Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an…

Theorie

Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an, die Eltern wollen ins Theater. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin.  Die Eltern nehmen sich Zeit und führen ein ernstes und langes Gespräch mit dem Kind, sie stärken sein Selbstbewusstsein, nehmen Ängste, schaffen Vorfreude. In einem konstruktiven Dialog wird der Besuch des Babysitters vom Schreckensszenario in ein freudvolles Bild umgewandelt. Danke, setzen, sehr gut.

Praxis

Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an, die Eltern wollen ins Theater. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin.  Die Eltern nehmen sich Zeit und führen ein ernstes und langes Gespräch mit dem Kind, sie stärken sein Selbstbewusstsein, nehmen Ängste, schaffen Vorfreude. In einem konstruktiven Dialog wird der Besuch des Babysitters vom Schreckensszenario in ein freudvolles Bild umgewandelt. Das Kind weint gänzlich unbeeindruckt weiter und verzweifelt zusehends.  Ein plausibler Grund für dieses Verhalten ist nicht erkennbar. Babysitter bekannt, Babysitter super, Kind gesund, Lieblingsessen im Kühlschrank. Die Eltern wechseln aus Zeitgründen zu aus Film und Fernsehen bekannten Verhörmethoden, um der Ursache für den neuen Spleen des Kindes auf die Spur zu kommen. Entdecken dabei eine ganz neue und existentielle kindliche Angst, zu der es vermutlich noch gar keine Fachliteratur gibt, eine Lücke, die es schnellstens zu schließen gilt.  Ein neues Problem der modernen Zeit, ein neues und bedrohliches Schrecknis für unschuldige Kinderseelen. Die Eltern kündigen den abendlichen Besuch des Babysitters an. Das Kind hört zu und weint dann leise vor sich hin. Und wir wissen jetzt auch warum. Es ist tragisch, aber irgendwie nachvollziehbar. Das Kind leidet so furchtbar unter der Angst, der Babyistter könnte eventuell nicht wissen, wie ein iPad angeht.

Den Fachbegriff mit griechischer Wortwurzel darf hier gerne jemand vom Fachpublikum einwerfen. Danke.


 

20 Kommentare

  1. Das wäre für unseren Junior auch eine mittelschwere Kathastrophe. Aber selbst wenn der Babysitter dann weiß, wie es angeht, müsste er zusätzlich noch wissen, wo er „Lülülü“ findet. Das ist nämlich des Juniors Lieblingsvideo auf youtube, welches man unter „Muppet Show“ und „Manamana“, aber niemals unter „Lülülü“ finden wird 😉
    Und die Assoziation mit Rosalyn habe ich auch jedesmal. Und das ist dann mein persönliches Trauma, mit dem ich das Haus dann verlassen muss.

  2. Hihi, das Thema hatten wir gerade, als Oma einhüten sollte.
    (der Babysitter geht nicht an den iPad, das haben wir gottlob so etablieren können 😉

  3. Trotz Griechischkenntnissen fällt mir einfach kein Begriff dafür ein. Auch ich schließe mich der Frage an: Kann das der Junior nicht selbst? In dem Alter sollte ein Kleinkind doch schon einen iPad bedienen können, also bitte! (Nicht, dass ICH einen bedienen könnte, ich hatte ja noch einen in der Hand.)

  4. Also unsere Kinder freuen sich immer auf den Babysitter. Irgendwie scheint sie witziger zu sein als wir. Ich habe ihn aber noch nie live erlebt (sonst bräuchten wir sie schließlich auch nicht)

  5. Pingback: Neunnnachneun « Ansichten aus dem Millionendorf
  6. sehr schön…
    Die Angst sitzt noch tiefer. Der Nachwuchs könnte Angst haben, dass der Babysitter ganz genau weiß, wie das iPad angeht und ihn dann nicht mehr aus der Hand legt und in den Wimmelbuch-Apps versinkt.
    Bei unseren ist die Angst groß, dass der Babysitter nicht weiß, welche Nulli & Priesemut DVD gemeint sein könnte.

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