitzen und auf die Hausherrin warten.
    Ich persönlich bin außerdem sehr froh, dass die meisten Spielwarenhändler, wenn sie schon unbedingt ihren Firmennamen auf das Paket aufdrucken müssen, fremdländische Vokalen verwenden. Und – auch hier ein Lob auf die Provinz – KEIN Englisch im Kindergarten unterrichtet wird.
    Präventiv beziehen wir die Post schon seit ein paar Jahren in die Weihnachtslegende mit ein – das Christkind könne schließlich nicht wirklich an einem einzigen Tag allüberall sein – und stoßen auf weises Verständnis bei den Kleinen.

  4. Ich glaube da wurde wohl ein versteckter Märchenerzähler enttarnt. 🙂
    Trotzdem eine schöne Idee.
    Gruß
    K-H

  5. So so, der Kleine hat also offenbar Zugriff zu Messern, Scheren und ähnlichen Augenausstech-Instrumenten.
    Oder hat er die Pakete aufgeknibbelt?!

  6. Irgendwann kommt’s doch raus, das mit dem Weihnachtsmann. Man könnte ja improvisieren und den 24. vorziehen.

  7. Mein erster Gedanke war eher, dass man seinen Kindern in der Großstadt beibringen MUSS, dass sie niemals die Tür öffnen dürfen, wenn sie allein zu Hause sind.

  8. tja, was soll man dazu sagen: LAUT LACHEN! LAUTER!!! hahaha aber da sollte man wirklich aufpassen, dass die Kinder die Türen nicht aufmachen. Meine kommt auch schon dran und übt fleißig, aber sie muss noch 2 cm zulegen, damit sie die Kraft hat, um den Griff runter zubekommen, aber es wird, es wird …

    und wegen Paketen öffnen .. kann man nicht verhindern. Im übrigen, ich war auch besonders schnell und schlau, meine Eltern nicht. Sie haben erst kurz vor Weihnachten die Geschenke geholt, jedoch noch unverpackt und ich hab die dann einmal mit 4 per Zufall gefunden, ENDE! hahaha, na ja, ich hab meinen Eltern glauben lassen, dass ich nichts weiß … Dann war es fast wie Sport, jedes Jahr die Geschenke zu suchen, zu schauen und sogar meinen Zwilling mit ein zubeziehen, der aber ewige Skrupell hatte und dann mit 6 Jahren so ein schlechtes Gewissen, dass er mich kurzerhand verpetzt hat … PETZE!

    Daher kann ich mir auch gut vorstellen, wie der 5 jährige mit voller Wonne die Pakete auseinander geflügt hat :o) aber AUFPASSEN Schere!!!

  9. Und ich bin dankar in einer Großstadt zu wohnen, wo selbst die Kinder die Postboten mit Vornamen kennen, Vorschulkinder schon mal eine Tür öffnen dürfen und man solche Situationen auch mit Humor nehmen kann.

    Und ganz nebenbei, man kann z.B. Amazonpakte auch ohne Hilfsmittel öffnen und viele 3-jährige lernen schon in der Kita wie man eine Schere bedient, sind ja keine Babys mehr.

  10. Herzdame:!

    (Und mein noch nicht zweijähriges Provinzkind (leider) besteht darauf, wenn er neben mir in der Küche auf dem Stuhl steht und mitarbeitet, auch selbst ein Messer zu haben zum Brot schmieren oder Möhren schneiden. „Messa! Meiner!“ Wo käme man denn sonst hin.)

  11. Das ist dann wohl der SuperGAU. Aber ich muss der Herzdame da zustimmen: die „Messer, Gabel, Schere, Licht … “ Nummer ist vorbei, jedenfalls in den Haushalten mit Kindern, die ich kenne. Den jüngeren meiner Patensöhne (6) habe ich neulich nach Herzenslust auf der Klinge eines Kartoffelschälmessers herumkauen sehen. Nachdem mein Herz wieder einsetzte grinste er wie der charmante Lausbub der er ist und meinte nur „ist doch ganz stumpf, das ist das Kindermesser.“ Man kann die Blagen doch nicht früh genug in den Umgang mit gefhrlichem Kram einweisen und ihnen die Unterschiede erläutern.

  12. Irgendwo las ich, dass Kinder keine Streichhölzer benutzen können, obwohl sie schon 10 sind. Ehrlicherweise ist es mir wesentlich wohler mit Adventskranz und Co., wenn ich sicher sein kann, die Kinder wissen, wie man den bedient.
    Die meisten Unfälle passieren ja dann, wenn die Kinder jede Überwachunsglücke nutzen müssen, um jetzt genau ganz schnell mal eben das Messer zu testen.
    Außerdem habe ich keine Lust, für drei Kinder (7, 5 und 4) ganztägig in der Küche zu stehen und Äpfel, Karotten etc. zu schneiden. Oder gar Brote zu schmieren. Oder das Essen zu schneiden. Das machen die bitte schön selber.)

  13. Mein erster Gedanke: OH MEIN GOTT – KATASTROPHE!
    Ob mit Messer oder Schere geöffnet – viel Schlimmer ist doch wohl das Schicksal des armen Vaters!

    Aber tatsächlich, der Weihnachtsmann schickt eben manchmal schon ein paar Dinge voraus, um sie bei den Eltern zwischenzulagern – falls das Weihachtsmannspielzeuglager hoffnungslos überfüllt ist.

    Kreativität und Improvisation sind in der Regel gute Freunde…

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