Nachlese

Unser großartiger Tonmeister la23ng (vielen, vielen Dank!) hat die Mitschnitte der Texte aus der Lesung gestern bereits wieder in Nachtarbeit online gestellt.

Torsten W. Schneider: „Um fünf schon dunkel“

Torsten W. Schneider: „Frau Grabow und ich“

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Maximilian Buddenbohm: „Die Geschichte vom Mantelmännchen gibt es nicht“

(kein Bild – ich muss mit der Herzdame noch einmal ein ernstes Wort zum Thema Fokus wechseln)

Isabel Bogdan: „Rhönrad“

Isabel Bogdan: „Chinesische Massage“
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Cenk Bekdemir: „Pfefferkörner“

Cenk Bekdemir:  „Zum Ende“

Cenk Bekdemir: „Affe und Esel“

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Danke auch an die Moderatorin Friederike Moldenhauer, die zahlreichen Gäste, an Le Kaschemme und an Kid37 für den geschickt eingefädelten und ganz besonderen Sound-Effekt. Was ein schöner Abend!

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Und das war übrigens die zehnte Lesung, die Isabel Bogdan und ich (unten Symbolbild) veranstaltet haben. Und wir haben vergessen uns Blumen zu schenken. Holen wir dann bei Nummer zwanzig nach.
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Jetzt die Frühlingslesung vorbereiten. Es bleibt sportlich.

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Home-Office

Sohn I schwächelt. Bauchweh, Schlafmangel, allgemeines Unwohlsein. Dräuender Wetterumschwung, Unlust, alles finstere Gebrechen, da muss man Verständnis haben, da kann das Kind natürlich nicht in den Kindergarten. Die Herzdame hat bei einem Projekt einen Abgabetermin und kann sich nicht kümmern. aber ich kann Home-Office machen, gar kein Problem. Ich muss nur erst ins Büro und mein Notebook holen, das leider noch dort im Schrank liegt. Sohn I trottet hinter mir her und wundert sich am Bahnhof sehr, wo denn die ganzen Leute hinwollen? Die ist ja irre voll, die Bahn? Die gehen alle zur Arbeit, mein Sohn. Gucken die denn deswegen so schlechtgelaunt? Ja, das kann man wohl annehmen. Aber Du guckst nicht so schlecht gelaunt? Nein, meistens tatsächlich nicht.

Ob das denn  alles meine Kollegen sind, will er dann noch wissen. Nein, nicht alle, aber doch ein paar davon, der da ganz hinten zum Beispiel. Sohn I sagt, er will im Büro alle meine Kollegen begrüßen, denn er sei ja jetzt gar nicht mehr schüchtern, so wie damals, als er noch klein war, also ganz, ganz damals, oder wann das war. Beim letzten Besuch  Ich stelle mir vor, wie er bei etwa dreihundert Schreibtischen die Parade abnimmt, da würde man dann vermutlich sofort merken, welche Kollegen selbst Kinder haben und welche nicht.

Ich arbeite eine halbe Stunde im Büro, Daten auf das Notebook ziehen, Mails beantworten. Sohn I malt neben mir etwas herum und fragt die Kollegen ringsum sehr freundlich nach Tacker, Locher und Stiften, er ist jetzt tatsächlich nicht mehr schüchtern. Als ich mir einen Kaffee hole kommt er mit und sieht die Snackbox neben der Kaffeemaschine, eine offene Holzkiste voller Schokoriegel und Gummibärchen. Ein phantastischer Anblick, der bei ihm zu einer Spontanheilung führt. Kein Bauchweh mehr, Beschwerden wie weggeblasen, ein Wunder. „Halleluja!“ rufe ich und preise die Wirkung der Wunderkiste.

Mein Chef kommt und begrüßt den Nachwuchs, der versteckt sich bei so direkter Ansprache dann doch lieber unter dem Schreibtisch. Fragt von da aus leise, als die Luft wieder rein ist:

 

„Papa, warum bist Du nicht Chef?“

„Na, dann hätte ich ja viel weniger Zeit für Dich. Chefs arbeiten immer länger als andere.“

„Ach, die haben keine Zeit? Warum will dann überhaupt jemand Chef werden?“

 

Notebook einpacken und nach Hause fahren. Sohn I vertieft sich in Legobauten, ich in Telefonkonferenzen. Ab und zu helfe ich ihm ein wenig mit den bunten Steinen, ab und zu sieht er sich meine bunten Exceltabellen auf dem Bildschirm an und nickt kollegial zustimmend.

