Mit so Likör

In der S-Bahn sitzen mir zwei Jungs gegenüber, so um die sechzehn Jahre alt. Sie sind unterwegs zu irgendeiner Lehrveranstaltung und haben die letzte Stunde bei einem Herrn Hartmann, der seinen Job anscheinend nicht schlecht gemacht hat, denn die beiden kommen auf die Idee, ihm noch schnell auf dem Weg ein Geschenk zu kaufen.

„Ey, lass mal was Kleines für ihn kaufen, echt jetzt, Digger!“
„Ja, geht los, das ist voll gut. Was?“
„Ja, was Kleines eben. Blumen?“
„Blumen?! Blumen geht gar nicht. Krasse Idee, Digger. Blumen!“
„Ja, was dann?“
„Ja, was Kleines, Digger.“
„Klein wie Blumen, wa.“
„Hör auf, ey.“
„Schokolade.“
„Schokolade, ja, Schokolade. Schokolade geht. Mon Chérie!“
„Besser als Blumen, ne.“
„Kennstu Mon Chérie? Mit so Likör? Mit so Alkohol?“
„Krass. Das ist dann ja Schokolade und noch nützlich!“


8 Kommentare

  1. Krass. So toll wie die Bahn- und Supermarktgeschichten von Frau Nessy. Ich krieg sowas nie mit, vielleicht sollte ich beim Rumlaufen besser zuhören.

  2. „Nützliche Schokolade“ – na, DAS sind doch mal schöne Aussichten, oder?

    @ Anne: Nichts, aber auch wirklich nichts lehrt „das wahre Leben“ so sehr, wie S-Bahnfahren (und dabei hinhören)!

  3. die gräfin schnupperte, steht hier irgendwo ne flasche brennspiritus offen?, aber ich hatte nur ein frisches mon cherie in arbeit.

  4. sorry, das sollte natürlich“Heiratsantrag“ heißen! blöd, dass ich derzeit nur mit dem rechten zeigefinger tippen kann…

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