Klar zum Entern

Die Söhne haben bald Geburtstag, die Söhne werden zwei und vier Jahre alt. Zwischen den Geburtstagen der Söhne liegen nur zwei Tage, also dachten wir uns, die feiern wir am besten gleich zusammen. Wer mag schon so kurz aufeinanderfolgend Kindergeburtstag spielen, das hält ja keiner aus. Dann lieber einmal in etwas größer und fertig. Mittlerweile wissen wir, dass wir ein wahnwitziges Monster-Event planen. Die Freundinnen und Freunde der Söhne haben alle kleine oder große Geschwister, die wie Pattex an ihnen kleben und daher auch mitkommen, es werden Heerscharen von Kindern kommen, von deren Eltern ganz zu schweigen. Allein die Gästeliste zusammenzustellen erforderte bereits mehr Verhandlungen als die Gründung der vereinten Nationen, aber nun sind die Söhne mit uns einer Meinung. Zumindest jetzt gerade, in dieser Minute. Für mehr kann ich nicht garantieren, es kann in Sekunden wieder Tränen geben. Es wird eine Piratenparty, in diesem Jahr sind alle Kindergeburtstage Piratenpartys, auch da gibt es Moden. Die kleinen Helden werden sämtlich schwer bewaffnet kommen, ihre Gespielinnen alle als schmuckbehangene Prinzessinnen, um etwas Glamour und schrille Hysterie in die dumpfe Räuberhöhle der rauen, raufsüchtigen Kerle zu bringen. Bereits im Vorwege wurde uns mitgeteilt, wer wen bei der Party womit verhauen wird, welche Prinzessin von wem entführt werden wird und nach welchen obskuren Gesichtspunkten der obligatorische Schatz und auch die Sitzplätze und der Kuchen verteilt werden. Es wird nicht einfach werden, aber wir werden es schaffen. Wir sind Eltern, wir können das.

Hat man eigentlich je versucht, komplexe Krisen wie etwa den Nahostkonflikt durch ein Team aus Eltern und Kindergärtnerinnen zu lösen? Einen Versuch wäre es allemal wert.

 

Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten und der Ostsee-Zeitung.


 

 

14 Kommentare

  1. Bei uns wird es dieses Jahr eine Wikingerparty. Ich bin ja froh, daß lediglich mein Geburtstag und der von Sohn I auf Anfang September fallen. Bis zu Sohn II’s Geburtstag im Januar kann man wieder schön runterkommen!

  2. Uh, da grauts mir ja jetzt schon vor.

    Ist das mit den Geschwistern eigentlich auch so ne Mode? Was haben die auf dem Geburtstag zu suchen? Bei uns kamen die, die eingeladen wurden und keiner mehr und auch meinem Bruder und mir wäre es nicht eingefallen, auf eine Feier zu gehen, auf die der jeweils andere eingeladen wurde.

  3. Also das Anstrengendste an unseren DREI Kinder sind definitiv die DREI Kindergeburtstage pro Jahr. Vor allem die überall und wochenlang zu findenden bSchokoladenkuchenkrümel, die selbstkreierten Luftschlangenkonfettis und die heruntergerissenen Gardinenstangen haben mir beim letzten Mal nicht ganz so gut gefallen. Das nächste Motto wird wohl „Stille Post“ werden. Oder „Autogenes Training“.

  4. Ihren Schlusssatz unterschreibe ich voll und ganz.

    Und nicht ganz ot schicke ich Ihnen allerherzlichste Grüße aus Wien zu Ihrem Geburtstag. Mögen Ihnen die Worte niemals fehlen, Ihre wunderbaren Geschichten zu schreiben !

  5. Bei uns waren auch nie Geschwisterkinder dabei, féizào, und ab dem 4. Geburtstag schreibe ich auch immer explizit auf die Einladungskarten „Deine Mama kann Dich um 17 Uhr wieder abholen“ – damit keine Mutti auf die Idee kommt, sich mit einem Prosecco-Gläschen in meine Küche setzen zu wollen. Aber bei 2-Jährigen ist das schon noch was anderes, das verstehe ich. 2013 dann, Herr Buddenbohm.

