Vertrauen

Sohn I isst Krautsalat zu Pellkartoffeln, er mümmelt gedankenverloren vor sich hin, sieht dabei aus dem Fenster und wechselt zwischen zwei Gabeln einen Satz mit seinem Kumpel, der neben ihm genau wie er selbst schmatzt und kleckert. Plötzlich hält er in seinem Mahl inne, als hätte er auf etwas gänzlich Unerwartetes gebissen, der Mund geht leicht auf, die Nase zieht sich kraus, der Blick wandert nach unten, als hätte er die ungeheuerliche Erwartung, dass gleich Käfer aus seinem Mund kämen, die Hand mit der Gabel sinkt auf den Tisch und mit vollem Mund fragt er in leicht panischem Tonfall: „Papa, mag ich eigentlich Krautsalat?“

Und nach meiner klaren Zustimmung isst er fröhlich  weiter.  Manchmal ist es wirklich sehr einfach.


9 Kommentare

  1. Und da frage ich mich, ob eure Jungs das alles wohl eines Tages mal lesen werden… Und was sie dazu sagen. Und ob nicht vielleicht interessante Erkenntnisse daraus erwachsen könnten.

  2. Großartig! Kinder sind echt faszinierend!
    Und offenbar wars die richtige Reaktion, ich hätte in meiner Blödheit wahrscheinlich gesagt, „Das musst du doch selber wissen!“ und dann wärs aus gewesen. 😉

  3. Herrlich – es ist doch immer wieder schön, festzustellen, dass es nicht nur bei den eigenen Kindern derart ‚eigentümliche‘ Denkweisen gibt …

  4. Wer ist denn bei Ihnen für diese drollige Art von „Menue“-Zusammenstellung verantwortlich?

  5. Und da sage nochmal einer, Kinder wären kompliziert. Wobei ich auf die gleiche Szene beim Aufräumen des Kinderzimmers und beim Zu-Bett-Gehen gespannt bin… 😉

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