Ich telefoniere, ich sage einem Kollegen, dass wir das Spiel schon noch gewinnen werden, was man geschäftlich eben so redet. Sohn I hält mir an der Stelle mit fragendem Blick seine Spielzeugpistole hin. Ob ich die vielleicht gebrauchen könne? Auf seine Unterstützung kann ich immer zählen, das ist ein schöner Gedanke. Dann schläft er am Tisch ein und ich höre lieber auf zu telefonieren. Geht auch alles per Mail.

Es wäre doch etwas lästig, jedem Anrufer das laute Schnarchen neben mir zu erklären.

 


Jetzt ans Schenken denken

Ohne jemanden unnötig erschrecken zu wollen, aber in 62 Tagen ist Weihnachten, das ist quasi schon ein Fall von es könnte wieder knapp werden. Immer gut, wenn man alles frühzeitig erledigt, das schont die Nerven und entspannt die Adventssonntage. Prima Geschenke zum Beispiel muss man gar nicht lange suchen, prima Geschenke bekommt man auch hier, direkt bei mir.

Vier Bücher zur Auswahl, siehe rechte Randspalte. Gute Bücher, beidseitig bedruckt, reell gebunden, tadellose Ware. Angaben zum Inhalt finden Sie bei Amazon und auf ähnlichen Seiten. Bestellt werden können die Bücher gerne auch mit persönlicher Widmung, frommen Wünschen oder „für Onkel Karl“, ich bin da flexibel. Bei der Order „Schreiben Sie einfach was Kreatives rein“ bekomme ich allerdings regelmäßig komatöse Zustände ohne nennenswerte geistige Regungen, aber sonst, wie gesagt, ist alles drin. Bei Bedarf signieren auch die Söhne und die Herzdame, es ist alles machbar – nur eher nicht mehr viertel vor Heiligabend, das wird dann alles zu hektisch.

Aber jetzt oder in den nächsten zwei, drei Wochen mal eben eine Mail an mich – maximilian.buddenbohm at gmx.de – und alles läuft easy und wie nebenbei. Ich signiere, die Herzdame tütet ein, Sohn II biegt die Flachkopfklammer, Sohn I bringt die Ware zum Briefkasten, so läuft das im Familienbetrieb. Bezahlung und Versandmodalität erkläre ich dann gerne per Mail.

Vielen Dank.

Woanders – heute über Handys im Kindergarten, Allerheiligen, irische Mütter, das Feuilleton und anderes

Patsy Jones über – ach, auch egal. Einfach lesen.

 

Kiki schreibt gegen Radikalität an.

 

Kürzlich las man irgendwo die Forderung nach der Abschaffung des Feuilletons, hier im European nun die Forderung nach der Abschaffung aller anderen Teile der Zeitungen.  Richtig so, ich klicke mich morgens auch durch alle wichtigen Feuilletonseiten, nicht aber durch die News-Bereiche. Nicht aus Bildungsdrang,  aber im Feuilleton wird einfach mehr und eigenständiger gedacht und das macht einfach mehr Spaß. Die übliche Agenturmeldungsabschreiberei kann man quer lesen, reicht völlig aus, eine Theaterezension ist aber meist noch ein Text, auf dem jemand etwas länger herumüberlegt hat, da lohnt sich der Becher Kaffee dabei wenigstens.

 

Ein Anwalt schreibt  über die rechtlichen Aspekte von Produktzusendungen an Blogger. Könnte der eine oder andere ja mal brauchen.

 

Giardino über Kinder in Deutschland und eine irische Mutter.

 

Novemberregen über Handynutzung in Kindergärten unterhalb der Mittelschicht.

 

Ein Text über Menschen ohne Strom in Athen. Und Schulen ohne Heizung und Licht.  In der EU. Quasi ein paar Meter weiter.

 

Sachdienliche Hinweise zum vollsten Vertrauen.

 

Judith Holofernes mit drängenden Fragen zum Maki.

 

Sven erzählt seinem Kind strukturierte Geschichten mit übersichtlicher Handlung. Sehr löblich.

 

Allerheiligentraditionen sind mir gänzlich fremd. Hier einige spannende Einblicke in die Rituale süddeutscher Brüder und Schwestern.

 

Leo Gutsch über E-Zigaretten und das Leben ohne Kick.