i

Kleinkinder spielen mit der Sprache, das ist normal und zu erwarten. Sie verdoppelnpopoppeln Silben, sie verdrehen Begriffe und verwirbeln Satzgefüge, dass man nicht mehr weiß hinten und vorne wo ist. Die Grammatik wird gebeugt, gebogen und gebiegt, vielleicht sogar zerbrecht, Kinder spielen mit allem, also machen sie auch alles kaputt, warum sollte die Sprache eine Ausnahme sein. Auch das sind nur Phasen, auch das geht vorbei und schon nächste Woche gibt es eine neue Sprachmacke, vielleicht wird dann alles nur noch singend vorgetragen, womöglich zur Melodie von O Tannebaum, vielleicht werden aber auch alle Vokale ausgewuchselt, vielleicht wird alles sehr laut gesprochen oder im Gegenteil kaum hörbar geflüstert, dass man ein Fledermausgehör benötigen würde, um das Kind zu verstehen, man weiß es nicht. Aber eines weiß ich: Diese verdammte i-Phase im Sprachgebrauch von Sohn I muss dringend wieder aufhören. Immer, wenn er morgens aus dem Betti aufsteht, eine gute Nachti gehabt hat, seine Puschis anzieht und zum Tischi geht, weil er nach dem Schlafi so großen Hungi hat, kriege ich schlimme Aggressioni.


23 Kommentare

  1. Ach? Ich dachte, dass diese schlimme i-Seuche von Großeltern, Tanten, kitschigen Kinderbetreuerinnen oder im schlimmsten Fall von den Eltern selbst eingeschleppt wird. Im letzten Fall ist es aber dann auch so, dass die Eltern selbst es so schön finden und nie wieder damit aufhören. Lese bei Twitter oft „Nachti, Ihr Lieben!“ und möchte dann entfolgen. 😉

  2. Ja, auch von mir ein herzliches Dankeschön für diesen erfrischenden und so wahren Text. Mein Sohn (das „1“ spare ich mir, denn ich habe nur den einen) hat momentan so seine Schwierigkeiten mit dem Singular und Plural verschiedener Wörter. Z.B.: Viele Hühner – ein Hühn ; viele Stöcker – ein Stöck 🙂 … da muss ich mir des öfteren das Lachen verkneifen!

  3. *hihi* … was bei den Kleinen das i am Ende – ist bei den Großen am Anfang …

    i-Phone
    i-mac
    i-pod

    nen schönen i-Tag hoch in den Norden

    😉

  4. Ich fürchte, das kommt aus dem Kindergarten…es gibt extrem viele Mütter (!!), die ihre Kinder jeden morgen in den „Kindi“ bringen, dass es einen gruselt…

  5. wir haben unseren Söhnen I und II extra Namen gegeben, die man nicht verniedlichen kann. Und wie nannten sie sich?: MALTI und LÜDI. Raten sie mal, wer die wohl sind.

  6. Auch hier. Große Tochter. Ursache allerdings eindeutig ausgemacht. Sohn I vielleicht aus Versehen in die Hörweite von „Bibi und die Zauberlimonade“ geraten? Das passiert wenn man Kinder an seinen Jugenderinnerungen teilhaben lassen will…
    Soi, dassi wareni meini fünfi Centi…

  7. Tippe auchi auf Bibi Blocksbergi, vielleichti mali im Kindi nachfragen 🙂 Als Gegenbewegung vielleicht eine o- oder u-Phase anfangen?

  8. dann bin also nicht die Einzige, die das Wort „Fußi“ für Fußball abgrundtief hasst??? *erleichtert seufzend*
    zum Glück hat Junior diese Phase übersprungen und Fußi taucht nur ab und an aus externen Sprachgebräuchen auf (aber jedes Mal ist einmal zuviel)

  9. Mich gruselt es immer wenn ich in der Nachbarschaft höre: „Wie war’s denn im Kindi?“, „Jetzt aber schnell den Schlafi angezogen!“, „Möchtest Du noch ein Flaschi Abendmilch?“, …

    Schrecklich!

    Im Kindergarten werden die Vornamen der Kinder stark „verniedlicht“ – unser Erstgeborener fühlte sich lange Zeit nicht angesprochen, weenn die Erzieher nach einem „Andiiii“ riefen!
    Irgendwann sagte er dann völlig empört: „Ich heiße Andreas!!“ Das gibt mir Hoffnung, aber da diese Phasengeschichte bei Kindern ja doch irgendwie/irgendwann immer kommt, genieße ich nun die Zeit, die mir bis dahin verbleibt 🙂

    Liebe Grüße
    Meike

  10. Ich gebe zu, auch ich nutze gerne i-Wörter, sowohl die Erwachsenenvariante (i-pod etc) als auch die Kindervariante. Ein i-Wort hat mir Sohn I aber tatsächlich abgewöhnt: Schlafi hab ich durch „Pölter“ ersetzt 🙂

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