Entspannt ins Wochenende

Und dann hört man seltsamen Krach aus dem Flur, springt hin und sieht: Kommode umgestürzt, vermutlich weil sich wieder ein Kind an die oberste Schublade gehängt hat. Die Kommode ist groß, voll mit tausend Sachen und entsprechend schwer und darunter guckt eine Kinderhand hervor, ein Gruselbild, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Und eine etwas gepresst klingende Stimme, die unverkennbar nach Sohn II klingt, ruft von unterhalb des Möbels: „Ich war das gar nicht! Ich bin auch nicht hier!“

15 Kommentare

  1. Lügen gehört ja auch zu den Dingen, die man erst mal lernen muss. Mein Bruder erfuhr eine Zeit lang von den Untaten seines zweiten Sohnes hauptsächlich dadurch, dass dieser zu ihm gerannt kam und rief: „XXYY war ich nicht!“ (Worauf mein Bruder schrecklich lachen musste. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Kind dadurch besser lügen lernte oder lernte, nach Angestelltem seinen Vater mal besser zum Lachen zu bringen.)

  2. Ihr seid ja drauf. Die naheliegende Antwort auf so eine Geschichte ist ja wohl: Ach Du meine Güte, was für ein Glück! Ich weiß, dass Sohn II Chuck Norris ist, aber da hätte sich auch Chuck Norris reichlich was bei tun können.

  3. Schwanke zwischen „Hihihi“ und „Ach du meine Güte, gut das nichts passiert ist“.

    Aber hart im Nehmen sind sie ja schon, solche Kinder.

  4. Gut dass nix passiert ist, aber giggeln musste ich schon ein wenig. Mein kleiner Bruder hat damals in unserem gemeinsamen Kinderzimmer eine alte Wohnzimmerschrankwand erklommen. Wenn sein geliebtes Bobbycar nicht mitten im Raum gestanden hätte, wäre das auch ganz bös‘ ausgegangen. Komplette Wand umgekippt und der Kleene hat immer wiederholt: “ die ist plööötzlich von allein umgefallen“.

  5. Ich gehe davon aus, dass Ihr Eintrag wesentlich weniger erheiternd ausgefallen wäre, hätte sich Sohn II bei diesem überaus rätselhaften Ereignis ernsthaft verletzt.

    Abgesehen davon frage ich mich seit ungefähr sechzehn Jahren nicht ohne leichte Amüsiertheit, für wie dumm Kinder und Jugendliche ihre Eltern manchmal halten …

  6. Ich erinnere mich, dass ich als Kind, noch im Kindergartenalter, meinen Vornamen gerade schreiben gelernt hatte (oder „malen“ gelernt) und dies erstmal auf allem, worauf sich schreiben ließ, beweisen musste, unter anderem auch auf der Tapete im Flur. Dann fiel mir allerdings ein, dass Tapeten zu beschreiben (oder zu bemalen) Tabu war und strich schnell den Namen wieder durch. Also: ICH kann’s nicht gewesen sein, mein Name ist ja durchgestrichen, bzw. Durchgestrichenes gilt nicht.

  7. Nun, wer will denn da von Lügen sprechen. Der kleine Mann war sich sicherlich sicher, dass er es nicht war und er war bestimmt ganz wo anders….
    Außerdem, nach den Forschungen des Kinderspitals in Zürich, lernen Kinder erst mit ca 4 Jahren Lügen einzusetzen, davor können Sie nicht lügen. Demnach wäre Sohn II entweder frühreif oder Sohn I hat im den „Lügentipp“ gegeben oder es gilt, was oben steht er war sich sicher, dass er es nicht war.

    Und wenn er frühreif ist sollte der belesende Vater es positive werten. Denn nach Nitzsche gilt: „Wenn man wissen will, was Wahrheit ist, muss man lügen lernen“.

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