  6. Wie wäre es mit 2. Geburtstag, zwei Gäste, 4. Geburtstag 4 Gäste? Inklusive Mama oder Papa, keine Geschwister. Wir haben das bis zum 10. Geburtstag von single Sohn I durchgehalten, danach war erst einmal Schluss mit den Geburtstagen in der Wohnung und wir haben sie auf die Eisbahn, in den Park oder ins Kino verlagert.
    Die Kostümmode ist ja interessant, vor 15 Jahren waren es noch Schatzsuchen und Schnitzeljagden, auch mit relativ viel Aufwand. Kostüme gab’s nur zu Fasching oder Karneval…aber ok, so ändern sich die Zeiten.

  7. …empfehle zum Thema Kindergeburtstag zur Zeit gerne mal das Blog der Frau Brüllen – da wird man ganz blass, DIE liegt thematisch gaaanz weit vorn !!!! 😉

  8. warum dürfen die armen Söhne nicht jeder seinen eigenen Geburtstag feiern, auch wenn sie so dicht beieinander liegen? (dafür können sie nun wirklich nichts). Zwischendurch kann man dann die Wohnung reinigen und es ist nicht so ungerecht. Ich fand es immer gemein, mit meiner älteren Schwester zusammen zu feiern – ich kam nie zu meinem Recht :-((((

  9. Ach Leute! Die Jungs werden 2 und 4 Jahre alt. Ich kann den Müttern der 2-jährigen gerne vorschlagen, dass sie doch um Himmelswillen bitte zu Hause bleiben sollen. Den Müttern der größeren Kinder sagen ich dann einfach sie sollen bitte die Babys zu Hause lassen. Da habt Ihr recht, das macht die Sache entspannter.

    Die Sache mit „Alter = Gäste“ ist auch nicht so ganz einfach, wenn man ein so beliebtes Kind hat wie unseren Sohn, der fast jede Woche zu einem anderen Geburtstag eingeladen wird 😉

    Ich glaube auch nicht, dass sie mit ihren eigenen Feiern zu kurz kommen. Wenn an beiden Geburtstagen die Großeltern kommen und es dann noch eine gemeinsame Piratenparty gibt ist das wohl mehr als genug. Die Kinder werden wie gesagt erst 2 und 4 Jahre alt. Und manchmal lässt sich so was organisatorisch einfach nicht anders machen.

    Ach ja und die meisten Mütter mag ich im Übrigen auch sehr gern. Deshalb wird das beste an der Piratenparty sein, wenn ich mich zwischendurch mal mit einem Glas Prosecco in die Küche verziehe und mit den anderen Müttern auf meine tollen Jungs anstoße. Prost!

    Lieber Gatte, nächste Woche bitte wieder ein anderes Thema…..

  10. Wenn Sie das so entspannt sehen, ist doch alles gut. Dann müssen Sie nur noch Ihren Gatten beruhigen.

    Und allen, die keine Nerven für solcherlei Riesenpartys haben, empfehle ich, erst ab dem 4. Lebensjahr langsam anzufangen; dann geht’s ohne Anhang.
    Davor reichen den Kindern doch Geschenke bringende Omas, ein Muffin mit Kerze drauf, ein Ständchen und ein langer Spaziergang, auf dem sie jedem stolz erzählen können, dass sie nun „wei Jahde“ alt sind.

    Mir fehlten für die Familienpartys leider immer die Nerven, und ich bewunder alle Eltern, die das freiwillig und gerne machen. Jedenfalls viel Spaß – und Prösterchen!

  11. Pingback: Neunnnachneun « Ansichten aus dem Millionendorf
  12. auch wenn ich es jetzt erst lese, hoffe ich doch, dass es spannend war… Ich bin gespannt, wie die ersten Mottopartys bei unseren Jungs aussehen werden.

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