Anmerkung zum Umbruch des Buchmarktes in digitalen Zeiten

Diesen unfassbar heftigen Wutanfall von Sohn II, den er eben gerade vor einem Buchgeschäft hatte, dieses theatralische Auf-den-Boden-werfen, dieses hysterische Herumbrüllen, diese wilde Getrampel und rasende Rumpelstilzchengehüpfe, diese aus den Augen spritzenden Tränen, nur weil der dämliche, bockige und plöde (ja, mit p) Vater nicht bereit war, wunschgemäß in den Laden zu gehen und ihm die antiquarische Erstausgabe der „Hundejahre“ von Günther Grass zu kaufen, deren Titelbild ihm spontan so gut gefiel, dass er das Buch unbedingt und sofort haben musste, diese ganze ziemlich unangenehme Szene, die nicht wenig öffentliches Aussehen erregte, weil das Kind schließlich in höchsten Tönen heulend an der Scheibe hing, mit den Fäusten immer wieder gegen das bebende Glas schlug und „Haben! Haben!“ mit kippender Stimme fiepte, diesen ganzen Zwischenfall also – den hätte man mit einem E-Book wohl nicht erlebt.


12 Kommentare

  1. 😀
    Aufrichtiges Mitleid …mit dem Vater!
    Der Zusammenstoss zwischen Kopf und Scheibe wäre für das Gerät (E Book) vielleicht weniger glimpflich abgegangen…

  2. Der Hinweis, „Das haben wir zuhause“, und dort das Cover ausdrucken (scheint ja wirklich nur um das Bild selber zu gehen), wäre in diesem akuten Fall vermutlich auch nicht wirklich hilfreich gewesen, oder?

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