Kulturgeschichtlicher Vergleich

Irgendwann in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts:

Meine Mutter: „Deine Schuhe sind kaputt, ich kauf Dir in der Stadt mal  ein neues Paar.“

Ich: „Oh toll, Stadt, bringst du mir Schokolade mit?“

Gestern:

Sohn I: „Meine Schuhe sind kaputt.“

Ich: „ Hm? Wirklich?“

Sohn I: „Ja, meine Schuhe sind sehr kaputt. Bestellst du mir ein neues Paar?“

Ich: „Ja, mal sehen.“

Sohn I: „Jetzt gleich? Am Computer? Und kann ich dann was auf Youtube sehen?“

11 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Buddenbohm (bleiben wir formal)

    ich kommentiere selten und wenn, dann ungern, aber als mittlerweile langjähriger Leser des Blogs – als die Herzdame noch Verlobte hiess – und nun gerade auf Reisen in fernen Ländern möchte ich doch einmal kurz „Danke!“ sagen für einen immer unterhaltsamen Draht in mein heissgeliebtes Hamburg.

    Die Kommentare hier sind ja ohnehin durchweg angenehm positiv, da tanze ich ja nicht aus der Reihe.

    Gruss aus Chile
    ck

  2. „Früher war alles anders“ …. das stimmt tatsächlich, wie Sie uns immer wieder auf amüsante Weise zeigen. Vielen Dank.

    Darf ich mir ein Anmerkung erlauben:

    Den Kinderfüßen wird in Deutschland vie zu wenig Beachtung geschenkt. Hier ein paar Meldungen:
    „Nur jedes dritte Kind trägt passende Schuhe“ nachzulesen bei:
    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=1967&nodeid=26
    „Kinderfüße auf dem Prüfstand“: „70 % trugen unpassende Schuhe (zu klein, zu eng, zu groß)“ nachzulesen bei:
    http://www.bkk-bayern.de/versicherte/gesundheit/gesundheitsvorsorge/fussgesundheit-bei-kindern/
    „Kinderschuhe laut Studie meistens zu klein“ nachzulesen bei
    http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/presse/2010/kinderschuhe.shtml
    Meine eigenen Erfahrungen bei der Größenkontrolle von Kinderschuhen: Die wenigsten Größen werden korrekt angegeben. Abweichungen von 2 Schuhgrößen sind eher die Regel, als die Ausnahme. Wir hatte auch schon Schuhe, deren Angabe um 3 Größen abwichen.
    Was nützt es da, dass in manchen Läden der Fuß vermessen wird. Oft wird dann der Karton mit der enstprechenden Angabe gezogen und mit dem Daumen geprüft, ob der Schuh passt. Dass das Kind die Zehen einkrallt wird nicht bemerkt. Das Kind schaut nur, ob der Schuh gefällt. Außerdem sind Kinderfüße sehr biegsam und das Nervensystem noch nicht voll ausgebildet, so dass sie nicht merken, dass der Fuß gestaucht und verbogen wird.
    Bei jedem neuen Schuh muss der Fuß und der Schuh vermessen werden. Wer hat das schon mal erlebt?
    Darum stimme ich der Idee, Schuhe zu bestellen voll und ganz zu. Zu Hause vermesse ich dann Fuß und Schuh. Wenn sich die Sohle rausholen lässt, kann man zusätzlich Infromationen zu Länge und Breite bekommen. Aber vorsicht, manche Sohle zeigt eine ausreichende Länge und Breite, die vordere Kappe kann aber für die kleinen Zehen zu flach sein, so dass die tatsächliche Länge zu kurz ist.

    Gute Infos gibt es auch unter http://www.kinderfuesse.com/. Dort habe ich auch ein „Messgerät“ geordert. Aber auch dazu vorsicht, das Gerät ist nur gut, wenn es richtig angewendet wird und ist alleine bei weitem nicht ausreichend.

    Schöne Grüße an die Hamburger Kinderfüße.

    Papi

  3. 10 Jahre vorher in den sechziger Jahren war das noch ein bisschen anders: Man ging mit Mutti in die Stadt zu SALAMANDER, die Verkäuferin hat die Füße vermessen und dann gab es ein paar passende neue Schuhe und dazu ein kleines Comic Heft mit „Lurchi, dem Salamander“. Das war das Tollste am ganzen Schuhkauf.

  4. @Paula

    an Lurchi erinnere ich mich auch noch gut und an den Schieber für die Fußvermessung. Nur, haben auch damals, die netten Verkäuferinnen und Lurchi-Verteilerinnen mehr auf die Größenangabe auf der Schachtel geachtet, als auf die tatsächliche Größe.

    Wer kennt niemanden mit Hammerzehen oder Schifzehe (Hallux valgus). Auch Rückenprobleme sind die Folge von falschen Schuhen?

  5. Lurchi kenne ich zwar leider nicht, hört sich aber nach bleibend schönen Kindheitserinnerungen an.
    Für meinen Sohn war es in dem Alter immer das Tollste beim Schuhekaufen, die neuen Treter im Laden auf ihre Renngeschwindigkeit zu testen (natürlich zwischen menschenfreien Regalen). Hätte er die Wahl, würde er aber auch die Youtube-Variante vorziehen. Warum in die Stadt zum Schuhladen, wenn im Computer die ganze Welt auf einen wartet…?

  6. @Sina
    Ich glaube es gibt tatsächlich noch beides. Lurchi ist halt eine Geschmacksfrage – als Kind war es halt was besonderes. Bei uns gab es ja auch nur das Snadmännchen und hier und da mal Micky Mouse. Ich komme noch aus der Schwarzweiß-Fernseher-Generation.
    Das mit dem Fußvermesser ist ja nach wie vor gut – nur sollten die Schuhe auch korrket vermessen werden. Wie gesagt bis zu 3 Größen Unterschied (tatsächlich vs. Angabe im Schuh) sind durchaus normal. Das Ergebnis bleibt gleich – ein solchr Schuh passt nicht.
    Es gibt tatsächlich eine Schuhgeschäftkette (R___), die alle Schuhe nochmals nachmessen und zusätzlich mit der „Echtgröße“ auszeichnen. Nur unser Problem, bis jetzt haben wir dort nur einmal einen Schuh gefunden, der sowohl dem Kind, als auch der Mama gefiel…

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