Gelesen – Hans-Ulrich Treichel: Der Felsen, an dem ich hänge

Es passiert mir nicht allzu oft, dass ich ein Buch aus Versehen doppelt kaufe, und noch seltener passiert es, dass ich das Buch dann einfach noch einmal lese, obwohl ich doch weiß, dass ich alles schon kenne. Hier war das der Fall. Und ich möchte auch nicht ausschließen, später noch einmal hineinzusehen. Essays und Vorlesungen über das Schreiben, über deutsche Familiengeschichte, über Musik und das ewige Rätsel des Selbst. Feinsinnig, gebildet, elegant, lehrreich. Und amüsant, mehr kann man ja quasi nicht bestellen.

„Und wenn ich mich heute fragen würde, warum ich schreibe, dann würde ich sagen, daß ich auch deshalb schreibe, weil ich es nicht ertrage, noch immer aus dem imaginären Fenster meines Zimmers im ostwestfälischen Elternhaus auf die nur mäßig befahrene Kreuzung, die Apotheke, den Eisenwarenladen und den neben der Bushaltestelle angebrachten CVJM-Mitteilungskasten zu schauen, dabei von der bodenlosen Traurigkeit eines Zwölfjährigen erfüllt zu sein und diese mit niemandem teilen zu können.“

Für Menschen, die in Blog oder Buch über sich selbst schreiben: sehr empfehlenswert. Für alle anderen mit Interesse an Literatur natürlich auch. Und wenn man schon dabei ist – gleich auch seine Romane lesen.

 

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3 Kommentare

  1. Find ich prima, dass Sie das zum zweiten Mal gekauft und gelesen und zum ersten Mal bebloggt haben. Sonst wäre ich nämlich nicht auf das Buch aufmerksam geworden und würde es gerade nicht lesen. Sehr feines Buch, so wie vieles von Hans-Ulrich Treichel bitter-sweet, leicht melancholisch, zart ironisch und immer durchdacht.

    Ich mag seine Bücher seit seinem ersten dunkelgrünen Suhrkamp-Lyrikband. Kann ich gleich mal weitergoogeln, welche ich ebenfalls noch nicht von ihm gelesen habe. Danke für den Random-Lesetipp!

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